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Autor Thema: Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?  (Gelesen 364 mal)

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Offline Reisender

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Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« am: 13. Oktober 2021, 22:25:08 »
Ein freundliches Hallo an alle übriggebliebenen Freunde der XT 660Z!
Wie angekündigt will ich hier über meine Erfahrungen mit der Ténéré im Urlaub berichten. Dies war jetzt das vierte Mal dass ich im September für 14 Tage ins Friaul gefahren bin. Jedesmal mit einem anderen Motorrad! 2018 die Suzuki DL 1000 V-Strom (BJ. 2006), 2019 die Honda CRF 1000 Africa Twin (BJ 2017), 2020 die Suzuki XF 650 Freewind (BJ 2003) und 2021 die XT 660Z (BJ 2008). Jetzt ist aber Schluss, die Strecken kenne ich mittlerweile in- und auswendig.
Die DL 1000 war ein schwerer Brocken mit geringer Geländetauglichkeit, richtige Schotterpfade habe ich mir damals verkniffen. Mit der Africa Twin war dann plötzlich fast alles möglich, die enormen Federwege und das schmale 21" Vorderrad machten die Maschine trotz identischem Gewicht zur DL 1000 wesentlich schottertauglicher. Dennoch habe ich mich von diesem edlen Teil wieder getrennt, der Hauptgrund war eigentlich die Furcht vor den immensen Erstzteilkosten sollte ich die nagelneue Maschine einmal unsanft ablegen. Ein weiterer Grund war natürlich das auf Schotter nicht wegzudiskutierende Gewicht von 231 kg, mit allen Anbauteilen + Tankrucksack war ich da bei einer Vierteltonne. Da ging es mir nach meinem Umstieg auf die Freewind schon wesentlich besser. Die dürfte mit allem Zubehör zwischen 200 und 210 Kilo gewogen haben. Der Motor ist einer der besten Einzylinder die ich jemals besessen habe, und das waren schon einige... kraftvoll, vibrationsarm, stirbt nie ab. Eine Sahnestück - im Gegensatz zum Fahrwerk. Die Freewind ist keine richtige Enduro, dafür kapitulieren die billigen Federelemente viel zu früh. Aber mit einer aufgepolsterten Sitzbank (wie bei allen meinen Motorrädern) äußerst bequem und preiswert in der Anschaffung. Mein bestens gepflegtes Garagenexemplar, werkstattgepflegt und aus Frauenhand, hat mich mit erst 16.000 km gerade mal 2000 € gekostet. Mit diesen Investitionskosten im Hinterkopf kommt man dann auf schwierigen Passagen nicht mehr so arg ins Schwitzen!
Aber dieses Jahr war ich natürlich sehr gespannt darauf, wie sich die im letzten November mit 47.000 km gekaufte Ténéré schlagen wird. Auf den ewig langen Autobahnetappen, auf den schnellen Fernstraßen, auf den allerkleinsten verwinkelten und von Schlaglöchern durchsetzten Provinzsträßchen im Zielgebiet und letztlich auch auf den den dort haufenweise legal befahrbaren Schotter- und Geröllpisten...

Auf der Autobahn bewährte sich mein Entschluss, vor Antritt der Fahrt einen neuen Kettensatz mit der 15/45 Standardübersetzung zu montieren. Auch wenn man denken könnte dass eine davon abweichende 15/46 Übersetzung keine fühlbare Veränderung bringt: Doch, das ist so. Mein Vorbesitzer hatte diese ganz leicht verkürzte Übersetzung drauf und diese hat mich von Anfang an genervt. Mit der Standardübersetzung passt alles wie maßgeschneidert. Einen schlechteren Durchzug durch die Rückrüstung auf den Standard konnte ich nicht feststellen, aber ein sehr viel angenehmeres Drehzahl- und Vibrationsniveau.
Vor dem Urlaub machte ich mir viel Gedanken, mit welcher Sitzbank ich auf diese 3000 km - Tour gehen sollte. Ich habe ja ein kräftig aufgepolsertes Exemplar welches keine Kuhle mehr aufweist (Bild bei einem meiner Beiträge im Thema "Die lästige Sitzbankkuhle") - dieses ist wahnsinnig bequem für den Hintern und ermöglicht in Kombination mit meinen tiefliegenden SW-Motech-Ion-Fußrasten einen phänomenalen Kniewinkel, lässt aber schon bei geringen Bodenunebenheiten meine Füße im Leeren baumeln: Mein Alptraum auf den Geländetouren. Also entschied ich mich für die Standardsitzbank mit dem aufgeschnallten Sitzkissen vom Sattler (Bild ebenfalls i. o. Thread) und hoffte, das mir diese Lösung auf den stundenlangen Autobahnetappen keine Gelenksprobleme bereitet. Und es hat funktioniert, sowohl auf der Straße als auch im Gelände. Nur bei ausgesprochen schwierigen Abschnitten nahm ich das Kissen runter. Bei einem Wendemanöver auf Schotter auf der Strada Panoramica del Vette hat mich die tiefe Sitzbank gerade noch einmal vor einem Sturz gerettet, da hat meine Beinlänge fast nicht mehr gereicht als die Maschine zu kippen drohte. Uff!
Ein anderes Thema war die Windschutzscheibe. Ich hatte zuvor noch eine hohe Scheibe von Givi bestellt um das saumäßig laute Serienteil zu erstzen - keine Besserung. Es bollert und wummert trotz Ohrenstöpsel und mein Kopf wird so durchgeschüttelt dass ich manchmal nur noch verschwommene Sicht habe... Zum Glück hatte mein Vorbesitzer das Problem ebenso erkannt und kurzerhand eine Scheibe drastisch abgesägt. Die Oberkante verläuft nicht viel höher als der Haltebügel über dem Cockpit. So bin ich eine zeitlang unterwegs gewesen und empfand das als beste Lösung. Bis ich darauf gekommen bin, es einmal ganz ohne Scheibe auszuprobieren. Das Resultat ist genial. NOCH leiserer. Und dieser gleichmäßige, verwirbelungsfreie Luftstrom stört mich als Fahrer überhaupt nicht. Dazu kommt, das meine mit der GoPro am Brustgurt aufgenommenen Videos keine störende Scheibe mehr im Blickfeld zeigen. Fazit: Auf die Tour habe ich überhaupt keine Scheibe mitgenommen und habe das auch kein bißchen bereut. Selbst im Dauerregen bei der Anfahrt nicht. Ich hatte eine Regenjacke angezogen und die hielt dicht. Die Goretexhandschuhe dagegen nicht. Hier hat mich bei einer Temperatur von 8 Grad aber die Griffheizung gerettet.
Jetzt aber zu meinen Erfahrungen mit den Federelementen: Ist die Ténéré die eierlegende Wollmilchsau welche die einzigartige Handlichkeit des betörenden Eintopfs namens Freewind mit einem qualitativ hochwertigen, geländetauglichen Fahrwerk verbindet? Ja, sie ist es. Obwohl ich vorne die Gabelstandrohre 2cm durchgeschoben habe, obwohl ich hinten das Heck mittels längerer Knochen der Umlenkhebel um 3,5cm abgesenkt habe hat mich das Fahrwerk dieser Maschine absolut überzeugt. Auf der Straße vertrauenserweckend stabil, auf schlechten Wegen komfortabel, auf Schotter und Geröll schluckfreudig aber durchschlagssicher. Es tut einfach was es soll, was ich von vielen meiner anderen Motorräder nicht immer behaupten konnte. Ich weiß garnicht, was man da noch mit einem teuren Fahrwerkskit verbessern könnte... aber ich bin ja kein Profi. Die Freewind dagegen hat ständig durchgeschlagen, das Befahren von Geröllpisten war ein blamables Herumeiern da sich das Vorderrad mehr in der Luft als am Boden befand. Dieses Problem hatte ich mit der Ténéré nicht, es hat wieder Spaß gemacht auf unbefestigten Wegen unterwegs zu sein. Wozu das 21" Vorderrad sicher mit beigetragen hat. Ein weiterer Vorteil ist die Anordnung von Sitzbank, Lenker, Fußrasten: Auf der Freewind war Fahren im Stehen sehr schwierig, die Fußrasten zwangen einem eine stark vorgebeugte Position auf. Die Ténéré hingegen ist für solche Aktionen konstruiert: Das Fahren im Stehen ist mit ihr problemlos über einen langen Zeitraum möglich, man hat jederzeit eine gute Kontrolle über das Motorrad. Davon habe ich mit großem Vergnügen auch Gebrauch gemacht.

Und nun noch etwas zum Motor: Der stärkste Einzylinder den ich je hatte. Nicht so super-angenehm bei den Vibrationen wie die Freewind, aber stärker und genauso verlässlich. Stirbt ebenfalls nicht unvermittelt ab wenn die Drehzahl zu tief abfällt und vermittelt in fast jedem Drehzahlbereich das befriedigende Gefühl von ausreichender Motorisierung. Diese 48 Eintopf-PS fühlen sich nicht schwach an. Das ist eher das Metier von Mehrzylinder-48 PS Motoren. Und mit einem Schnittverbrauch von 3,99 Liter/100 km auf bisher 7500 Kilometern ist diese XT 660Z eine der sparsamsten Maschinen, die ich je hatte. Einen Liter weniger als die vergaserbestückte Freewind, immer noch einen halben Liter weniger als die CRF 1000 und sogar zweieinhalb Liter weniger als die "versoffene" 1000er V-Strom!
Jetzt noch etwas zur Ergonomie: Sie passt mir mit meinen 1,85m wie ein Turnschuh, jedenfalls nach der Modifikation der Sitzbänke und dem Anbau der tieferlegbaren Fußrasten. Der Lenker ist auch schön breit. Alles in allem bietet sie für mich eine genauso passende Sitzposition wie die ebenfalls umgerüstete Africa Twin, ein ebenfalls für große Menschen geeignetes Motorrad. Die Freewind und die V-Strom waren mir hingegen zu kompakt. Die "neue" V-Strom, also die ab 2014, wurde sogar NOCH kleiner...

Als allerletzte sinnvolle Umbaumaßnahme möchte ich noch den Umbau auf eine Kompressorfanfare nennen. Das Teil hat sich hervorragend bewährt, Einsatzmöglichkeiten ergaben sich nicht nur im Urlaub. Die serienmäßige Hupe klingt in meinen Ohren wie ein betretenes Schuldeingeständnis, will man damit jemand anmeckern macht man sich nur lächerlich. Auf der Freewind hat mir eine solche ebenfalls von mir verbaute Kompressorfanfare sprichwörtlich den Hintern gerettet, als ein Lieferwagen vor mir eine Vollbremsung einlegte, den Rückwärtsgang reinhaute und auf mich zuschoss! Da war ich schon längst im toten Winkel seiner Rückspiegel... Ich gebe zu, einen Ein- oder Anbauort für dieses massige Teil zu finden ist nicht einfach und das Ergebnis nicht optimal. Man hat die Wahl ob man es in den Strom der Kühlluft für den Motor setzt oder ob man es zu nah am Krümmer postioniert so dass das Kunststoffgehäuse ankokelt... ich habe sie fernab von alledem mit kräftigen Rohrschellen am Motorschuzbügel (Yamaha Originalzubehör) befestigt, seitlich vor dem Fußbremshebel. Mag sein dass sie bei einem Sturz auf die rechte Seite abgerissen werden kann, aber das ist dann wohl das kleinere Problem.



Offline Mr.Oizo

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #1 am: 13. Oktober 2021, 22:38:41 »
Toller Bericht-vielen Dank dafür! /beer/

Wie wär`s wenn du den Winter nutzt um sie zu erleichtern?
Ein Auspuff statt zwei
Soziusrasten weg etc.
Die passt dir ja sehr gut wie man liest...und wegschrauben kost ja nix...nun ja.... der Auspuff schon.. ;)


So hab ich meine XT 600 2KF auf 143Kg gebracht-12Kg weniger wie original.

https://www.off-the-road.de/XT-660Z-otr/Endtoepfe-Kruemmer/EXAN-2in1-Schalldaempfer-X-Black-Yamaha-XT-660Z-Tenere.html
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2021, 22:45:51 von Mr.Oizo »

Offline jim knopf

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #2 am: 14. Oktober 2021, 10:30:35 »
Danke für den schönen Bericht, da möchte man sofort wieder los düsen!
Danke auch für den Vergleich der vier weitgereisten DL, CRF, XF und XTZ!

Falls Du mal wieder mit Scheibe fahren möchtest, wäre vielleicht ein Versuch mal die Schablone aus dem xt 660 de Forum zu probieren.
Ich finde die gut und kostet fast nichts.
Stichworte dazu sind Gabeltunnel oder Windkanal.

Beste Grüße und sturzfreie Ausflüge!
Jim




Offline Pete

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #3 am: 14. Oktober 2021, 10:58:17 »
wäre vielleicht ein Versuch mal die Schablone aus dem xt 660 de Forum zu probieren.
Ich finde die gut und kostet fast nichts.
Stichworte dazu sind Gabeltunnel oder Windkanal.

Jim

kann ich sehr bestätigen, habe dieses Teil bei meiner 660Z montiert und seitdem deutlich weniger Verwirbelungen am Helm
das bringt wirklich viel finde ich, und kostet nix
dazu noch ein Tankrucksack bringt weitere Verbesserung um den Wind aus dem Gabeltunnel zu reduzieren, finde ich
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Driftex user: pete

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    • Ingo`s Rallye TÉNÉRÉ Site
Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #4 am: 14. Oktober 2021, 13:04:49 »
...sag ich doch : Die XT 660 Z TÉNÉRÉ ist ein absolut tolles Motorrad. Sie kann Alles, ob nun tägliche Wege, Reisen, Gelände, oder gemütliches Touren.
Ich fand damals die ganzen negativen Berichte, weil Sie ja nur 48 PS hat so lächerlich.
Das Moped wirkt nie müde, ist spritzig, sparsam und auch agil.
....und sie ist die zuverlässigste TÉNÉRÉ, die ich je hatte.

Aber die Zeit hat es gerichtet. Guckt euch mal an, was die Dinger gebraucht so kosten, wenn überhaupt eine Anständige zu bekommen ist.
Gebrauchte Modelle der 4 Ventil 660 er kommen nah an den Neupreis heran.
Ihre Qualitäten haben sich mittlerweile herum gesprochen.

Ich fahre, trotzdem ich auch noch eine 700 er habe, sehr gerne mit ihr, weil es einfach geil ist, mit dem Einzylinder los zu ballern.

Das ABS Modell ist jedoch nicht so mein Fall, da die Federwege gekürzt, die Tankform anders und das Gewicht doch deutlich gestiegen sind.

... und da wäre ich wieder bei meinem ersten Satz : " Die XT 660 Z TÉNÉRÉ ist ein absolut tolles Motorrad."

Gruß Ingo
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2021, 13:06:35 von rallye tenere »
www.rallye-tenere.com

Nein, ich bin kein Motorradfahrer- Ich bin TÉNÉRist, das ist etwas völlig Anderes !!

Meine TÉNÉRÉ´s:
XT 600 Z 1984 - 34 L Classic Look
XT 600 Z 1986 - 1 VJ - Sonauto Dakar Replica 1985
XT 660 Z 2008 - DM 02 - BYRD Rallye
XTZ 690 E - TÉNÉRÉ 700 - DM 07 - BYRD Rallye Touring

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #5 am: 14. Oktober 2021, 19:49:11 »

Wie wär`s wenn du den Winter nutzt um sie zu erleichtern?
Ein Auspuff statt zwei
Soziusrasten weg etc.

Tatsächlich habe ich bereits darüber nachgedacht.
Die Soziusfußrasten sind schwer und eigentlich verzichtbar, ich fahre stets ohne Sozius. Aber leider ist das ein Befestigungspunkt für den Hepco/Becker Kofferträger. Und der ist für den "Reisenden" einfach unverzichtbar. Ich habe zwar den "Quick-Lock", aber dessen Befestigungspunkte verbleiben auch bei dessen Demontage am Motorrad.
Das mit dem Auspuff ging mir auch durch den Kopf. Aus optischen Gründen aber bitte mit zwei Töpfen. Das Originalteil ist um etliche Kilo zu schwer und die sechseckigen Plastikblenden sehen auch nicht gerade vorteilhaft aus. Aber ein paar Hundert Euro rein ins Styling zu investieren oder um 3 Kilo einzusparen will ich mir nicht leisten. Das Originalteil rostet auch nicht und funktioniert tadellos.
Mit einer Lithium-Ionenbatterie könnte man vielleicht noch sinnvoll Gewicht sparen. In meiner Freewind ist eine solche verbaut und ich habe bisher damit nur gute Erfahrungen gemacht. Das scheint aber nicht unbedingt die Regel zu sein, bei den Kundenbewertungen bei Louis.de liest man teilweise regelrechte Horrorgeschichten bis hin zu einem fast abgebrannten Motorrad. Ob ich so eine in die Ténéré einbaue wenn die alte Gelbatterie hopps geht habe ich noch nicht entschieden. Vielleicht kann sich hier jemand mit seinen eigenen Erfahrungen melden?
Den Hauptständer könnte ich abschrauben und damit 3 Kilo sparen. Mein Freund benutzt zum Kettenschmieren so eine Art Gewindestange, die in Verbindung mit dem Seitenständer das Hinterrad abheben und damit frei drehen lässt. Macht bei seiner Ultraleichtgewichtsenduro Husqvarna 701 bestimmt auch Sinn, bei unserer XT merke ich den Unterschied eigentlich nicht.

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #6 am: 14. Oktober 2021, 20:01:17 »

Falls Du mal wieder mit Scheibe fahren möchtest, wäre vielleicht ein Versuch mal die Schablone aus dem xt 660 de Forum zu probieren.
Ich finde die gut und kostet fast nichts.
Stichworte dazu sind Gabeltunnel oder Windkanal.

Hi Jim! Nein, ich finde den Zustand OHNE Scheibe genial, es ist einfach herrlich ohne diese nervigen Turbulenzen die ganze Freiheit des Motorradfahrens genießen zu können. Das einzige Manko ist dass man die Mücken halt auf dem Visier statt auf der Scheibe hat. Sonst sehe ich nur Vorteile.
Eine Gabeltunnelverkleidung hat mein Vorgänger bereits angefertigt, er hat aus Alu passgenaue Bleche sowohl von unten als auch von vorn befestigt. Nach vielen Probefahrten habe ich das untere Teil demontiert weil es keine weitere Verbesserung mehr erzielen konnte aber eventuell den Kühlluftzutritt einzuschränken drohte. Das Blech von vorn hingegen hat einen nachweisbar positiven Einfluß auf die Windgeräusche gebracht. Es schützt auch das externe Mikro meiner GoPro vor unangenehmen Windgeräuschen.
Mit dem momentanen Zustand bin ich ausgesprochen glücklich, es besteht absolut kein weiterer Handlungsbedarf.
Beste Grüße!

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #7 am: 14. Oktober 2021, 20:05:31 »
kann ich sehr bestätigen, habe dieses Teil bei meiner 660Z montiert und seitdem deutlich weniger Verwirbelungen am Helm
das bringt wirklich viel finde ich, und kostet nix
dazu noch ein Tankrucksack bringt weitere Verbesserung um den Wind aus dem Gabeltunnel zu reduzieren, finde ich

Ein Tankrucksack ist bei mir immer montiert, ich kann schon gar nicht mehr ohne fahren. Gabeltunnelverkleidung habe ich ebenfalls montiert. Mein Vorbesitzer ist Modellbauer von Beruf, der hast das 1a hingekriegt.
Beste Grüße!

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #8 am: 14. Oktober 2021, 20:41:53 »

Ich fand damals die ganzen negativen Berichte, weil Sie ja nur 48 PS hat so lächerlich.
Das Moped wirkt nie müde, ist spritzig, sparsam und auch agil.
....und sie ist die zuverlässigste TÉNÉRÉ, die ich je hatte.

Aber die Zeit hat es gerichtet. Guckt euch mal an, was die Dinger gebraucht so kosten, wenn überhaupt eine Anständige zu bekommen ist.
Gebrauchte Modelle der 4 Ventil 660 er kommen nah an den Neupreis heran.

Ich fahre, trotzdem ich auch noch eine 700 er habe, sehr gerne mit ihr, weil es einfach geil ist, mit dem Einzylinder los zu ballern.
Das ABS Modell ist jedoch nicht so mein Fall, da die Federwege gekürzt, die Tankform anders und das Gewicht doch deutlich gestiegen sind.

Gruß Ingo

Die Preise der Gebrauchtmaschinen sind wirklich jenseits von Gut und Böse und fallen im Vergleich zu den Alternativen anderer Hersteller total aus dem Rahmen. Es ist das pure Glück für einen Hersteller wenn er die Namensrechte "Ténéré" oder "Africa Twin" besitzt. Da kann ja eigentlich kaum noch etwas schiefgehen... Obwohl Yamaha mit dem Sorgenkind 1984-1987 (1VJ?) alles getan hat den guten Ruf der Ténéré zu zerstören.
Die negative Berichterstattung der Fachpresse wegen der "mangelnden Leistung" zeigt doch eigentlich nur die Ignoranz der Tester der bekannt/berüchtigten Blätter, lediglich Nitzsche vom Tourenfahrer hat dieses gelungene Konzept begriffen. Wenn man den ganzen Tag mit 150 PS - "Enduros" auf dem Asphalt unter Zeitdruck herumheizt statt damit auch mal einen touristisch erlebnisreichen, genussvollen Urlaub machen zu wollen wundert mich dieses Urteil gar nicht. In der Schule würde ich sagen: Thema verfehlt, setzen, SECHS! Aber sollen sie doch ihre Boliden kaufen, die armen Opfer unserer Konsumgesellschaft!

In meinen Augen bietet dieser Eintopf TROTZ nur 48 PS einen enormen Unterhaltungswert. Unter meinen bisherigen Motorrädern, 38 sind es genau, befanden sich auch starke Vierzylinder mit über 100 PS. Und dennoch fand ich immer wieder zu den stampfenden Eintöpfen zurück, weil man hier ein ganz besonderes, intensives Gefühl erlebt - Der "Explosionsmotor" im positiven Sinne. Mit einer SR 500 hat es bei mir angefangen, dann kamen unsere Ténéré´s, die KLR´s, die KLX, die Pegaso´s, die Freewinds (allein davon hatten wir schon vier Stück!) neben all den Zwei- und Vierzylindern die ich schon hatte. Einen Eintopf wie die XT660Z mit Zwei- und Dreizylindern in ein Endurorennen zu schicken ist der reine Schwachsinn.
Das ABS-Modell ist für mich auch keine vollwertige Ténéré. 160/150mm Federweg... geht´s noch? Das ist doch typisch für reine Straßenmaschinen wie die V-Strom oder die Freewind - und im Gelände funktioniert das nicht. Damit versuchte man wohl auf die Schnelle noch zusätzliche Käufer zu generieren, die zuvor die Beine nicht auf den Boden bekommen haben. Sie sieht aus wie eine Enduro, darf aber keine sein.
Wir sind da einer Meinung.
Beste Grüße!
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2021, 20:53:13 von Reisender »

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #9 am: 14. Oktober 2021, 20:50:49 »

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #10 am: 14. Oktober 2021, 21:34:11 »
Noch ein Nachtrag zu meiner 14-Tages-Tour: Es geht um das Gepäck.
Natürlich kommt für einen längeren Ausflug so einiges zusammen. Aber ich habe ja Koffer, Topcase, Tankrucksack und einen freien Soziusplatz. So sieht es auf dem ersten Bild aus. Zum Glück mache ich bei einem neuen Motorrad erst mal eine Fahrprobe, bevor der eigentliche Start ansteht. Diese war sehr aufschlussreich...
Das Topcase, inklusive "leichtem" Inhalt maximal 10 Kilo schwer, hatte enorme Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Ténéré. Sie wurde vorne viel zu leicht und ich konnte mir denken, dass diese geringe Bodenhaftung des Vorderreifens ein Sicherheitsrisiko darstellt. Das hatte ich in dieser deutlichen Ausprägung bisher noch an keinem meiner anderen Motorräder bemerkt. Da half nur Gepäck abspecken, auf das Topcase habe ich vollständig verzichtet. Die Gepäcktasche auf dem Soziussitz konnte dafür etwas nach vorne rücken und damit war die Gewichtsverteilung wieder im Lot. Die XT fuhr sich trotz des Urlaubsgepäcks wieder völlig neutral und sicher. Den Hebelarm eines nach hinten versetzten Topcases darf man nicht unterschätzen. Und hässlich sieht es auch noch aus.
Auf dem zweiten Bild ist übrigens die vor dem Fußbremsheben montierte Kompressorfanfare sichtbar.

Offline Mr.Oizo

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #11 am: 15. Oktober 2021, 08:03:15 »
Die Position der Koffer....alter Falter...das ist auch ein mächtiger Hebel....
Die sind ja extrem hinten raus positioniert.
Ich würd Softtaschen nehmen.

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #12 am: 15. Oktober 2021, 09:42:22 »
Die Position der Koffer....alter Falter...das ist auch ein mächtiger Hebel....
Die sind ja extrem hinten raus positioniert.
Ich würd Softtaschen nehmen.
Stimmt! Die sind weit hinten, damit der bei mir nicht existente Sozius Platz hat. Aber lieber verzichte ich auf das hässliche Topcase bevor ich die H/B Journey Zuhause lasse. Die haben mit 42 Litern ein Riesenvolumen und begleiteten mich schon auf meinen letzten sechs Motorrädern. Als ich bei meiner Fahrt nach Sterzing am 30. August stundenlang im strömenden Regen unterwegs war konnte ich mich wie immer auf ihre Dichtigkeit verlassen, im Gegensatz zu meinen Goretex-Handschuhen und meiner Sympatex-Motorradhse... Bei Softbags - ganz abgesehen vom Volumen - habe ich da trotz umständlich montierbaren Regenüberziehern schlechte Erfahrungen gemacht.
Was mich noch an einem Topcase stört, so praktisch es für kleines Gepäck auf Tagestouren auch sein mag, ist dass es auf den Videoaufnahmen meines hinterherfahrenden Freundes immer so aussieht, als hätte er kein Motorrad sondern einen Roller vor sich!

Offline Mr.Oizo

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #13 am: 16. Oktober 2021, 09:31:26 »
Kannst du die Koffer nicht nach vorn versetzen?
Das würde einen erheblichen Gewinn an Fahrspaß bringen-vor allem auf unbefestigten Wegen.
Und Sicherheit...dein Vorderrad hätte mehr Last und könnte besser spuren.

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Antw:Wie hat sie sich in den Alpen bewährt?
« Antwort #14 am: 16. Oktober 2021, 15:39:48 »
Kannst du die Koffer nicht nach vorn versetzen?
Das würde einen erheblichen Gewinn an Fahrspaß bringen-vor allem auf unbefestigten Wegen.
Und Sicherheit...dein Vorderrad hätte mehr Last und könnte besser spuren.
Ich habe in den Neunzigern mal einen FJ1200 Fahrer getroffen der das tatsächlich so hindengeln konnte... Ich traue mir das nicht zu. Wenn Du Dir das überaus massive Gestänge des H/B Kofferträgers genauer anschaust weißt Du was ich meine. Das wäre selbst für einen metallverarbeiten Betrieb keine triviale Angelegenheit.

 

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