Moin in die Runde,
ich vermute mal, das ist nicht normal, aber meine Gabel ist irgendwie etwas steif geworden. Es bedarf eines gewissen Losbrechmoments, um sie zum Einfedern zu bringen, was sich auf unebener Strecke etwas knochig anfühlt. Wenn man die Gabel im Stand aufschaukelt, federt sie einigermaßen ordnungsgemäß ein und aus, aber wenn man das langsam macht, hat man das Gefühl, als raste sie an den jeweiligen Extrempunkten kurz ein, nur um dann weiterzufedern. Es gibt keine Lecks oder Macken an den Tauchrohren, die Gabel hat kein extremes Offroad erlebt und auch keine Frontalkollisionen. Alle Inspektionen sind bis jetzt durchgeführt, die 60.000er steht in Kürze an...
Löse mal die Gabelbrücken, und mal unten die Klemmungen an der Steckachse. Ist vielleicht verspannt eingebaut.
Um eine Verspannung (der Gabel ;) ) auszuschließen muß man das Mopped aufbocken und die Gabel entlasten. Dann sämtliche Klemmschrauben der Gabelbrücke und die Vorderachse lösen, aber nicht herausschrauben.
Dann gibt es zwar die Möglichkeit mit Winkel und anderen Hilfsmitteln die Gabel samt Vorderrad auszurichten, aber nach meiner Erfahrung reicht ein Schütteln am Lenker und ein gutes Auge. Dann erst die Gabel in den Gabelbrücken wieder leicht anziehen und die Ausrichtung/Parallelität dabei kontrollieren. Erst dann auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen und zum Schluß die Vorderachse anziehen.
Mach' ich jedenfalls so wenn ich Bodenproben genommen habe /devil/
Edit: Da war jemand schneller ;)
Hallo
Entlüfte mal die Gabel an den beiden Entlüftungsschrauben oben an den Stopfen, vielleicht hat sich da Druck aufgebaut. Dafür aber auch entlasten.
Gruß
Christoph
Alles klar, danke schonmal für die Tipps. Werde ich dann beizeiten mal angehen...
Zuerst unbelastet entlüften, dann probefahren. Vielleicht wars das schon und du kannst Dir die anderen Maßnahmen sparen. Immer vom Leichten zum Komplizierten, meistens isses nur ne Kleinigkeit.
Ich habe mir tatsächlich ein Lehre besorgt, um die Gabelbeine parallel auszurichten. Das war ab Werk nicht der Fall.
Zitat von: Gersty am 31. März 2026, 23:35:57Ich habe mir tatsächlich ein Lehre besorgt, um die Gabelbeine parallel auszurichten...
Gersty, eine detailliertere Beschreibung würde anderen auch was bringen.
Zitat von: Peter700 am 31. März 2026, 22:56:24Zuerst unbelastet entlüften, dann probefahren. Vielleicht wars das schon und du kannst Dir die anderen Maßnahmen sparen. Immer vom Leichten zum Komplizierten, meistens isses nur ne Kleinigkeit.
An der Gabel habe ich tatsächlich innerhalb von 60.000 km noch nie irgendwas gemacht. Welche sind denn die Entlüftungsschrauben? Die ganz oben auf dem Pickel oder die kleinen daneben? Und muss ich die ganz rausdrehen oder nur anlösen? Vielleicht kannst Du mir das Procedere kurz beschreiben...
Ganz wichtig: Vorderrad entlasten, hier hilft der Hauptständer wenn vorhanden, ansonsten Moped kurz irgendwie aufbocken, das Vorderrad muss in der Luft hängen.
Dann kurz die beiden Schlitzschrauben aufdrehen die NICHT zentral in der Mitte sitzen, sondern die kleinen daneben, meistens auf 12Uhr. Es handelt sich hierbei nur um kleine Kappen mit einem O-Ring. Nach 3-4 Umdrehungen ist die Kappe bereits offen, so dass Du sie abnehmen kannst. Vorsicht, is klein und fummelig, sollte nicht runterfallen.
WENN dein beschriebenes Gabelverhalten daran liegt, dann zischt es wenn Du die Kappen aufdrehst, ein Zeichen dafür, dass zu viel Luft drin war. Kappen wieder reindrehen und mit Gefühl anziehen, handfest reicht, nicht festknallen. Erst danach Moped wieder abbocken.
Viel Erfolg!
...Du kannst die beiden kleinen Schräubchen im Deckel der Gabel auch gegen passende Ventile austauschen. Diese regieren dann einfach und vor allem OHNE Werkzeug durch Druck aufs Knöpfchen....
Diese Ventile bekommst Du für unter 10 Euro....in China.
Oder aber hier Off-The-Road (https://www.off-the-road.de/gabel-entluefter-ventile-yamaha-tenere-700/gae-kaym5)
Funktioniert hervorragend!
Beste Grüße
Kaleu /tuar/
Mal ne Frage zu den Entlüftungsschräubchen. Dachte, ich kenne schon alles. Sind mir noch nie in meinem Schrauberleben begegnet, bis jetzt bei der T7. Warum soll diese Gabel sich mit Luft aufpumpen, welche man dann durch diese Schräubchen wieder ablassen kann ? 🤗
Hey,
zu Deiner Frage.
Luft sammelt sich im Betrieb in der Motorradgabel hauptsächlich durch thermische Ausdehnung und mechanische Reibung.
Hitzeentwicklung durch Reibung: Während der Fahrt federt die Gabel tausende Male ein und aus. Die Reibung der Dichtungen (Simmerringe) und die Bewegung des Öls durch die Ventile erzeugen Wärme.
Expansion der Luft: Die Luft im oberen Teil der Gabel (Luftpolster) wird durch diese Wärme heiß. Heißere Luft dehnt sich aus, was zu einem Überdruck im Gabelholm führt.
Aufschäumen des Gabelöls: Bei harter Beanspruchung kann sich das Gabelöl mit der Luft im Luftpolster vermischen und "aufschäumen". Nach kurzer Abkühlung bleibt diese Luft als Druck in der Gabel zurück.
Eindringen von Luft (seltener): Ein kleiner Teil Luft kann auch über die Zeit durch die Dichtungen diffundieren oder bei sehr schnellen Ausfederbewegungen an den Simmerringen vorbei angesogen werden.
Die Folge: Dieser Überdruck macht die Gabel "härter", das Ansprechverhalten wird unsensibler, und es können harte Schläge auf den Fahrer übertragen werden.
Wichtig: Daher müssen besonders Upside-Down-Gabeln (USD) regelmäßig entlüftet werden (z. B. durch kleine Entlüftungsschrauben oben an der Gabel), um den Druckausgleich mit der Außenluft herzustellen.
Hoffe, dass reicht Dir als Erklärung /beer/
Kaleu /tuar/
/tewin/
es gibt auch Schnellentlüfter-Einsätze anstelle der fummeligen Schräubchen. Diese lohnen sich vor allem bei viel Geländebetrieb - kämen also bei der Ténéré 700 kaum zum Tragen /devil/ (ist doch 1. April...) Ein Foto davon kann ich morgen erst machen und einstellen... ::)
Ich kenne ja, dass das Luftpolster in der Gabel als Federunterstützung genutzt wird, und ggfs. absichtlich aufgepumpt wird. Aber ne Gabel mit Entlüftungsschraube wie bei der T7, ist mir noch nie untergekommen. 🤗
Das war eine Wikipediaerklärung vom Feinsten. Sie kann man einfach nehmen und einstellen.
Kein Detail ausgelassen und phantastisch erklärt. Hut ab.
Toll dass es so fundierte Erklärungen hier gibt. Danke.
Jeder Crosser hat übrigens diese Entlüftungsschraube, seit Einführung der Up-Side-Down Gabel.
Soweit mir bekannt, hat White Power aus Holland die Gabel Mitte der 80iger auf dem Markt gebracht. da waren sie noch eigenständig und nicht von KTM aufgekauft.
Zitat von: ck1 am 01. April 2026, 10:11:59Ich kenne ja, dass das Luftpolster in der Gabel als Federunterstützung genutzt wird, und ggfs. absichtlich aufgepumpt wird. Aber ne Gabel mit Entlüftungsschraube wie bei der T7, ist mir noch nie untergekommen. 🤗
ich denke, da gibt es auch zwei unterschiedliche Philosophien: die einen geben 0,2 bis 0,4 bar Überdruck in das Luftpolster, um die Dämpfung zu erhöhen und zu straffen - hier brauche ich ja auch Ventileinsätze an der Verschlusskappe, nicht nur Entlüftungsschrauben; die anderen wollen ausschließlich mit der Ölviskosität und Vorspannhülsen oder -scheiben beziehungsweise mit dem Verhältnis Ölstand zu Luftpolsterhöhe am Fahrwerk arbeiten. Außerdem lassen sich bei den Upside-Down-Gabeln zusätzlich Zug- und Druckstufe justieren - in der Regel bei hochwertigen Gabeln.
Ich hatte vor einiger Zeit mal gelesen, dass die Luftunterstützung auch genutzt wurde, um das schwindende Treibstoffvolumen und damit das verminderte Fahrzeuggewicht auf Rallyfahrten auszugleichen - sicherlich nicht mehr zeitgemäß, aber klang plausibel... /-/
Hallo
Früher hatten Motorräder wie die TR1 oder XJ 900 einfach Ventile auf den Gabelstopfen und man konnte wie heute bei Mountain Bikes die Gabel aufpummpen, hatte aber den nachteil das die Simmerringe stärker angeddrückt wurden und das Losbrechmoment angestiegen ist.
Gruß
Christoph
Klingt sinnvoll...
Meine KTM 990SM hatte das auch.
Dort hatte ich auch so Entlüftungsventile und es war regelmäßig nötig da Abdruck abzulassen.
Damals hieß es, USD Gabeln sagen Luft über die Simmerringe auf.
...ich hatte an meiner 1Vj den großen Moto-Forms Tank verbaut. Da kam die Gabel nur widerwillig mit zurecht.
Ich habe damals schon die Gabeldeckel ausgebaut und ein Loch/Gewinde hineingearbeitet, Ventile rein, fertig. Mit Max 1 Bar Druck über Luftpumpe auf der Gabel, beide Ventile waren über einen druckfesten Verbindungsschlauch miteinander verbunden, konnte ich mehr als 100.000 Km abspulen. Im Gelände ließ ich die Luft ab.
Und für diejenigen, die nun behaupten werden, "dat geiht nich"...DOCH, es ging sogar super-gut und die Gabel verlor weder Luft noch leckte sie!
Kaleu /tuar/
/tewin/
Die sanfte Methode - ohne Pumpen - geht so:
- Vorderrad entlasten (Rad ist in der Luft),
- Entlüftungsschrauben abschrauben und wieder festschrauben.
Dabei entweicht ein ggf. entstandener Überdruck und man erhält 1 bar Umgebungsdruck als Luftpolster in der Gabel.
Wer kommt auch auf die Idee, sich von seiner Gabel lecken zulassen ? 🤗🤣
Das stelle ich mir in der Tat sehr unangenehm vor... ;D
Moin zusammen,
ich werfe noch eine andere Münze in den Hut:
@olba73Wie viel Staub/Sand hat Deine Gabel in letzter Zeit gesehen und wie hoch ist die Laufleistung?
Selbst Schmutz- und Ölabstreifringe können auf Dauer nicht verhindern, dass ein Eintrag feiner Sandpartikel in das weiche Metall der Gleitbuchsen im Tauchrohr stattfindet.
Übertrieben dargestellt bekommt deren Oberfläche dann die Konsistenz von Schmirgelpapier.
Also - sie bremsen irgendwann mehr, als zu gleiten.
Falls Du viel Dreck unter den Reifen hattest, könnte ein Gabelservice inklusive Tausch der Gleitbuchsen Dein Problem beheben.
Gruß
MM
Sie hat jetzt fast genau 60 auf dem Buckel. Sie hat schon öfter Offroad gesehen, aber nicht übermäßig, vor allem nicht übermäßig dreckig. Üble Schlammschlachten oder Tiefsand mache ich mit ihr nicht. Allerdings wird sie ganzjährig gefahren, kriegt also auch mal Streusalz ab...
Hi Gersty, kannst du uns noch mehr infos von der Lehre geben?
Zitat von: Gersty am 31. März 2026, 23:35:57Ich habe mir tatsächlich ein Lehre besorgt, um die Gabelbeine parallel auszurichten. Das war ab Werk nicht der Fall.
Klar.
Sogar ein Mega Angebot gefunden.
https://www.mxundroadgear.com/product/motion-pro-gabelausrichtungswerkzeug-36889/
Keine Garantie für den Shop.
Gibt's das bei Useless?
Da nimmt man ne einfache Glaspkatte oder einen Spiegel und legt das vorn über die Standrohre.
Kann man es kippeln, sind sie nicht parallel...
Zitat von: Sartene am 02. April 2026, 05:03:13...ich hatte an meiner 1Vj den großen Moto-Forms Tank verbaut. Da kam die Gabel nur widerwillig mit zurecht.
Ich habe damals schon die Gabeldeckel ausgebaut und ein Loch/Gewinde hineingearbeitet, Ventile rein, fertig. Mit Max 1 Bar Druck über Luftpumpe auf der Gabel, beide Ventile waren über einen druckfesten Verbindungsschlauch miteinander verbunden, konnte ich mehr als 100.000 Km abspulen. Im Gelände ließ ich die Luft ab.
Und für diejenigen, die nun behaupten werden, "dat geiht nich"...DOCH, es ging sogar super-gut und die Gabel verlor weder Luft noch leckte sie!
Kaleu /tuar/
/tewin/
Hatten die doch Serie
So, Gabel ist entlüftet, keine Veränderung. Es scheint auch kein Überdruck vorhanden gewesen zu sein...
Schade, es hätte so einfach sein können.
Dann als Nächstes die Gabelholme auf Verdrehen prüfen wie oben beschrieben. Bringt das auch nichts, dann hilft nur noch ne Revision.
Du könntest auch mal prüfen, wie das Losbrechmoment der einzelnen Holme ist. Achse raus, Feder lösen und dann die Tauchrohre einzeln hochdrücken.
Geht das sehr zart, sind die Gabelteile ok und die Gabel im zusammengebauten Zustand verspannt. entweder an der Achse zu weit, zu eng, oder über die Gabelbrückenteile verdreht, oder beides...
Viel Erfolg
Zitat von: olba73 am 06. April 2026, 23:46:25So, Gabel ist entlüftet, keine Veränderung. Es scheint auch kein Überdruck vorhanden gewesen zu sein...
Kannst du mal die rechte Steckachsenklemmung lösen und dann das Losbrechmoment im Stand testen?
Ist gerade bei mir eher eine Zeitfrage, aber ich versuch's...
Zitat von: olba73 am 06. April 2026, 23:46:25So, Gabel ist entlüftet, keine Veränderung. Es scheint auch kein Überdruck vorhanden gewesen zu sein...
Servus,
Ganz ehrlich, nach 60k schadet ein Gabelservice nicht.
Da ist Abrieb im Öl und sonstiger Schmodder das die Ventile in der Gabel ich sag mal verstopfen kann.
Gabel zerlegen, neue Gleitbuchsen, Simmering, Abstreifring und frisches Öl und dann kannst Du beim zusammenbauen auf die spannungsfreie Montage achten. Das ist an nem Vormittag durch.
VG Markus
Das Federbein würde ich ebenfalls nicht vergessen wollen. Wenn man mit dem Serienfederbein klar kommt, hab schon für kleines Geld bei ebay Originalferbeine mit wenig KM gesehen.
Ein Gabelservice würde sicherlich nicht schaden. Bei mir lasse ich etwa alle 20000km einen machen. Das ist etwa alle 4Jahre.
Zitat von: Sartene am 01. April 2026, 08:56:51...Du kannst die beiden kleinen Schräubchen im Deckel der Gabel auch gegen passende Ventile austauschen. Diese regieren dann einfach und vor allem OHNE Werkzeug durch Druck aufs Knöpfchen....
Diese Ventile bekommst Du für unter 10 Euro....in China.
Oder aber hier Off-The-Road (https://www.off-the-road.de/gabel-entluefter-ventile-yamaha-tenere-700/gae-kaym5)
Funktioniert hervorragend!
Beste Grüße
Kaleu /tuar/
Habe mir mal solche Ventilchen besorgt und verbaut. Kann man optisch schön finden, irgendwelchen Überdruck ablassen, kann ich bei mir nicht, weil sich eben keiner aufbaut. Ist bei mir auch die erste USD Gabel, die solche ominöse Entluftungsschrauben hat. 🤗
Zitat von: ck1 am 10. April 2026, 12:14:57Habe mir mal solche Ventilchen besorgt und verbaut. Kann man optisch schön finden, irgendwelchen Überdruck ablassen, kann ich bei mir nicht, weil sich eben keiner aufbaut. Ist bei mir auch die erste USD Gabel, die solche ominöse Entluftungsschrauben hat. 🤗
Bei 15mm Aufbauhöhe hätten einige hier sicher Bedenken mit der "Hebelwirkung". /lol/