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06. Mai 2026, 14:52:40

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Zylinder und Kopf Überholung

Begonnen von vanbudd, 04. Mai 2026, 05:59:09

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vanbudd

Moin Zusammen,

Bei mir hat es am Freitag auf der Autobahn Kühlwasser aus dem Ausgleichsbehälter gedrückt.
Nach einigem rumtesten hat sich eigentlich ziemlich sicher herausgestellt, dass es an der Kopfdichtung liegen muss.
Nach abkühlen war im Ausgleichsbehälter immernoch viel zu viel Kühlmittel und beim öffnen des Kühlerdeckels hat dort einiges gefehlt.
Nach erneutem warmlaufen lassen mit offenem Kühlerdeckel hat es nach ca. 10min das Kühlwasser nur so herausgespotzt und ich glaube Abgas gerochen zu haben, wollte meine Nase aber nicht allzu tief in die vulkanartige Kühleröffnung hineinstecken :D

Ich würde heute alle nötigen Dichtungen bestellen und hätte einige Fragen.
Die XTZ750 ist von 92 und hat 74k km runter, ich habe sie erst vor 2 Monaten gekauft und sie ist seitdem ca. 2000km ohne Probleme, bei einem Verbrauch zwischen 4.5-5.5l/100km und ohne nennenswerten Öl- oder Kühlmittelverlust gelaufen. Vorgeschichte vom Motor unbekannt, Vergaser wurde wohl vor 2 Jahren überholt.

Mein allgemeines Vorgehen wäre:

- Nochmal prüfen ob wirklich Abgase ins Kühlsystem kommen, bisher habe ich so etwas bei kaltem Motor mit offenem Kühldeckel gemacht und beobachtet, ab und zu etwas Gas gegeben. Habt ihr hier noch weitere Tipps für mich? Thermostat würde ich mal ausbauen und testen, aber der Kühler und Schläuche werden recht schnell warm, was ja ein Zeichen für ein funktionierendes Thermostat sein sollte?

- Danach hätte ich Öl und Kühlflüssigkeit abgelassen, Ventildeckel, Kopf und Fuß abgenommen.

- Zylinder, Kolben, Steuerkette und Kettenspanner auf Verschleiß geprüft. Fuß und Kopf mit dem Haarlineal und Fühlerlehre auf Planheit geprüft.

- Alles mit neuen möglichst originalen Dichtungen (Fuß, Kopf, Krümmer, Ansaugstutzen, Kettenspanner, Ventilschäfte, Kühlerrohranschluss, alle Wasserpumpen-Dichtungen, Ventildeckel) Vorher alle Dichtflächen gut gereinigt.

- Benötige ich zum Wechseln der Ventilschaftdichtungen, Spezial-Werkzeug oder geht es mit einfachen Hausmittelchen?

- Muss/Sollte ich die Ölpumpe ausbauen und die Dichtungen ebenfalls erneueren?
 
- Ich würde im gleichen Zuge auch die Ventile prüfen/einstellen. Wann wäre hier der beste Zeitpunkt? Lieber gleich zu Beginn, bevor alles demontiert wird, oder nach dem erneuten aufsetzten des Zylinderkopfs und tauschen aller Dichtungen?

- Beim Verbau der originalen Ventildeckeldichtung, mit oder ohne Dichtmittel? Habe hierzu schon die unterschiedlichsten Meinungen gelesen.

- Wäre es den Aufwand wert, den Motor hierfür auszubauen? Ich würde Tank, und die gesamte Front inkl. Gabel hierfür eh demontieren, dann kann ich mir das Lenkkopflager auch mal ansehen und schmieren.

- Natürlich wird alles mit dem richtigen Drehmoment und Reihenfolge nach Werkstatthandbuch festgezogen.

Es ist das erste mal für mich, dass ich den Motor bis auf die Kolben aufmache.
Ich hab hier im Forum schon ganz viel gelesen, aber wollte trotzdem mal einen Thread aufmachen um auf eure Erfahrung zurückzugreifen.

Habt ihr allgemeine Schraubertipps, Vorschläge/Änderungen zu meinem Vorgehen?
Was sollte/könnte ich im gleichen Zuge noch überprüfen/überholen?
Welches Werkzeug ist hier ein muss, oder hilfreich? (Das ganze Standard-Zeugs, Ratschenkasten, Drehmomentschlüssel habe ich)

Wenn der Motor schonmal so offen ist, würde ich gern so viel wie möglich daran überholen.
Außerdem würde ich gern sichergehen, dass ich zum Zeitpunkt des Schraubens auch wirklich alle nötigen Dichtungen parat habe.
Ich lasse solche Sachen ungern länger liegen, am Ende vergesse ich noch was :D


Viele Grüße und schonmal vielen Dank
Paul

harbo

Moin,
viele Fragen :o
Sie alle zu beantworten, wäre zwar kein Problem, aber das würde hier etwas viel werden.
Ich fange mal etwas kleiner an.
Zur Dichtigkeitsprüfung der Kopfdichtung.
Hier habe ich mir einmal ein kleines Tool gebaut... bestehend aus einer alten Zündkerze (Keramik abgebrochen und Rest durchbohrt) und ein darauf gelötetes Rohrgewindefitting ( R 1/4" glaube ich war das  ::) ) für einen Luftanschluss.
..siehe Bilder im Anhang.
Dies kann man dan ins Kerzenloch eindrehen und Pressluft draufgeben.
Wenns im Kühlsystem blubbert, dürfte alles klar sein. ;)
(Gegen Versandkostenübernahme kann ich dir das auch leihweise zur Verfügung stellen.)

zum zweiten ...
Ventile wieder einsetzen.
Wenn der Kopf mal runter war.
Hier bin ich auch mal in eine kleine "Falle" getappt, als ich es zum erstenmal gemacht habe.
Aber nur, weil ich die Ventile nicht richtig gesäubert hatte. (die eingebrannte Restkohle vom Ventilboden war nicht restlos beseitigt. ( siehe Bild im Anhang.. linker Zyl = ok , rechter Zyl. NICHT ok,...finde den Unterschied)
..... ;D
gefunden ??
Richtig... die Einlassventile sind NICHT gleich. Erkennbar an den kleinen erhabenen Punkten hinter der "3LD" Beschriftung. Das Ventil mit nur einem Punkt gehört in die Mitte. Weil... Es ist geringfügig länger, was man (ich) aber erst beim Ventile einstellen gemerkt habe, da es sich nicht einstellen lässt.  /mecker/
Also noch einmal alles einschleifen.  ???

Soviel erstmal für heute.

/beer/
Männer wollen nicht die große Freiheit, sie wollen viele kleine

vanbudd

Hey Harbo,

Der Trick mit der Zündkerze ist Top! Ich schaue mal ob ich heut auf die schnelle etwas ähnliches basteln kann.
Ansonsten würd ich dein Angebot gern annehmen!

Zwecks den Ventilen hatte ich die Reihenfolge auf dem Schirm.
Ein Einschleifen sollte ja beim Wiederverwenden nicht nötig sein oder? (vorausgesetzt jedes kommt wieder an seine ursprüngliche stelle)
Oder geht es hier auch darum, dass sie vielleicht etwas verdreht wieder eingebaut werden?

Ansonsten wie hast du die Ventile sauber bekommen?
Ich hätte ein kleines Ultraschallbad zur Verfügung.

harbo

#3
Zitat von: vanbudd am 04. Mai 2026, 09:32:31Hey Harbo,

Der Trick mit der Zündkerze ist Top! Ich schaue mal ob ich heut auf die schnelle etwas ähnliches basteln kann.
Ansonsten würd ich dein Angebot gern annehmen!

Zwecks den Ventilen hatte ich die Reihenfolge auf dem Schirm.
Ein Einschleifen sollte ja beim Wiederverwenden nicht nötig sein oder? (vorausgesetzt jedes kommt wieder an seine ursprüngliche stelle)
Oder geht es hier auch darum, dass sie vielleicht etwas verdreht wieder eingebaut werden?

Ansonsten wie hast du die Ventile sauber bekommen?
Ich hätte ein kleines Ultraschallbad zur Verfügung.

Wenn du dir die Pos. der Ventile merkst, bzw. markierst, geht das schon klar. Einschleifen nur, wenn Kohlerückstände an oder auf den Sitzen ist/war. Da sich die Ventile, im Betrieb eh drehen, spielt die Orientierung erst mal keine Rolle. Zur Sicherheit aber trotzdem den Dichttest machen. (Zyl.kopf wagerecht ausrichten, Ventile einstecken, Zündkerze eindrehen und den Kompressionsraum mit Sprit füllen... siehe Bild)
Obs dicht ist, merkst du dann schon  ;)

Reinigen mit Ultraschall wird nicht viel bringen . Grundsätzlich gilt... Reinigen mit dem Stoff, der den Dreck verursacht hat  ;)
Heißt, mit Benzin, Petroleum und nach "einweichen" ,Drahtbürste/ Messingbürste ( Dremel)
...siehe vorher/nacher Bilder  ;)

/beer/

PS: Das Werkstatthandbuch hast du ?
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Franz

Ich würde als erste Maßnahme das Thermostat herausbauen, um zu schauen, ob das der Fehler ist.
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Erfahrungen sind die vernarbten Wunden unserer Dummheit

vanbudd

Hey Franz,

Ja das werde ich machen.

Bevor ich alles auseinander-reiße, möchte ich auch sicher sein, dass es nötig ist : D

Franz

Ja, das sehe ich auch so. Der Motor ist ansich ein Dauerläufer, meine hatte über 120.000 km ohne Motorschäden. Da waren nur immer Kleinigkeiten drumrum.
LG Franz
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Erfahrungen sind die vernarbten Wunden unserer Dummheit

vanbudd

So, das Moped ist heute vom ADAC geliefert worden.

Thermostat funktioniert (leider) : D

Ich werde mal schauen, dass ich wie harbo vorgeschlagen hat, Luft auf die Zündkerzenöffnung gebe.

Aber ich denke der Fall ist recht klar, ich hoffe jetzt nur dass alles Plan und die Sache mit neuen Dichtungen gegessen ist.



Svoeen

Kopfdichtung auf jeden Fall original nehmen, die Zubehör wurden bei mir trotz geplantem Kopf und Zylindern nicht dicht.

tam91

Hallo
Wenn Du den Kopf unten hast schau Dir die Einlaßventile an ob sie eingeschlagen sind. Bei der ST verschleißén nicht di eVentilsitze sondern die Ventile schlagen sich ein und dann kannst Du bei ca 130  - 150000km die Ventile nicht mehr einstellen weil die Shims  am Ende sind. Erfahrungsgemäß verliert sie alle 30000km ca. 1/10 mm an Ventilspiel. fMach Dir eine Zeichnung von der Position der NW Räder da in aller Regel die Markierungen nicht parallel zur Dichtfläche sind damit Du wieder so zusammenbauen kannst wie es war. Die Öl und Wasserpumpe laß so wie sie sind ich hab noch nie gehört daß da eine undicht geworden wäre. Auf jeden Fall originale Dichtungen für Kopf Fuß und Ventildeckel. Ventildeckeldichtund mit Pattex im Deckel einkleben und einen Hauch Dirko auf die Dichtfläche am Kopf zum Ventildeckel. Auf keinen Fall neue Kolbenringe (wenn doch, dann auf jeden Fall Zylinderlauffläche hohnen) sonst hast Du für 20-30000km Ölverbrauch bis die sich auf den glatten Laufflächen wieder angapasst haben. Ventile auf jeden Fall einschleifen, damit sie sauber dicht sind. Ich teste das mit Benzin oder Diesel im Brennraum und dann mit der Luftpistole in den Einlaß und Auslaß blasen, dann solten keine Blasen kommen.
Ventile dann bei abgebautem Kopf einstellen (immer schön vor der Demontage die Plättchen zu den Ventile markieren, sonst dauert die Einstellerei ewig, ich benutze das angehängte "Formular") 
Gruß
Christoph 

harbo

#10
Zitat von: Svoeen am Gestern um 20:02:16Kopfdichtung auf jeden Fall original nehmen, die Zubehör wurden bei mir trotz geplantem Kopf und Zylindern nicht dicht.

Würde ich auch nehmen. Auch wenn sie doppelt so teuer ist. (ähnliche Erfahrung)

Sollte diese Yamaha Nr. sein : 3LD111810000

...und auch nicht ganz unwichtig, da es sich wohl um irgendein Sondermaß ( japanische Norm)  handelt, und der auch immer erneuert werden sollte...
Der O-Ring für das Kühlwasser-Rohr am Kopf.
4,50,-€ die sich lohnen.
Yamaha Nr.: 932101841700

Ich hab's schon mit ähnlichen O-Ringen aus meiner "Kiste" probiert.... ging immer schief

/beer/
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