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Autor Thema: XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....  (Gelesen 9408 mal)

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Offline Guenter

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XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« am: 03. August 2017, 01:06:59 »
Hallo,


ich fahre seit vielen Jahren eine XTZ660 Tenere, Bj 1991.

Vor einigen Monaten habe ich bei e-bay Kleinanzeigen eine Anzeige gelesen bezüglich gleichem Motorrad - allerdings mit Motorschaden. Vom Bild her war die Lampenmaske kein Puzzle (wie bei meiner mit hinterlegten Blechen, Poppnieten, Kleber und Co). Der Preis erschien akzeptabel.
Ich hab den Verkäufer kontaktiert und wir wurden handelseinig: 300€. Die XTZ stand aber in Bayern und ich bin in Niedersachsen. Transport ? Eine Spedition hat den Transport übernommen (180€).
Ich kannt ja aus den Telefonaten die Fehlerbeschreibung des Verkäufers und auch die Ursache laut seiner Werkstatt (O-Ton): "Eine Lagerschale der Kurbelwellenlagerung ist defekt."
Die Werkstatt des Verkäufers scheint kein Wissen zu haben und sie sind dumm - die Kurbelwelle ist nicht über Lagerschalen gelagert.

Irgendwann kam die XTZ bei mir an. Nach grobem Check (Flüssigkeitsstände und Co) sprang sie problemlos an. Aber sie rasselt und das bereitete mir "Kopfzerbrechen"!

Hier war der Punkt, ob ich sie nur als "Schlachtobjekt" nutze oder sie wieder fahren soll - über 90.000km stehen auf dem Tacho!

Ich hab hier im Forum viel nachgefragt und sogar Beiträge neu erstellt! Wirkliche "Erleuchtungen" gab es nicht.

Ich hab dann beschlossen, daß ich die XTZ fahren muß. Der hintere Reifen war so abgefahren, daß selbst eine Fahrt mit "Roten Nummern" oder "Kurzeitkennzeichen" unmöglich ist. DOOF - oder.
Dann hab ich mir die XTZ genau angeschaut. Ich bin zu dem Entschluß, daß sie eigentlich recht gut ist.
Ich hab dann zwei neue Reifen montiert und bekam beim TÜV die Plakette.

Anschließend hab ich sie angemeldet, um sie zu FAHREN, um mehr ging´s mir ja nicht!
Beim Fahren dacht ich, daß ich "eingerostet" bin und zu blöd zum Fahren (konnt es mir aber nicht vorstellen).
Dann hab ich begriffen: Die XTZ hat keinen 2. Gang: man kann ihn schalten, erhält aber nur "Leerlauf".

Wahrscheinlich würd jetzt jeder solch ein Projekt abbrechen. Aber ich hab "die Gurke" in mein Herz geschlossen. Ich hab mir die Funktion des Getriebes genau angeschaut: Funktioniert der zweite Gang nicht mehr, so ist das so - und man kann ohne zu befürchtende weitere Schäden des Getriebes fahren.

Aber es soll ja nicht einfach werden: Der Motor hat doch recht hohen Ölverlust! Die Ursache hab ich auch gefunden: Es ist der Ölanschluß mittels Hohlschraube am rechten Deckel im Bereich vor dem Gehäusesegment des Ölfilters. Ein Nachziehen der Hohlschraube war völlig erfolglos, hat aber die Ursache preisgegeben: Das Gewinde im rechten Deckel ist defekt. 'Aber ich bleib gelassen: Für sowas müßt ich noch Gewindebuchsen haben.

Auf jeden Fall gibt es einiges zu tun!

Erstmal werd ich dieses "Mattschwarz-Gelumpe" entfernen.

Es sieht doch richtig Sch... aus!!!

Vorstellungen, wie es aussehen sollte, habe ich auch - hier eine selbst erstellte Studie unter "Zuhilfenahme " des Titelbildes der Rep-Anleitung aus dem büchli-Verlag

Jetziger Status: alle zu lackierenden Teile sind demontiert und warten auf frische Farbe und die XTZ steht nackig da.




Erstmal "Gute Nacht" - werde weiter berichten!

Guenter




 





Offline RomanL

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #1 am: 03. August 2017, 08:48:53 »
An sich kein unüberwindliches Vorhaben, aber ich würde immer (bzw. mache es nun seit 20 Jahren erfolgreich so) bei den technischen Komponenten starten. Lack kommt erst, wenn die Maschine motor- und rahmenseitig durchsaniert ist. Sonst kann man schnell mal zeit und Geld in Optik versenken, und am Ende steht die Kiste trotzdem - weil Rahmenriss etc.

Nur mal als Hinweis, damit ein ambitioniertes Projekt nicht immer ein Projekt bleibt...

Bin gespannt auf Fortschrittsberichte.

Gruß
Roman


PS: Zum Getriebeschaden tippe ich mal auf verbogene Schaltgabeln und abgeranzte Klauen. Aufmachen und Nachschauen ist Pflicht. Fährst Du damit so weiter, kann Dir den Motor irgendwann ganz um die Ohren fliegen - dank eingezogener Zahnradteile oder wegen 2er gleichzeitiger Gänge... Wäre schade drum. Wie sieht das abgelassene Öl aus?
Driftix: RomanL

Offline Guenter

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Optische Aufwertung
« Antwort #2 am: 18. August 2017, 20:39:54 »
Hallo RomanL,


natürlich hast du Recht, daß man in die Optik erst dann "Geld versenken" sollte, wenn die Technik "Tip-Top" ist.

Hier erstmal Bilder des "Fortschritts":

Die lackierten Teile:


und jetzt das Motorrad:


Ich achte auch immer auf die Kosten: Diese "optische Auffrischung" hat nur das verwendete Material gekostet, wobei die Reparatur der Risse der Lampenmaske und das Verschließen der Bohrungen für die dortigen Seitenwangen links und rechts mittels "2-Komonenten-Kleber" doch kostenaufwendiger war als gedacht.

Erstmal habe ich auch beschlossen, die XTZ nicht mit irgendwelchen Aufklebern zu zieren! Ich find sie ohne richtig schick.

Aber wie es so ist: "Nach Sonne kommt Regen". Das Gewinde für die Hohlschraube am rechten Seitendeckel (vorm Ölfilter) ist defekt. Als "Rep-Gewindebuchsen" habe ich M10x1 da - aber da paßt nicht die Steigung des Gewindes der Hohlschraube.
Wie ich verfahre, weiß ich noch nicht: entweder ich verwende eine Hohlschraube in M10x1 oder ich verbaue eine Gewindebuchse mit der Steigung der originalen Hohlschraube.
Ich seh dem aber sehr entspannt entgegen!

Zum fehlenden zweiten Gang:
Wie ich da verfahre, weiß ich noch nicht! Ich habe mir die Funktion des Getriebes angeschaut und ich bin zu der Überzeugung gekommen, daß man ohne zweiten Gang fahren kann und es nicht zu Folgeschäden kommen kann.


Erstmal "Gute Nacht"!

Günter.


Offline Mille

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #3 am: 18. August 2017, 22:15:43 »
Moin,

Hohlschraube gibt's in beiden Steigungen. Also bleibt es dir überlassen was du machst. Der zweite Gang könnte "nur" die schaltgabel verbogen sein.

LG Mille
Ziel? Was ist das?

MfG Mille

Offline Guenter

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #4 am: 19. August 2017, 00:01:18 »
Hallo,

die Ursache des fehlenden zweiten Ganges zu finden bedeutet das Zerlegen des kompletten Motors mitsamt Getriebe.
Nur Dichtungen und sonstige Teile beim Zusammenbau werden einige hundert Euro sein. Und das plus der Reparatur des zweiten Ganges (Kosten ??? und möglich ???). Und wenn man schon dabei ist, gibt´s noch einen neuen Kupplungskorb mit Kupplung (auch paar Hunnis weg).
Wenn alles gut klappt, hab ich für nur ca. 600€ eine fast neuwertige XTZ bezüglich Motor und Getriebe.
Läuft was schief, hab ich eine irreparable Dauerbaustelle ohne Aussicht auf schnelle erfolgreiche Reparatur der XTZ.

Was will ich?
Mal in die Stadt fahren und bißchen "über Land" fahren.
Im Stadtverkehr ist es schon doof, keinen zweiten Gang zu haben - aber es geht auch ohne. Bei "Über Land" braucht man den zweiten Gang fast nie.

Ich werde den Motor mitsamt Getriebe nicht zerlegen.

Einzig gangbare Alternative wäre der Kompletttausch von Motor mitsamt Getriebe für eine akzeptable Summe - beispielsweise Unfallmotorrad.


Gruss.
Günter.

Offline Mille

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #5 am: 19. August 2017, 10:29:13 »
Hast ja recht. Einfach geduld haben hin und wieder im net schauen vielleicht findest was. :)

LG Mille
Ziel? Was ist das?

MfG Mille

Offline Guenter

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #6 am: 22. August 2017, 23:00:36 »
Hallo,

hab heute mittag begonnen die Gewindebuchse für die Hohlschraube einzusetzen. Dort war dann auch alles öldicht. Allerdings ölte es dann aus dem Ölanschluß am Zylinderkopf, den ich löste um die "untere" Reparatur durchführen zu können.
Neue Kupferringe waren erfolglos. Ein weiteres Anziehen ergab dann Gleiches wie Unten: Gewinde defekt! Also den Bereich freilegen: Tank runter und auch dort eine neue Gewindebuchse einsetzen. So um halb neun hab ich dann einen weiteren Probelauf gemacht (ca. 10 Minuten). Auch dieser Ölanschluß sollte jetzt wieder öldicht sein!
Morgen werd ich erstmal nur eine kleine Probefahrt machen und dann schauen. Ist dann keine Auffälligkeit bezüglich Ölverlust, werde ich eine umfangreiche machen.
Mal schauen, wie´s ausgeht.

Gruss. Günter   

Offline Sartene

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #7 am: 22. August 2017, 23:54:41 »
Hallo Günter,

ziehe meinen Hut vor so viel Gleichmut und Gelassenheit! Respekt. Und ich finde Deine Gedanken sehr sympatisch. Die 660er darf nicht sterben! Finde ich klasse!!
Dennoch.....ich persönlich finde, so ein Motorrad lebt vom Motor. Wenn der nicht richtig läuft, ist es nur die halbe Miete. Ich bin sicher, die Dichtungen, es gibt sie als Komplettsatz für den Motor, sind deutlich günstiger als gedacht. So ein Einzylinder ist im Grunde auch schnell zerlegt und dann sieht man, was zu tun ist. Viele Teile bekommt man als Gebrauchtteile für kleines Geld. Und wenn am Ende dann der Motor wieder schnurrt, dann kommt ein ziemliche geiles Gefühl der Lust und der Zufriedenheit in einem hoch!

Also.......mache wie Du meinst, Du wirst das richtige tun, aber der Motor sollte früher oder später überholt werden. Dann fängt der Spaß erst richtig an. Auch wenn die 660er immer gern stiefmütterlich behandelt wurde, der Motor ne olle, leistungsschwache Kamelle ist, er brachte mir immer Spaß und das Mopped ist sooo einfach zu fahren. Sie fährt mit einer großen Leichtigkeit.......der vibrierende Motor....das Rasseln......all das macht den typischen "Sound" der Mama Yam Einzylinder aus.

Machet Jung!

Beste Wünsche begleiten Dein Projekt und ich werde fleißig folgen!

Kaleu   /tuar/

 /tewin/
Ténéré?  Na was denn sonst??!!!!!

Offline Guenter

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #8 am: 24. August 2017, 00:33:00 »
So, hab heute eine umfangreiche Probefahrt gemacht. Ca. 60km und das nicht in "kurze Hose Holzgewehr".
Sie fährt richtig gut!!!
Was am meisten genervt hat, war die Einstellung des Ganghebels: Mit meinen Motorradstiefeln war der einfach zu weit unten. Hab´s heute abend gleich geändert.
Leider ist sie immer noch ölundicht, aber wesentlich weniger. Die getätigten Reparaturen (Gewindebuchsen mit neuen Hohlschrauben) waren erfolgreich.
Ersichtlich ist eine Ölundichtigkeit am Flansch für den Drehzahlmesser. Einen dafür benötigten O-Ring hab ich nicht da, aber ich hab die aufliegende Fläche provisorisch mittels Dichtmasse abgedichtet - natürlich wird langfristig ein neuer O-Ring verbaut!

@ Sartene: Der Motor mit seinen über 90.000km läuft perfekt! Es fehlt nur der zweite Gang. Selbst die Ölundichtigkeit wäre für meine Nutzung noch akzeptabel.
Ich bedanke mich für deine Worte!
Für das, was du meinst, hab ich eine andere XTZ660 (seit ca. 6 Jahren): "Eingraben" auf ´nem Acker und doch freikommen.
 

Mit der "Grünen" fahre ich jeden Feldweg und freue mich über jede Schlammpfütze!

Mit der jetzt erworbenen, gelb lackiert, ist die Nutzung anders: Dessen Standort ist in meinem weiteren Wohnsitz (Stadt und nicht ländlich).
Ich möchte damit mal in der Stadt fahren oder gemütliche "Überlandfahrten" machen. Mehr muß sie nicht können!

Gruss.
Günter


Offline Guenter

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #9 am: 27. August 2017, 21:52:52 »
Hallo,

so, hab jetzt einen neuen O-Ring verbaut. Der Ölverlust ist immer noch da und prägt sich aus. Ich hab nochmals alles geschaut: Es muß vom Drehzahlmesserantrieb kommen. Nach langem Überlegen kam ich zu dem Entschluß, daß ich bezüglich der Ölundichtigkeit schon das richtige Bauteil vermute, aber nicht die richte Stelle am Bauteil: Die Ölundichtigkeit ist nicht am Flansch zwischen Drehzahlmesserantrieb und Ventildeckel, sondern muß am Ausgang des Bowdenzugs sein. Nach Hochziehen der Schutzhülle bestätigte sich der Verdacht (siehe Bild):
 
Der in den Drehzahlmesserantrieb eingeschraubte Flansch des Drehzahlmesserbowdenzugs ist beschädigt. Wahrscheinlich hat schon mal jemand hier den Drehzahlmesserbowdenzug wegen eines Ölverlust tauschen wollen und war erfolglos. Die von mir benannte "Schutzhülle" dient bestimmt der Ölabdichtung zwischen Flansch und dem Bowdenzug - sie ist mittlerweile so stark ausgehärtet, daß garantiert keinerlei Dichtfunktion mehr übernehmen kann.
Also erster Gedanke: neuen Bowdenzug kaufen und einbauen. Erstmal guter Gedanke. Was ist aber, wenn ich ebenfalls erfolglos bin und vielleicht den Drehzahlmesserantrieb beschädige und den dann auch ersetzen muß: Dann wird´s richtig teuer.
Also weiter nachdenken. Nutzen, was vorhanden ist: Vom Flansch ist noch gut ein Zentimeter nutzbar. Ein Gedanke war, die vermeintliche "Schutzhülle" mittels Kabelbinder öldicht zu bekommen, was ich sehr schnell verworfen habe, weil sie wirklich keinerlei Flexibilität hat.
Nächster Gedanke: Schrumpfschlauch, aber ist der überhaupt öl- und benzinbeständig und "das hält eh nicht" und wie bekomm ich den da überhaupt drauf.
Mit dem "Draufbekommen" fand sich recht schnell eine Möglichkeit: Durch den defekten Flansch konnte man den kompletten Innenzug rausziehen. Auch war das wieder "Reinstecken" völlig unproblematisch.
Dadurch ergab sich aber eine neue Perspektive einer möglichen Reparatur.
Ich hab nach einem Schlauch gesucht, der "schmatzend" über den Aussenzug geht und flexibel genug ist ihn über den "Restflansch" zu ziehen.
Ich hab ein Stück Silikonschlauch gefunden, was den Anforderungen perfekt gerecht wird. Ich hab´s jetzt erstmal als Provisorium verbaut. Zur Fixierung am "Restflansch" habe ich Kabelbinder verwendet und eine Gummiauflage, um den Silikonschlauch nicht zu beschädigen.

Ich habe heute abend die XTZ ca. 15 Minuten laufen lassen, um mal zu schauen, ob das Provisorium was taugt und ob ich damit eine Probefahrt machen kann.
Ich denke mal JA, daß ich damit eine Probefahrt machen kann. Alleine der Probelauf ergab, daß am Drehzahlmesserantrieb keine Undichtigkeit war. Sollte nach meiner "Standardstrecke" für eine Probefahrt immer noch alles öldicht sein, so hab ich die Ursache gefunden.
Wie dann aus einem Provisorium eine dauerhafte Lösung wird, ist dann eine andere Sache.

Gruss.
« Letzte Änderung: 27. August 2017, 21:57:40 von Guenter »

Offline freddy_walker

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« Antwort #10 am: 28. August 2017, 09:06:51 »
Du hast grundsätzlich Recht - eine neue Drehzahlmesserwelle oder ein neuer O-Ring wahrscheinlich hätte keine Öldichtigkeit gebracht.
Innen zwischen Drehrzahlmesserantriebswelle und dem Drehzahlmesserantriebsgehäuse sitzt ein Simmerring - er ist wahrscheinlich undicht, wenn du Pech hast, dann ist die Drehrzahlmesserantriebswelle eingelaufen, dann nützt auch ein neuer Simmerring nichts mehr. Die Welle abzudichten hilft nicht nur kurzfristig nix.
Gruß, Frederik - der jetzt 1VJ fährt :-)
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Offline Guenter

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« Antwort #11 am: 28. August 2017, 22:52:27 »
Hallo Frederik,

dann bedeutet es, daß ich eine Ölundichtigkeit an einer Stelle beseitigen will, die nie für irgendwelche Öldichtheit vorgesehen war?!
Jetzt versteh ich alles! Und begreife, daß mein Provisorium zwar den Ölverlust stark minimiert hat, aber immer noch deutlich vorhanden ist - Ergebnis nach heutiger Probefahrt. Auch wird dann meine heutabendliche weitere Maßnahme kaum hundertprozentigen Erfolg haben können: Ich habe unter die Senkkopfschraube mit dem Kreuzschlitz einen Kupferring gelegt, damit auch dort eine Ölundichtigkeit ausgeschlossen werden kann.
Bestimmt nicht nach dem Wissen von dir die richtige Ursachenbekämpfung, aber ich werde trotzdem morgen abend eine weitere Probefahrt machen, um dessen Effekt zu testen.
Vielleicht ergibt sich daraus eine sehr wirkungsvolle Maßnahme, um bei eingelaufener Eingangswelle trotzdem den dortigen Ölverlust stark zu minimieren.
Ich werde auf jeden Fall berichten.
Allerdings werde ich jetzt erstmal schauen, wie und wo ich den Simmerring beschaffe.
Danke für die Info!

Gruss. Günter


P.S.: Was ich schon beim letzten Beitrag erwähnen bzw sagen wollte: Seitdem ich die Anschlüsse für die Öldruckleitung von der rechten Gehäuseseite (Nähe Ölfiltergehäuse) und am "Ventildeckel" saniert habe (Gewindebuchsen eingesetzt, neue Hohlschrauben mit Dichtringen) - also alles völlig öldicht ist - hat der Motor keinerlei Nebengeräusche mehr! Selbst das Kupplungsrasseln (weswegen ich den rechten Seitendeckel demontiert hatte) ist vollständig verschwunden! Dies nur zur Info.

Offline Guenter

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« Antwort #12 am: 29. August 2017, 22:52:55 »
Hallo,


wie versprochen melde ich mich heute. Die Probefahrt mit dem weiteren Provisorium hat keine weiteren positiven Ergebnisse gebracht: es ölt!

Durch Frederik animiert, hab ich die Drehzahlantriebswelle herausgezogen und dann begann es, daß all meine schon getätigten Reparaturversuche ins "ad absurdum" geführt wurden!
Beim vorsichtigen Herausziehen ist sofort ein Teil der Dichtlippe des Wellendichtringes herausgefallen und dann auch gleich die dort sitzende Feder. Gut: Dichtring defekt! Kurz vermessen (18x11x4) - Gleichen hatte ich gestern abend bei Kedo für eine andere XT gefunden.
Nach Reinigen der Welle ergab sich folgendes Bild

Im Bereich der Welle, wo sich die Lippe des Simmerings befindet sich leichte Materialausbrüche, so daß selbst eine Erneuerung des Simmerings nur kurzen Erfolg bezüglich Dichtigkeit haben kann. Hier gibt es bestimmt - auch einfache - Lösung des Füllens der "Untiefen" mit anschließendem Schleifen und Läppen dieses Bereichs.
Aber es kommt schlimmer: Ich hab die Welle in das Gehäuse gesteckt (Simmering war schon demontiert) und das Ding "klappert da nur rum". Als ich mir die unter dem Simmering befindlich Hülse genau angeschaut hatte, bedurfte es nicht mehr des Messens: völlig hin! Auch hat die Welle gelitten: Gehe ich von 11mm Duchmesser aus, so ist sie um ca. 3 Zehntel eingelaufen!
Im Konsens also so ziemlich alles Schrott - aber das Gehäuse ist gut.

Nach meiner Ansicht - Reparatur möglich: Welle um paar Zehntel abdrehen und Läppen, so daß die Untiefen nicht mehr vorhanden sind, eine neue Buchse drehen mit Anpassung auf den geringeren Wellendurchmesser und einen neuen Simmering einbauen mit angepassten Maß der Welle. 
Ich kann Drehen und habe auch eine Drehbank: Aber mit dem Ding ist sowas nicht machbar.
Ich hab dann einen gutem Bekannten angerufen, der über eine wesentlich bessere Drehbank verfügt und "berufsmäßig" auch Zugang zu modernen Maschinen hat. Nach Beschreibung "der Baustelle" sagte er mir zu, daß eine Reparatur funktioniert und er das macht. Morgen nach der Arbeit fahre ich hin und bring ihn die Teile. Und ich weiß, daß er das macht und auch perfekt.
Da mir klar ist, daß sowas bestimmt nicht "von einem auf den Tag geht" und ich fahren möchte, werd ich meine Drehbank nutzen und einen Verschlußstutzen drehen. Dann hab ich zwar keinen Drehzahlmesser, aber so schlimm ist das auch nicht!
Die Maße hab ich genommen - hier die Skizze:


Ich denke, daß ich spätestens Sonntag abend wieder fahren kann - und bestimmt wesentlich "öldichter". Sei´s mit oder ohne Drehzahlmesser


Gruss.
Günter


Offline freddy_walker

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #13 am: 29. August 2017, 22:57:39 »
Die Kreuzschlitzschraube hat keinerlei Verbindung ins ölführende Gehäuse, wenn da nicht schon jemand nachgebohrt hat... sie ist nur zur Sicherung des Bezahlmesserantriebs...
Gruß, Frederik - der jetzt 1VJ fährt :-)
XT600Z 1VJ Bj. 87, weiss-rot, 40.654km
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Original ist OK - ich fahre aber lieber.

Offline Guenter

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Antw:XTZ 660 - vom "Schachtmoped" zur ....
« Antwort #14 am: 30. August 2017, 02:16:14 »
Hallo nochmal,

nachdem ich den Beitrag geschrieben hatte und eigentlich zu Bett gegen wollte, sah ich eine Weinflasche im Altglas in meinem Flur mit einem richtig tollen Korken.
Ihr ahnt vielleicht, was kommt. Den Korken mußt ich mir erstmal anschauen und messen. Vom Durchmesser etwas zu groß, aber von der Tiefe perfekt - vielleicht ein guter Stopfen für den Drehzahlmesserantrieb? Ich hab´s verworfen, weil der Durchmesser zu groß ist und ich schon mittels Messer versucht hatte da was abzutragen. Fast schon aufgebend fiel mir meine elektrische Brotschneidemaschine ein: Auf sehr kleine Brotscheibendicke gestellt und schon passte der Durchmesser des Weinkorkens.

Und nun?! Ich konnt nicht anders: kurz vor Mitternacht hab ich die Garage aufgeschlossen und mußte probieren, ob dieser selbst geschnitzte Korken als Verschlußstopfen für den Drehzahlmesserantrieb passen könnte. Ergebnis war: Paßt gut! Und nun? Ich stand dort in Jeans, Hemd und offenen Birkenstocklatschen.
 
Hmm, Ich hab den Korken nochmal rausgenommen, alles mit Bremsenreiniger gereinigt, den Korken mit Hylomar (Dichtmasse) bestrichen und wieder reingedrückt. Dann hab ich auf die Befestigungsschraube eine M8 Mutter draufgeschoben und die größten Unterlegscheiben (Aussendurchmesser), damit der Korken axial gesichert ist - zumindest ein wenig.

Und nun: Probefahrt??!! Wenn ja, garantiert nicht meine Standardstrecke! Grund: Wenn´s nicht hält und ich den ADAC rufen muß, wird´s peinlich oder sie fühlen sich verarscht. Stellt euch vor jemand mit Birkenstocklatschen erklärt euch, daß er mitten in der Nacht liegengeblieben ist, weil der Weinkorken im Zylinderkopf nicht gehalten hat. Da schicken die "allesmögliche" - wahrscheinich wird man "eingeliefert"!
Aber es fand sich eine sehr gute Alternativstrecke, die mit leichter Steigung in die Stadt führt und tagsüber jeder meidet, weil sie viel befahren ist. Aber um die Uhrzeit ist da nichts los! Die Strecke der Steigung beträgt gut 600m. Sollte was nicht passen, muß ich nichtmal schieben, sondern nur rollen! Also Helm auf und los!
Nach ca. 12 mal "Hoch die Steigung - absteigen und schauen" und das gleiche, wenn man unten ist - hatte ich keine Lust mehr.
Der Korken hat gehalten und ich konnte auch keine gravierende Ölundichtigkeit feststellen - aber da schau ich lieber morgen früh auf die untergelegte Pappe. Eigentlich tropft sie immer fast sofort (wesentlich weniger als eine Minute nach abstellen) und ich weiß, wo das Öl davor langläuft: die Stellen waren aber trocken.

Natürlich ist und wird ein Flaschenkorken nie eine dauerhafte Lösung sein! Aber es hat mir gezeigt, daß der defekte Drehzahlmesserantrieb einen sehr hohen Ölverlust verursacht und das Verschließen des Anschlusses am Ventildeckel mit geeigneten Mitteln (also kein Flaschenkorken) durchaus auch eine dauerhafte Lösung sein kann.


Gruss und jetzt wirklich Gute Nacht.
Günter.


 

 

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