Keine allzu spektakuläre Tour für nen erfahrenen Teneristi, normalerweise. In meinem Fall kommen vielleicht hier und da erschwerende Umstände hinzu, wie z.B. dass meine Dicke auf Supermoto gestrickt ist und ich passend zur Strassenbereifung keine wirkliche Erfahrung auf Schotter habe.
Daher auch das Fragezeichen hinter der Ligurischen Grenzkammerstrasse! Wie kommt man nun auf eine solche Schnapsidee mit sonem Gerät?
Vor einigen Wochen hatte ich per Zufall zum ersten Mal ein Bild vom Tendapass gesehen: da stand sofort fest, da muss ich mal hin. Beim weiteren recherchieren war dann zu lesen, dass die letzten Kehren nicht asphaltiert sind, na gut nen paar Kehren. Zwangsläufig bin ich dann natürlich auch auf die LGKS gestossen, das schien aber doch zu havy für mich... wenigstens aber die Kasernen und das Fort Central wollte ich wenn irgend möglich doch mal erreichen.
Jetzt im August hatte ich doch glatt ne Woche frei, noch nicht sonderlich verplant. Auf wetter.com_mtvielleicht sah in der 16-Tagesvorraussicht alles sonnig aus. Also weiter gelesen und geplant. Grobes Kartenmaterial vom ADAC kommen lassen, auf MotoAlps noch Combe Laval gesehen und die Wunschliste auf Alpenrouten weiter ausgefeilt...
Die Vorfreude trübte sich zunehmends, da mit jedem fortschreitendem Tag auf bekannter Wetterseite mindestens ein Tag zunehmend eingewölkt bis verregnet wurde, bis die schliesslich ursprünglich vollständige Sonnenwoche zu einer üblen Waschküche mutiert war, lediglich der erste Tag, der Montag sah noch voll sonnig aus. Das konnte mich aber nun auch nicht mehr abschrecken, kurzerhand noch nen Garmin Zumo 220 organisiert (die Zeit war eh knapp bemessen, da wollte ich nicht noch ewig Karten auspacken, welche ich sowieso noch nicht hatte, das neue kleine TomTom schied mangels Stromversorgung aus) und am Abend vorher schnell noch den Tank gerupft um die Leitung zu legen. Sonntag Regen, Montag Start bei Sonne /-/
Passwang, Brünig-Pass, Grimsel-Pass, Abstecher zum Lac des Dix (die Staumauer soll mit einer Höhe von 285m die höchste Europas sein) weiter über den Grossen St. Bernhard-Pass ins Aostatal, hier hatte ich mir per HRS in Saint Nicolas ne Hütte reserviert.
Das war der Plan für den ersten Tag, jetzt aber erstmal ein paar Bilder, generell möchte ich eigentlich viele Bilder zeigen, die sagen ja mehr, als mein Geschwafel.
airmaria
Bild 1: Lungern-See vorm Brünig-Pass
hm, das mit den Bildern ist schon recht beschränkt, hier Bild 2: Grimsel-Pass, Blick auf Furka-Passtrasse
Bild 3: Staumauer am Lac de Dix
Gut, man sieht, Wetter top, dann noch über den grossen St. Bernhard und ich war relativ Zeitig in Saint Nicolas: allein die Anfahrt hier rauf lohnt jedenfalls einen Abstecher, schöne Piste und Aussicht. Hätte ich das Hotel jetzt ich schon gebucht, wäre ich sicher noch weiter gefahren, aber die ersten beiden Tage hatte ich eben unterkunftsmässig vorgeplant, sone Hotelreservierung ist auch keine schlechte Sache, wie sich später noch zeigen sollte. Zimmer bezogen, gutes Wetter, noch drei Stunden bis Sonnenuntergang... zack, los zum kleinen St. Bernhard Pass, schon mal antesten und anschliessend nach Gimillan im Val di Cogne, da wurds dann langsam doch dunkel. Zurück zum Hotel war ich etwas überrascht, was der Hotelier unter Garage verstand: er wies mich an, hinters Haus zu selbiger fahren, ich konnte jedoch keine entdecken, bis sich plötzlich eine unscheinbare ?Balkontür? öffnete.
airmaria
Bild 4: am kleinen St. Bernhard-Pass
Bild 5: die Garage, eine wirklich nette Geste
Jut, was Essen und nen Bierchen, Tagesplanung für den nächsten Tag. Das Wetter sollte nun langsam schlechter werden, der ursprüngliche Plan war die klassische Route des Grandes Alpes runter bis Sospel, von Süden dann zum Tendapass und Übernachtung geplant auf der italienischen Seite in Cuneo. Das wäre ne ordentliche Tagestour, aber möglicherweise schon heikel bezüglich der Tageszeit bzw. der Lichtverhältnisse am Tendapass. Und ob ich den am Mittwoch noch angehen können würde - da sollte es dann eigentlich richtig regnen - war fraglich. Also Kurzerhand umdisponiert, die neue Strecke verlief vom kleinen St. Bernhard über Col de L'Iseran und Col du Mt. Cenis zum Colle delle Finestre: über letzteren stand auf meiner ADAC Karte ?nur für geübte Motorradfahrer, teilweise Schotterstrecke?. Beste Gelegenheit also meine Fähigkeiten auf diesem Belag zu testen, die allenfalls früher mal auf dem Weg zum Stilfser Joch beim gewalzten Umbrailpass näherungsweise in Berührung abseits asphaltierter Beläge kamen.
airmaria
Bild 6: Vorbei am Mont Blanc
Bild 7: schöne Kurvenradien am Col du Mt. Cenis
Bild 8: im Waldbereich zum Colle delle Finestre ist noch alles sauber und glatt asphaltiert
Bild 9: der Schotterbreich im oberen Teil des Colle delle Finestre
Der Schotterteil sieht auf dem Bild 8 doch recht niedlich aus, ich bin mir sicher, dass es zwischendrin etwas grober war, aber vielleicht war das auch nur der Anfängereindruck. Jedenfalls hatte ich meine erste Lektion gelernt:
Lektion 1:
Am Kabel ziehn stabilisiert die Kiste und macht Laune?
ist aber aus verschiedenen Gründen limitiert.
Dem aufmerksamen Bildbetrachter dürfte nicht entgangen sein, dass sich die Wetterlage doch tatsächlich zunehmend verschlechterte, sollte die olle Vorhersage doch Recht behalten und es abends am Tendapass bereits regnen?
Auf nach Cuneo, eingecheckt, nen Eis aufm Marktplatz inhaliert und ab zum Tendapass! Die Anfahrt von der italienischen Seite war hammergeil: gross geschwungene Kehren, astreines Geläuf für meinen Umbau! Beim kurvenfressen hab ich dann wohl dich richtige Abfahrt von dieser Seite zum Pass verpasst und fand mich plötzlich in diesem urigen Tunnel wieder, auch den sollte man mal gesehen haben, wenn man schon mal da ist.
Auf der anderen Seite angekommen endlich das passende Schild erblickt und die ersten Kehren angegriffen? es war noch trocken, aber es wurde schon langsam dunkel und sonst war niemand mehr da.
airmaria
Bild10: Col de Tende (Asphaltbereich)
Jetzt kam der Schotterbereich! Es krachte manchmal schon ordentlich im Gebälk, so dass ich meine vorgewählte Geschwindigkeit doch überdenken musste. Es war auch nicht mehr ganz so einfach, wie am Colle delle Finestre. Hin und wieder schauten mich doch recht grosse und beängstigend spitze Gesteinsbrocken drohend an. Ein Reifenschaden wäre nicht gut, gar nicht gut. Zwar hatte ich ne Dose Reifenpilot in der Tasche, aber ob die helfen würde war fraglich, von grösseren Macken in teilweise nicht wiederzubeschaffenden Umbauteilen ganz zu schweigen.
Aber das war der Preis: ich wollte diesen Umbau, nun durfte ich nicht jammern, wenn ich deswegen den Hügel da nicht hochkäme, oder umgekehrt dieser mir die Karre verschrammt. Es gab nur eins, solange es trocken war und noch Restlicht vorhanden, musste ich da hoch! Was, wenns am nächsten Morgen regnen würde??? Ausserdem war ich nicht mehr ganz alleine, da gabs ja noch Kollege Murmel Tier? und ich kam oben an.
airmaria
Bild 11: Col de Tende (oberer Schotterbereich)
Bild 12: du bist nicht allein!
Und da war es: das Fort Central bzw. die Kasernen. Ich wollte den Tendapass fahren und diese schaurigen Ruinen erreichen, seitdem ich sie das erste Mal vor einigen Wochen auf Bildern gesehen hatte. Die Reise hatte sich jetzt schon allemal gelohnt, LGKS hin oder her, Regen in den nächsten Tagen, was auch immer:
dieser Anblick, welcher durch den halbseidigen Nebelglanz noch eindrücklicher erschien, diese Bilder schiessen zu können, das war es, warum ich aufgebrochen war!
airmaria
Bild 13: verlassene Kasernen am Col de Tende
Bild 14: verlassene Kasernen am Col de Tende (2)
Bild 15: verlassene Kasernen am Col de Tende (3)
Bild 16: Fort Central
Da hinten rechts ab, nach Durchfahrt durch das Gelände der zerfallenden Kasernen, da soll einer der Zugänge zur Ligurischen Grenzkammerstrasse sein, hatte ich gelesen. Ob ich da am nächsten Morgen abbiegen würde, sollte vor allem vom Wetter abhängen, bei Regen würde ich mit der Bereifung sicher nicht nochmals hier hochfahren.
Aber ob ich bei trockener Piste weit kommen würde? Na ja, ich würde es wohl versuchen, man kann ja noch umdrehen, is klar!
Für diesen Tag nahm ich die Abfahrt auf der italienischen Seite: diese ist wesentlich einfacher und vor allem bis auf wenige hundert Meter ran an die Kasernen asphaltiert, so dass man diese auch ohne die Schotterkehren besuchen könnte? das hatte ich so noch nirgends gelesen!
Nun war ich 2 Tage jeweils gut 12h on Tour, da meldeten sich so langsam die Flossen und das Hinterteil, auch der Nacken wendete sich nicht mehr ganz so geschmeidig, da war der Wespenstich in den Hals nach Verfangen selbiger im Halstuch schon fast in Vergessenheit geraten. Nach ner ordentlichen Pizza, während deren Verzehr ich sicherheitshalber mal nen paar Koordinaten der LGKS in mein Navi häxelte, fiel ich zufrieden mit einer gewissen Resthoffnung auf trockenes Wetter in den Schlaf (genau wie gleich, das war es nämlich erstmal mit dem Bericht für heute, mal sehen, ob ich morgen zum Weiterschreiben komme).
airmaria
Bild 17: das Tor zur LGKS?
Tolle Bilder. Die LGKS wird nächstes Jahr auf jedenfall eines meiner Ziele werden.
Ich habe mir auch Bilder angeschaut , einige Berichte gelesen und da stand fest das ich da hin muß ;-)
Freue mich auf die nächsten Bilder.
Gruß
Sascha
O.k., weiter gehts, Mittwoch, 11. August 2010, Cuneo, Blick aus dem Fenster um 07:26 Uhr:
trocken, Wolken im Anmarsch.
Zackig ins Bad, rein in die Klamotten, Frühstück und los! Gut dass ich mir am Vorabend die Stelle gemerkt hatte, wo die italienische Variante auf die Strasse trifft, denn Schilder zum Colle di Tenda gab es hier nicht. Ich wollte schnell hoch, solange es noch Sonnenstrahlen hatte, denn die aktuelle Wetterlage könnte jederzeit Regen bringen. Problemlose Fahrt hoch zum Fort Central, nochmal ne Runde Bilder bei besserem Licht.
airmaria
Bild 18: italienische Anfahrt zum Colle di Tenda, Wetter indifferent
Bild 19: verlassene Kasernen am Col de Tende (3)
Bild 20: verlassene Kasernen am Col de Tende (4)
Bild 21: verlassene Kasernen am Col de Tende (5)
Bild 20: nochmal ein Blick von oben auf die Schotterkehren des Tendapasses
Mit Schwung über die Schwelle durchs Tor zur LGKS, mal antesten, was da so geht. Zunächst erschien recht zügig nen Verkehrsschild, dem internationalen Verständnis nach kein Verbot, lediglich eine Warnung, denn nur dreieckig und nicht rund. Des italienischen nicht wirklich mächtig vermochte man aber erahnen, was ?Strata dissestata priva di segnaletica e barriere? in etwa bedeuten könnte: Strasse schlecht, ohne Ausschilderung und möglicherweise was im Weg?
Mehr Sorgen machte der Zettel darunter, mit fetten roten Buchstaben ?ROUTE BARREE?, sollte das etwa heissen, dass da irgendwo ein unüberwindbares Hindernis lauern sollte?
Dieser Frage wollte nachgegangen werden, also los, auch wenn es schon wieder recht neblig und wolkig wurde, das Wetter hing auf der Kippe.
airmaria
Bild 21: Warnschild
Hier im Anfangsbereich erschien mir das dann schnell doch etwas schwieriger, als was ich bisher gefahren hatte, gröberer Steine, kleine Felstreppen usw., aber dennoch mit meinem Fahrgestell zu bewältigen. Schnell lernte ich dazu:
Lektion 2:
Der bessere Track ist (fast) immer näher am Abgrund!
Also bewegte ich mich meist nahe am Rand zum Tal, hatte aber nicht das Gefühl, hier irgendetwas nicht im Griff zu haben, ausser dem Wetter! Wenn es regnen würde, dann hätte ich mit der glatten krallenlosen 190er Hinterhand wohl arge Probleme. Wahrscheinlich müsste ich die Dicke dann zurücklassen und auf Wetterbesserung hoffen, aber nun gut, no risk no fun, wie immer im Leben.
airmaria
Bild 22: 190er Strassenwalze auf LGKS
Zwischendurch Sonnenstrahlen, dann wieder Nebel und dicke Wolken, aber trocken und warm. Mangels ordentlichem Fahrtwind, mehr als zweiter Gang war nicht, kam ich glatt etwas ins Schwitzen, der vollgepackte Rucksack auf dem Rücken tat sein Übriges dazu. Wie war das mit dem Jammern? Nein, ich wollte auch das Heck umbauen, also habe ich eben keinen Gepäckträger mehr und muss meine Klamotten selber schleppen, Diskussion fertig.
Nach wenigen Kilometern tauchte wieder ein Schild auf: das dreieckige mit bekanntem Text, garniert mit einem runden?! Sollte das die Androhung eines Fahrverbotes werden, oder sprach die fehlende Schranke für eine Freigabe?
Noch während ich so sinnierte, ob ich nicht vielleicht doch umkehren sollte, hörte ich in der Ferne Lebenszeichen: das war doch Zweitaktgeräusch! Für den einsehbaren Streckenabschnitt, für welchen ich bestimmt 5 bis 10 min gebraucht hatte, benötigte die Horde Einheimischer auf ihren Knatterkisten gerade mal 2 min vielleicht. Egal, ich winkte, sie winkten zurück und viel wichtiger: sie fuhren ohne zu zucken an diesem runden Stück Blech vorbei! Also hinterher?
airmaria
Bild 23: Durchfahrt verboten?
Bild 24: Einheimischer Knattermaxe mit artgerechter Haltung seines Geländegefährtes
(...fährt im nächsten Augenblick locker am runden Schildchen vorbei!)
Vielleicht an dieser Stelle ein kleiner Beitrag zu meinem Zumo 220 Navi: ich hatte verschiedene Punkte der LGKS koordinatenmässig erfasst, wie z.B. als nächstes Zwischenziel den Colle di Perla. Das Gerät zeigte fortwährend ?bitte Wenden? und schlug mir irgendwelche abstrusen Umgehungen vor, die kaum besser befahrbar sein konnten.
Machte aber nichts, auf 2D umgeschaltet und Vergrösserung so justiert, dass man das Ziel und die Richtung grob im Auge behalten konnte. Dies war schon eine Hilfe, denn so habe ich nicht diesen ominösen ?Scheitel? verpasst, den viele in ihren Berichten als ?leichte Zwischenerhöhung? nicht bemerkten: es gibt nämlich dort einen kurzen 10m Seitenstich, dort kann man dann auch den Wink mit dem Zaunpfahl erkennen.
airmaria
Bild 25: Colle di Perla, Hinweisschild
Jetzt wollte ich natürlich auch weiter, unbedingt die berühmte Kehre am Col de la Boaire erreichen, was sollte mich jetzt noch aufhalten? O.k., wenn ich mal den Schwung verloren hatte, weil die Felsen oder die Stufen zu gross wurden, um dort mit halbwegs materialschonender Fahrweise drüberzukommen und ich im Zweifelsfall komplett angehalten hatte, konnte es schon mal kritisch werden:
die glatte Hinterhand verlangte zum Anfahren am Widerstand nach mehr Anpressdruck, welchen ich schliesslich bereitwillig durch entsprechende Gewichtsverlagerung meines Allerwertesten nach hinten zur Verfügung stellte. Da wäre ein Springen des Bockes an der ein oder anderen heiklen Stelle möglicherweise durch Wahl der nahezu direkten Fahrspur Richtung Erdmittelpunkt quittiert worden, für diesen Fall hatte ich mir dann nachgeben und loslassen vorgenommen? aber so weit kam es dann glücklicherweise nicht: ich schaffte es bis zur Kehre!
airmaria
Bild 26: Col de la Boaire (1)
...und passend zur beeindruckenden Streckenführung und Landschaft kam auch noch die Sonne mehr und mehr raus, da musste ich erstmal fürne ordentliche Fotosession unterbrechen!
Bild 27: Col de la Boaire (2)
Bild 28: Col de la Boaire (3)
Bild 29: Col de la Boaire (4)
Bild 30: Col de la Boaire (5)
Bild 31: Col de la Boaire (6)
o.k., o.k., irgendwann muss gut sein... eins noch, aber dann ist schluss! /angel/
Bild 32: Col de la Boaire (7)
Ich habe mich sicher ne gute halbe Stunde an diesem besonderen Fleckchen Erde aufgehalten. Zwischendurch kam mir glatt ein Reiseenduro-Duo entgegen, mit dabei eine ST im Normalzustand. Diese befuhren die Ligurische Grenzkammerstrasse von Süden her, der nette ST-Treiber fragte mich, wie ich denn mit der Bereifung so zurecht käme. Ich hörte mich sagen: ?och, geht besser als gedacht, nach dem, was ich gelesen habe, müsste ich auch schon das Gröbste hinter mir haben?? Also falls du das hier jemals lesen solltest: sorry für die Fehlinfo, ihr hattet das Gröbste hinter Euch, auf mich wartete noch die eine oder andere Überraschung. Denn das war ja wohl klar, Umdrehen war eh (nicht mehr) angesagt!
airmaria
Bild 33: es wurd doch noch etwas wilder, auch wenn sich das im Bild nicht so gut darstellen lässt
Bild 34: an dieser Stelle sollte man sich vielleicht dann doch besser nicht nicht aufschaukeln lassen, geht relativ zackig abwärts
Bild 35: auch bekannte friedliche Hindernisse, beweglich, waren vor Ort gesichtet worden
Weiter gings zum Colle Malaberghe! Irgendwie hatte auch ich vorher gar nicht mitbekommen, dass dort Stellen mit SG 4-5 vorzufinden wären. Aber was ich nicht wusste, konnte mich nicht heiss machen und nen wirklichen Unterschied hab ich dann auch nicht mehr gemerkt und war recht schnell am Col des Seigneurs.
airmaria
Bild 36: berühmter Überhang an der Cima di Pèrtega (1)
Das Wetter schien mir jedenfalls immer die richtige Dramaturgie bescheren zu wollen...
airmaria
Bild 37: berühmter Überhang an der Cima di Pèrtega (2)
Weiter südlich wurde es zwischendurch waldig, hier konnte ich es sogar phasenweise richtig krachen lassen und das Tempolimit von 30 km/h (was da hinten rechts so grad noch erkennbar an den Baum genagelt ist) überschrei? ähh, erreichen.
airmaria
Bild 38: Fichtenwald im Süden der LGKS
Bald war ich dann an der Kreuzung, links nach Monesi oder rechts hoch auf den Monte Saccarello. Das Denkmal gehört doch irgendwie auch noch dazu, also rechts ab und hoch auf den letzten Hügel.
airmaria
Bild 39: Kehren hoch zum Monte Saccarello
Mein letztes Ziel auf der LGKS: Monumento al Redentore, das Erlöserdenkmal.
airmaria
Bild 40: Erlöserdenkmal
Ja, so weit so gut, das war meine Tour über die Ligurische Grenzkammerstrasse. So weit erkennbar, hatte ich auch keinen grösseren Materialschaden erlitten.
airmaria
Bild 41: Zustand des Hinterrades nach LGKS: staubig, aber intakt
Aber der Tag 3 meiner Tour sollte noch lange nicht rum sein, es war ja auch erst gegen Mittag. Also neues Ziel ins Navi eingegeben, ich wollte nach Möglichkeit noch über den Col de Turini. Also erstmal nach Sospel. Nun war ich aber auf der italienischen Seite runter, ich fuhr und fuhr und fuhr, es wurde wärmer, ich musste Tanken, da war was Blaues?
airmaria
Bild 42: das Meer!
Hm, ich war in Imperia und ein Blick auf die grobe Karte klärte schnell auf: hier wollte ich so nicht unbedingt hin. Am Wasser weiter nach Sanremo, dort konnte ich immerhin schön das ein oder andere innerstädtische Duell mit ortsansässigen Rollercliquen ausfechten, mit Auto wäre ich wohl dort noch einige Stunden länger festgehangen. Im Augenwinkel erblickte ich plötzlich einen Dampfstrahler an einer Tanke, saugute Gelegenheit, den Staub loszuwerden. Selber bedienen war nicht, ne Komplettwäsche sollte 15 Euro kosten.
Aufgrund meiner Erfahrungen mit festgefressenem Pistenstaub aus Portugal liess ich die Jungs machen. Sie gaben sich auch grosse Mühe, sprühten hier ein Mittelchen, da eine Lösung, wuschen wieder von Hand, dampften ab, lederten, bliesen mit Druckluft heikle Stellen aus? und irgendwie stellte ich am Ende fest, dass die Karre zwar ordentlich sauber war, aber meine polierten Aluteile auch ein wenig matter durch das scharfe Reinigungszeugs.
Lektion 3:
Waschen kann gefährlicher sein, als LGKS!
Gut, kein Beinbruch, würde sich wohl wieder richten lassen. Schwenk nach Norden, ab nach Frankreich.
airmaria
Bild 43: Waschen in Sanremo
Bil 44: im Gegensatz zur Dicken blieben die Füsse staubig
Das hatte nun alles etwas Zeit gekostet, am Abend erreichte ich dann endlich die Piste zum Col de Turini. Es hatte wohl ordentlich geregnet, die Strasse war nass, aber schon wieder am trocknen? besser so, als Wasser von oben, also rein in die Kurven.
Was war das nun?! Meine Vorderbremse hatte neuerdings 2 Druckpunkte: bis zum ersten spürbaren Widerstand nur leichte Bremswirkung, selbst bei vorsichtigster Kraftdosierung von dort aus plötzlich einsetzende starke Verzögerung. Eine Kombination, die man sich auf nasser rutschiger Piste nicht so wirklich wünscht, nach mehrmaligem kräftigen Betätigen verschwand das Phänomen zwar für eine kurze Zeit, kam dann aber wieder. Auch ein Waschschaden, oder doch eher Staub an den Kolbengummis, oder sonstwas?
Was auch immer, ich musste weiter, es drohte jederzeit zu regnen und es wurd langsam dunkel?
airmaria
Bild 45: rauf zum Col de Turini
Es wurde langsam Zeit, den Tag zu beenden: das Wetter drohte wieder Richtung Regen zu drehen.
Bild 46: aufziehende Nebelfelder und Regenwolken am Col de Turini
Gegen 20 Uhr war ich oben am Col de Turini angelangt, dort hatte es drei Herbergen: die erste voll belegt, die zweite? usw.
Nichts zu machen, das war die Sache mit der Reservierung. Ne Cola geschlürft und dann weiter, auch wenn sämtliche Knochen und andere Baugruppen so langsam nach Auszeit riefen, ich fuhr zwangsläufig weiter schon mal grob in die Richtung der weiteren Planung? es wurde dunkler und begann immer stärker zu regnen?
airmaria
Bild 47: würde ich in diesem malerischen Örtchen unterschlupf finden?
Kaum bog ich um die Ecke in dieses Örtchen (La Bollène-Vésubie) ein, prasselte es aus allen Eimern nieder... ich konnte mich gerade noch unter ein Festzelt - für welches Volksfest auch immer ursprünglich dahingestellt - flüchten. Dort traf ich einen Einheimischen älteren Herrn, Hotels bzw. freie Betten gäbe es hier nicht mehr, soweit meine nicht vorhandenen Französisch-Kenntnisse eine Deutung der Laute zuliessen.
Jetzt schlug die Sternstunde meines Navis: Points of Interest abgerufen, schon flackerte ne Liste der naheliegenden Schlafmöglichkeiten aufm Schirm. Nachdem der starke Schauer nach ca. 30 min im Wesentlichen abgeklungen war, fand ich so in Lantosque Unterschlupf.
Puh, was ein Tag, kein Mittagessen, kein Abendessen, koordinations- und kraftmässig kaum noch in der Lage den Zündschlüssel sinngerecht zu betätigen, aber ich hatte die LGKS geschafft. Ich! Nicht irgendwer, der mit Stollenreifen geboren wurde und abschätzig meint, die LGKS sei ne ordinäre Strasse, kein Gelände? Nein! Ich mit meinem dicken Ungetüm ohne jegliche Offroaderfahrung hatte mich dort hinbegeben. Nicht, weil es Sinn machte? sondern weil ich es wollte! Gute N8!
airmaria
Hallo airmaria
Sehr schöner Bericht mit tollen Bildern und RESPEKT , das Du das mit Deiner Straßenbereifung so gut hinbekommen hast .
Gruß
Mario
Danke für die Blumen, aber die Tour ist noch nicht ganz fertig, auch wenn das Highlight sicherlich die LGKS war:
es sind noch 2 von 5 Tagen übrig, für Tag 4 standen die ?AchtundZwanzigNullZwei? auf dem Menüplan, ja, wenn das Wetter denn mitspielen würde. Der angekündigte Regen war schliesslich am Vorabend gekommen und hätte mich nun die letzten 2 Tage den Voraussagen nach begleiten sollen. Üblicher Kontrollblick direkt nach erstem Augenaufschlag aus dem Fenster: blaue Anteile am Himmel und Sonnenstrahlen! Schnell Kilometer fressen, solange noch solche Konditionen vorherrschten.
Über den Col St-Martin und einem Abstecher zum Col de Laval près Isola (hier war oben tatsächlich Durchfahrt verboten und Umdrehen angesagt) ging es weiter Richtung maximaler Vergaserbelastungsstrecke?
airmaria
Bild 48: früh morgends am Col de Laval près Isola, streckenweise noch feuchtes Geläuf aber Wetter wieder schön!
Die 2802 stehen für den Col de la Bonette, den ?offiziell höchsten legal befahrbaren Pass der Alpen?. Naja, hoch allein ist ja nun nicht schwierig, es sei dann, man ist ST-Treiber:
mit Originalbedüsung hatte meine Dicke vor Jahren schon erste Schwierigkeiten bei ?schwindelerregenden? Höhen grösser 1000m bekundet, welche sich ab 1200m in schwerwiegende Asthmaanfälle wandelten und bei ca. 1500 Höhenmetern in totalen Kreislaufkollaps und Unfahrbarkeit gipfelten.
Nach Implantation eines Dynojet Stage II Kits einschliesslich zugehöriger K&N-Filterchen hatte ich diese Höhenkrankheiten immerhin um fast 1000m nach oben verschieben können. Vor einiger Zeit am Stilfser Joch litt meine ST dann auf den letzten 200 Höhenmetern jedoch immer noch unter erheblicher Verfettung und verschluckte sich heftigst unter allzu forschem Gasgeben. Daraufhin hängte ich die Nadeln noch eine Kerbe tiefer, bin seither aber nicht mehr so extrem hoch gewesen. Der Durchschnittsverbrauch hatte sich nebenbefundlich bei gleicher Fahrweise auf fast die Hälfte im Verhältnis zur Originaleinstellung reduziert, das konnte doch fast nicht mehr zu fett sein?!
Der Col de la Bonette würde den richtigen Prüfstein abgeben. Nach zunächst holprigem Einstieg entfaltete die Stecke mehr und mehr Rennasphaltqualitäten, sehr schöne Gegend, klasse Kurven, welche sich unter stetiger Steigung den Berg hinauf schraubten?
airmaria
Bild 49: verlassene Kaserne Camp des Fourches, hier geht die Strecke dann mitten durch
Bild 50: schon fast oben auf dem Col de la Bonette
Diesen Hügel müsste sich jeder, der an seiner ST Vergasereinstellarbeiten vornimmt und kein Lambdamessgerät und ähnliches zur Hand hat, vor die Haustüre wünschen: alle paarhundert Meter zeigte ein auch während der Fahrt sehr gut lesbares Schildchen die aktuelle Höhe an!
2600m: erstes leichtes Murren bei zu starkem Zug am Kabel
2750m: Beschleunigung aus der Kehre heraus nicht mehr zu empfehlen, erstes Verschlucken
2802m: dennoch gut erreicht unter vorsichtiger Gas-Dosierung auf den letzten Metern
Oben angekommen bildeten die Massen eine Traube um ein Steinstückchen, die Felsnadel mit Gedenktafel zu Ehren der Strassenerbauer auf 2802m. Jeder liess von sich das obligatorische ?Ich-habe-den-Berg-besiegt-Foto? knipsen, niemand dort wird wohl auch nur annähernd die besonderen Schwierigkeiten für einen ST-Treiber nachvollzogen haben können? o.k., den gequälten Radfahrern wollen wir auch noch ein wenig Respekt zollen.
airmaria
Bild 51: regelmässiger Höheninfoservice
Bild 52: Siegerpose: ST auf 2802m
Weiter ging es über den nahegelegenen Col de Restefond dem eigentlichen Abschlusshighlight der 5-Tagestour, der Route de Combe Laval, entgegen. Irgendwie hatte ich mir dafür nur irgendeinen Punkt grob im Zielbereich in meinem Navi markiert, auf der D199. Den Rest würde ich dann schon vor Ort aufsuchen, hatte ich mir wohl gedacht, wenn ich nochmal so im Nachhinein drüber nachdenke. Diese Tagestour sollte auch eigentlich nicht ganz so lang sein, wie die anderen. Vielleicht war es auch wegen des Col de la Machine als zentralen Verkehrspunkt in der Nähe, der alleine schon wegen seines Namens befahren werden wollte und auch wirklich schön war.
Beim Abbiegen auf die D199 trieb mir ein olles Schild Angstschweiss auf die Stirn: da stand was von wegen geschlossen, aber bis irgendeine Aussichtsplattform frei? oder so ähnlich?!
Konnte doch nicht sein, dass ich hier nen hunderte Kilometer langen Schlenker hinlege und dann das Objekt des Begehrens nicht zugänglich sein würde! Das konnte nicht wahr sein!!! Kräftig am Kabel ziehend näherte ich mich dem vermeintlichen Ziel.
airmaria
Bild 53: gesperrt?!
Gesperrt, wirklich gesperrt? Nein, ich schob das Git? ähm, Quatsch, sowas würden wir doch niemals tun! Nochmal! Also, ich näherte mich mit maximal zulässiger Geschwindigkeit, als plötzlich und unverhofft ein Zaun die Strasse versperrte. Vor Schreck griff ich kräftig in die Bremse, worauf sich mein Vorderrad mit vollständiger Blockade bedankte. Daraufhin verlor mein Hinterrad den Bodenkontakt und zog den Rest der ST einschliesslich des Betreibers in die Höhe, unter formvollendeter Vorwärtsrolle überwanden wir so das Hindernis und landeten sicher, wenn auch ein wenig verdutzt, auf der anderen Seite?
Mir blieb ja nun nichts anderes übrig, als weiter zu fahren, denn hinter mir war der Weg versperrt. Ich schaffte gerade nur eine einzige grössere Kurve, dann war es aus!
airmaria
Bild 54: massiver Felssturz
Über diesen massiven Felssturz konnte ich die Dicke nun wirklich nicht schieben, das war utopisch! Angestrengt versuchten meine grauen Zellen eine Weg-Zeit-Berechnung aufzustellen: würde ich irgendwie aussenrum noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang zu dieser atemberaubend in den Fels gehauenen Strecke gelangen können, welche ich recht bald hinter diesem Felsenhaufen vermutete? Vielleicht liesse sich ein dortiges Zäunlein mit einem ähnlichen Stunt bezwingen? Oder besser zu Fuss von hier aus die Strecke begehen? Zu Fuss? Nö, noch war Licht, es könnte klappen, also fahren. So kurvte ich im Abendlicht durch das wunderschöne Gebiet Vercors?
airmaria
Bild 55: Aquädukt von Saint Nazaire en Royans mit Schaufelraddampfer
Bild 56: Vercors im Abendlicht
Bild 57: Col de Tourniol
Es wurde doch wieder später und später, da kam dann der vermutete Zaun. Die Sonne stand schon recht tief, das Hindernis war leider von besserer Qualität, also doch zu Fuss. Geröll hier und da, es sah nicht so aus, als ob hier irgendjemand in nächster Zeit Anstalten machen würde, diese Strasse wieder in einen befahrbaren Zustand zu versetzen.
airmaria
Bild 58: Zaun, die Zweite, diesmal keine Chance!
Bild 59: überall Steinschlag, der Felsturz im Hintergrund schon wieder erkennbar
Bild 60: selbst das Warnschild "Achtung Steinschlag" war selbigen gegenüber nicht gefeit
Bild 61: Feslsturz von der anderen Seite her erreicht
Richtig, ich hatte die Strecke nun von der anderen Seite her bis zum Felssturz komplett begangen? aber wo waren diese wildromantischen Kurven? Jedenfalls nicht hier! Das bedeutete auf der einen Seite, sie waren vielleicht doch befahrbar, auf der anderen Seite aber, sicher nicht mehr heute, denn die Sonne ging unter und ich war für diesen Moment ein wenig orientierungslos. Also Navi an, POI?s rausgesucht: praktisch nur den kleinen Col de Tourniol im Dunkeln wieder runter rollen, da sollte sich eine Schlafmöglichkeit ergeben.
airmaria
Bild 62: Licht am Ende des Tunnels
Auch diese Hütte war leider völlig ausgebucht, aber die Hauswirtin äusserst nett! Sie telefonierte in der Gegend herum, bis sie eine Bleibe für mich ausfindig gemacht hatte, die etwa 10km entfernt sein würde. Dann staunte sie nicht schlecht, als sich diese Adresse in meinem kleinen Leuchtkasten schnell ausfindig machen liess und sie sich eine ausführlichere Wegbeschreibung sparen konnte. So ins Gespräch gekommen, sie hatte in der Schule Deutsch gelernt, erfuhr ich dann auch, dass dieser Felssturz bereits am 07. Mai 2010 runtergekommen war und man bis zum nächsten Frühjahr warten wolle, bevor irgendwelche Sanierungsmassnahmen ergriffen würden.
Anschliessend begab ich mich zu meinem Nachtquartier, einem scheunenähnlichen Gebilde mitten im Nirgendwo, auch hier empfing mich maximale Gastfreundschaft und wieder eine nette Garagengeste. Anhand der ausliegenden Prospekte konnte ich nun auch meinen Orientierungsirrtum verifizieren, ich versorgte noch mein Navi mit den nötigen Informationen für den nächsten Tag und hoffte weiterhin auf die Gnade des Wettergottes: denn entgegen aller bösen Vorahnungen und schlechten Voraussagen war es den ganzen Tag trocken geblieben.
airmaria
Bild 63: Garage, die Zweite?
Freitag 13.08.2010, Tag 5 und somit letzter Tag der Reise, abends 18:00 musste ich spätestens wieder in Basel sein ? yeah, immer noch trocken! Zweiter Versuch zur Anfahrt der Route de Combe Laval. Die Gegend insgesamt wirklich sehr schön, aber die Strassenzustände für Mopedfahrer teilweise abschreckend: als Hauptreparaturmassnahmen wurden überall Flickenteppiche unter übermässigem Einsatz von Rollsplit gelegt. Rollsplit ist wirklich mal eine Scheisserfindung! Also Gas runter, ich wollte doch nicht am letzten Tag noch zu unfreiwilligem Bodenkontakt gelangen.
Endlich konnte ich bereits von Weitem den Anfang jener Wahnsinnsstrecke erkennen, welcher sich mit einem in den Fels gehauenem Tunnelchen in den massiven Brocken an dessen Abgrund zur Schau stellte. Diese Streckenführung kann man nicht nur als Meisterwerk des Strassenbaus bezeichnen, nein, es ist schlichtweg ein Kunstwerk!
?und klar, es war ausgeprägte Fotosessiontime!
airmaria
Bild 64: Route de Combe Laval (1)
Bild 65: Route de Combe Laval (2)
Bilder sagen einfach mehr als Worte...
Bild 66: Route de Combe Laval (3)
Bild 67: Route de Combe Laval (4)
Bild 68: Route de Combe Laval (5)
Bild 69: Route de Combe Laval (6)
Bild 70: Route de Combe Laval (7)
Bild 71: Route de Combe Laval ( 8 )
Eine gewisse Schwindelfreiheit ist schon von Vorteil, auch beim Rauslehnen zum Fotografieren...
Bild 72: Route de Combe Laval (Nr. 9 und das Letzte)
Einziger Haken dieses Bauwerks: viel zu kurz, es müsste endlos so weitergehen! Daher hatte ich mir mit Gorges du Nan noch einen weiteren direkt aus der Felswand herausgesprengten Vertreter solcher Strassenführung ausgesucht und befahren, auch fast so schön und etwas länger. Wegen der ein oder anderen Fotopause war es nun doch schon fast Mittag, auf dem Programm standen als Zusatzhappen für den Rückweg noch Col du Joly und ähnliche Brüder aus der Gegend auf der Karte.
Beim Pizzafuttern zum Ausreifenlassen der Wegentscheidung musste ich fortgeschrittene Griffelpest diagnostizieren: ausser zum Kuppeln, Gasgeben und Bremsen waren die Finger inzwischen kaum mehr einsetzbar, das Pizzamesser bedurfte z.B. einer etwas aussergewöhnlichen Haltung. In Anbetracht dieser Umstände in Verbindung mit zunehmender Wolkendichte um die Gebirgszüge in angepeilter Himmelsrichtung entschloss ich mich dazu, den direkten Heimweg anzutreten: ich hatte alles Wichtige gesehen, was ich mir vorgenommen hatte, und der Wettergott hatte es nun wirklich gnädig mit mir gemeint.
So ging es direkt über Genf nach Lausanne, dann schlängelte ich mich durch den Feierabendstau um Bern und zum guten Abschluss nochmals Passwang.
Das war meine kurzfristig aus dem Bauch heraus gestemmte ?Basel-Tendapass-LGKS!-2802m-CombeLaval-Basel in 5 Tagen? Tour.
airmaria
PS: versprochen, jetzt ist fertig mit Bilderspammen
@ Airmaria
Ich fand es toll, jeden Tag was schönes zum Ansehen und Lesen, hat was besonderes, D A N K E für die Mühe.
Und Respekt für die Aktion mit DIESEM Hinterrad, aber die Maschine ist halt einfach die Beste !!!
/tewin/
Enduroteufel /devil/
Thomas
Ein Lob auch von mir.
Das war gut zu lesen und jeden Tag etwas.
Bedankt!