Moin Leute!
Meine 3AJ hat Leistungsprobleme bei höheren Geschwindigkeiten. So ab 120/130 fängt der Motor an zu stottern und nimmt kein Gas mehr an. Wenn man langsamer wird, verschwindet das Problem wieder.
Was mir so auf Anhieb einfällt:
- Tankbelüftung. Kann die Verstopfen? So wie ich den Tankdeckel verstehe hat der ja relativ viele Belüftungslöcher, so dass es mir eher unwahrscheinlich erscheint.
- Vergaser. Neulich habe ich die Sprithähne gereinigt und die waren recht kniestig. Würde mich nicht wundern, wenn es im Vergaser ähnlich aussieht. Ich habe die Tenere letztes Jahr übernommen und kenne die Vorgeschichte nicht - d.h. weiß auch nicht, ob der Vergaser schon mal gewartet wurde (46tkm auf dem Tacho).
Was mir auch aufgefallen ist, dass im Abgas sehr viel Ruß ist (kein Öl), so dass das Kennzeichen an einer Ecke schwarz wurde. Ich meine, das hat meine alte XTZ nicht gemacht - wobei kann auch am Endtopf liegen, der ist jetzt sehr nah am Kennzeichen.
Ansonsten läuft der Motor recht gut, keine Auffälligkeiten bisher.
Bevor ich den Vergaser nun ausbaue und auseinandernehme kurz die Frage ins Forum, ob ihr noch andere Ideen habt, was es sein kann?
Danke!
Björn
Wie ist denn da der Ansaugschnorchel verlegt?
Sorry kenn die nur mit Abstand.
Bei meiner 34L hatte ich das gleiche.
Da war die Ursache, dass der Schnorchel unter der Sitzbank sich bei hoher Ansaugtätigkeit zusammengezogen hat, weil ein Stützblech innen fehlte.
Schnorchel entfernt, Problem behoben.
Grüße, Peter
Hi,
klingt nach Spritmangel ab einer bestimmten Drehzahl.
Demontiere den Tankdeckel für eine Probefahrt. Dann hast Du ein Ergebnis.
Prüfe das Innere des Tanks. Da an den Tankhähnen der tiefste Punkt ist, könnte sich dort Dreck/Rost abgelagert haben. Aber vermutlich ist dieser mögliche Dreck beim Ausbau der Sprithähne eh entsorgt worden.
Entferne vom Versager den Deckel der Schwimmerkammer, schaue, ob dieser verdreckt ist. Falls ja, schaue, ob die Düsen freigängig sind, ebenso, ob der Schwimmer freigängig ist. Und prüfe, ob das Schwimmerkammer-Niveau korrekt ist.
Prüfe die Zündspule, vergleiche die Werte mit dem Rep-Handbuch. Prüfe auch das Zündkabel, Zündkerzenstecker. Gern gehen mal die Zündkerzenstecker kaputt. Und schaue Dir die Elektrode der Zündkerze an. Verschleiß kann auch eine Ursache sein. Eine Neue ist sicher nie falsch.
Sichtprüfung des Starterkolbens (Choke)
Nun hast Du erst einmal ein paar Aufgaben......ist leider so.
Viel Erfolg
Kaleu /tuar/
/tewin/
Hallo
Wenn Du den Vergaser draußen hast schau ob über dem Schwimmerkammerventil ein kleines Sieb eingebaut ist wenn das zu ist bekommst Du gerne die von Dir beschriebenen Effekte.
Kann aber sein, daß die Ténéré keines hat, die werden nicht im Ersatzteilchip gezeigt.
Gruß
Christoph
Hi
Da hast du ja noch Glück, das du noch nicht auf der Autobahn liegen geblieben bist, wie ich einst.
Denn erst da fällt das Problem auf.
Bei höherer Drehzahl kommt nicht mehr genug Kraftdtoff nach.
Sobald du vom Gas gehst, läuft sie wieder unauffällig - klar.
Es ist das Sieb unter dem Schwimmer Nadelventil im Vergaser.
Da kommt nicht genug Sprit durch, durch langsames Zusätzen der Benzinzufuhr im Vergaser mit kleinen Fusseln.
Hatte ich schon öfters. Ist kein großes Problem, aber echt eklig.
Fehlerbehebung :
Die Schwimmerkammer des Primärvergasers (linke Seite in Fahrtrichtung) abschrauben.
Die Achse des Schwimmers ACHTUNG GANZ WICHTIG !!! - IN PFEILRICHTUNG AUSTREIBEN (Da ist ein kleiner Pfeil auf dem Achsensteg) mit einem passenden Dorn und das Nadelventil demontieren / aushängen.
Die Messinghülse, in der sich das Schwimmernadelventil bewegt mit einer Spitzzange heraurausziehen. Am Ende der ausgebauten Hülse, kannst du nun ein kleines halbrundes Sieb erkennen. Dieses Sieb ist garantiert verstopft.
Hatte ich schon bei meiner 3AJ und 1VJ öfter, sowie bei diversen Mopeds, die ich schon gewartet habe.
Richtig saubermachen und Alles wieder einbauen.
Zur Vermeidung zwei nicht zu kleine Papier Benzinfilter pro Seite vor das T Stück zwischen setzen in die Zuführleitung.
Fertig - Läuft wieder
Das Sieb siehst du auf dem Bild unten
Kannst ja mal eine Rückmeldung geben.
Gruß Ingo
Danke an
@rallye tenere,
@tam91 und alle anderen für die Hinweise.
Das Sieb war fast komplett zu. Habe jetzt Sieb mit Zulauf, die Düsen und die Schwimmerkammer gereinigt. Papierfilter hatte ich schon dran.
IMG_6185.jpg
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Wie wird bei der Tenere der Schwimmerstand gemessen und wie muss er sein? Habe leider noch kein neues WHB.
Ich hoffe, das reicht erstmal um die Karre wieder zum Laufen zu bringen. Eine komplette Restaurierung wollte ich eigentlich erst nächsten Winter machen und da auch den Vergaser mal richtig überholen.
Die Membran vom Sekundärvergaser erscheint mir etwas verhärtet und wellig. Wie sieht die im Neuzustand aus? Kann das erstmal so bleiben?
IMG_6187.jpg
Dieser Glibber entsteht durch im Sprit enthaltenen Zusatzstoffe, die das Ganze Getanke ,,umweltfreundlich" werden lassen sollen. Diese Alkohole reagieren mit den in älteren Vergasern enthaltenen Materialien wie Alu und Messinglegierungen.
Bei zukünftigem längeren Stillstand Spritzufuhr abklemmen, Schwimmerkammer demontieren und mit Pressluft (nur geringer Druck!) durchspülen, trocknen lassen und wieder alles zusammenbauen. Ist nervig, aber notwendig.
In meiner Zeit als Rennmechaniker haben wir das Methanol (ist auch ein Alkohol) bei jeder Rennpause aus dem Vergaser abgelassen.
Hallo
Methanol und Ethanol verhalten sich da schon unterschiedlich. Meiner eRfahrung nach reicht es den Benzinhahn zuzumachen und dann entweder die Schwimmerkammer leerlaufen zu lassen oder den Motor mit erhöhter Leerlaufdrehzahl laufen zu lassen bis er ausgeht.
Gruß
Christoph
mach' ich beim Vergasermopped auch so: 1,5km vor dem Ziel Hahn zu und mit stotterndem Motor die Rampe zum Schloß hoch ... ::) /-/ Seitdem keim Thema mehr mit zugesetzten Leerlaufdüsen... 8)
Morgen soll's bei uns trocken sein, da mache ich mal ne Testfahrt auf der AB. Werde berichten.
Meint ihr, ich sollte die Benzinpumpe auch mal aufmachen? Wenn der Tank und Vergaser zu waren, hängt in der Pumpe evtl. ja auch noch das gleiche Zeugs drin.
Hallo
Nö, laß zu diekann man in dem Alter nicht wirklich zerlegen ohne die Membranen zu schlachten. Wenn wirst Du vermutlich eine Neue brauchen, ich würde aber sagen der Fehler ist mit dem Schmodder in dem Sieb gefunden.
Gruß
Christoph
...so ist es - damit ist das Problem behoben.
Um dem Vorzubeugen, wie schon geschrieben, am besten pro Benzinhahnseite je einen Papier Benzinfilter einbauen und ganz wichtig bei Vergaser Mopeds, wenn man nicht täglich fährt, die Benzinhähne kurz vor Ankunft schließen und den Motor bis zum "Austuckern" laufen lassen.
Danach noch zwei/ dreimal den Gasgriff drehen, damit die Nadel die Düse nochmal reinigt.
Die Schwimmerkammer ist somit leer.
Gruß Ingo
Das mit dem Gasgeben wenn der Motor steht erschließt sich mir nicht.
Die meisten werden den serienmäßigen Gleichdruckvergaser haben und da bewegt sich nur die Drosselklappe...
Zitat von: rallye tenere am 29. Januar 2026, 22:45:55Die Schwimmerkammer ist somit leer.
Nöö. Die Kiste stirbt ab wenn die Düsen keinen Saft mehr ansaugen können. Dann ist aber immer noch ein Rest in der Schwimmerkammer.
In dem Neigel finden dann weiterhin chemische Prozesse statt und wenn der Benzinhahn geöffnet wird können diese Teile dann lustig in die Vergaserbohrungen eindringen und Siebe sowie kleine Düsen verstopfen.
...ich mache da seit nun 35 Jahren so, bei allen meiner alten Ladys auf die Empfehlung eines YAMAHA Werkstattmeisters, der sich in Sachen XT auskennt, wie kein Zweiter und bin mit dieser Prozedur immer sehr gut gefahren und behalte das auch so bei.
War ja nur ein Tipp.
Gruß Ingo
wenn man ganz sicher gehen will, kann man ja die Ablaufschrauben der Schwimmerkammern lösen und den Resttreibstoff ablassen...
Es stimmt, es bleibt ein kleiner Rest Benzin im Vergaser. Aber der ist so gering, dass er wenig Probleme macht.
Bing-Vergaser hatten immer so einen schönen Bügel unter der Schwimmerkammer, da konnte man gut feststellen wieviel Sprit noch im Vergaser war, wenn der Benzinhahn verschlossen war.
Meine Africa Twin tat sich nach etwa 14Tagen Standzeit schwer anzuspringen, wenn ich den Benzinhahn nicht schloss und die Vergaser voll waren. Dem war nicht so, wenn ich sie vorher hab leerlaufen lassen und den Benzinhahn schloss.
War echt keine Einbildung.
Bei einer LC4 war es pflicht, sonst kam nach längerer Standzeit das Ding gar nicht mehr, den 21er Schlüssel für die große Mutter hatte ich immer parat liegen, wenn ich mal wieder vergessen hatte die Kiste "leerlaufen" zu lassen.
Ich halte das System des leerlaufen lassen für effektiv und hilfreich. Wenn die Kiste aber zwei Jahre steht, dann kann sicherlich der rest, der übrig bleibt, für Probleme sorgen. Das machen aber auch gern Ablagerungen im Tank die sich nach langer Standzeit gern am Benzinhahn sammeln. Aber das ist ein anderes Problem......
Hallo
Die XTZ 750 Super Ténéré hat auch das Problem wenn sie länger als ein zwei Wochen steht schlecht anzuspringen. Wenn man ca einen halben Kilometer vor Ankunft Daheim die Hähne schließt - kein Problem mehr. Vor dem Winter mit höherer Drehzahl (4-5000/min) bei geschlossenen Benzinhähnen laufen lassen bis sie ausgeht, dann zieht sie über den Venturi Effekt die Schwimmerkammern nahezu leer. Auch bei alle anderen Vergasermühlen mache ich das so. Als Probe kannst Du ja mal bei einer mit gut zugänglicher Schwimmerkammerablaßschraube anschließen aufmachen und Du wirst feststellen daß da so gut wie nichts mehr rauskommt. Die hohe Strömungsgeschwindigkeit bei erhöhter Drehzahl saugt die Schwimmerkammer fast leer.
Das Abschrauben der Schwimmerkammer und ausblasen ist natürlich noch besser aber bei fast allen meinen Motorrädern mindestens eine Stunde Arbeit und überhaupt nicht Vergnügungssteuerpflichtig.
Hier muß man einfach sagen daß die Einspritzer da ein riesiger Fortschritt sind, da gibt es das, zumindest bisher öberhaupt nicht.
Gruß
Christoph
Gruß
Christoph
Zitat von: tam91 am 31. Januar 2026, 11:19:55[...] die Einspritzer da ein riesiger Fortschritt sind, da gibt es das, zumindest bisher öberhaupt nicht. ...
das stimmt. Sie sind - zumindest meiner Erfahrung nach - vollkommen wartungsfrei. Ab und zu lese ich von zugesetzten Einspritzdüsen, die auch getauscht werden mußten; das scheint aber nur bei älteren Modellen vorzukommen... Es gibt ja diese Reinigungssprays, welches ich einmal angewandt hab'; war aber überflüssig, da es die Ursache nicht bekämpft hat - weil da eben auch nichts war... Vergasermotoren laufen vielleicht etwas harmonischer, aber das mag auch subjektiv sein. Flachschiebervergaser sind da sicherlich nochmal anders in ihrem Ansprechverhalten und ihrer Wirkung... ;) /-/
Naja, beim Flachschiebervergaser hast du ja auch Schwimmerkammer, Leerlaufdüse, Luftdüse...
Da kommen die gleichen Probleme, wenn die Suppe ranzig wird...
das ist richtig! Ich les' nur ab und zu, dass man damit ganz gut vom Fleck kommt - hatte so 'etwas noch nie... Bei den Tiger-Fahrern gibt es wohl einen, der die Einspritzbrücke gegen "Flachis" getauscht hat; soll eine ganz andere Welt sein... Und der Blaukittel freut sich, den Umbau einzutragen ;) ;D
Na, gut, weil der flächig halt direkter geht.. übern jetzigen Spritverbrauch hat er ja dann nix geschrieben....
Also meine XTZ850 mit TDMR-40 Flachschieber nimmt sich 5,5-5,8l. Das find ich ganz ok. Mehr Spitzenleistung hat sie nicht aber untenrum, zwischen Standgas und 4000 ist sie deutlich präsenter. Das liegt eben am direkten Ansprechen der Schieber, ohne Abwarten von Druckveränderungen und gemächlichen Heben der Schieber beim Unterdruckvergaser.
Allerdings darf man dann unten kein Vollgas geben, weil bei offenem Schieber und wenig Ansaugsruck kein Benzin mitgerissen wird und die Beschleunigerpumpe nur während des Drehens am Griff zusätzlich Beinzin liefert.
Auf der andren Seite ist das alles Geschichte.
Die Tenere 700 mit Einspritzanlage kann unten bei offenen Drosselklappen einfach mehr Benzin einspritzen und geht daher unten auch viel besser.
Aber wir schweifen ab.
Alles keine 1VJ
Und bei den 600ern mag ich den Registervergaser sehr, weil er eine Kombination aus Schiebervergaser mit direktem Ansprechen und Unterdruckvergsser auf der Sekundärseite ist.
Ich hab bei den XT400-TT600 nur die erste Version mit Alukolben rechts und Aircutventil links (im Regal hab ich auch ohne Aircutventil aus der frühen 550er Zeit.
Ist ja vllt interessant für irgendjemand, aber ob das alles dem Björn wohl hilft....
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Naja, Björn hat ja das Vergasersieb verschmutzt vorgefunden und wollte nach Testfahrt berichten. Desshalb
Quatschen wir hier solange Benzin... /beer/

ok, hast Recht
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Hallo
Das besser Ansprechverhalten und Leistungvermögen der Flachschiebervergaser hat hauptsächlich damit zu zun, daß bei Brause auf auch Brause auf ist und nicht noch so ein Verquirlapparat namens Drosselklappe mitten im Luftstrom hängt. Bei 'Einspritzern wäre das auch noch mal eine Steigerung der Leistungsfähigkeit, wenn man statt Klappen eine Guilotine einbauen würde, was bei edlen Rennmotoren auch gemacht wird um die Drosselverluste zu minimieren. Im Serienbau hab ich das allerdings noch nicht gesehen, obwohl das auch den Verbrauch optimieren würde.
Gruß
Christoph