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Technik => Ténéré XT660Z => Thema gestartet von: Reisender am 13. Mai 2021, 07:10:35

Titel: Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 07:10:35
Worüber sich sowohl Tester der Fachpresse als auch die tatsächlichen Besitzer einer XT 660 Z immer einig waren ist diese lästige Kuhle der Sitzbank, welche jeden Versuch die Sitzposition zu verändern zum Scheitern verurteilt.
Ich bin da im Prinzip fein raus da schon mein Vorbesitzer die serienmäßige Bank aufpolstern ließ und ich mit 1,85m Körpergröße eigentlich ebenso die Voraussetzung mitbringe, dennoch die Zehenspitzen auf den Boden zu bekommen. Eigentlich! Denn schon ein ganz alltägliches Wendemanöver auf einem unbefestigten Feldweg kann mich ganz schön in die Bredouille bringen. Ebenso gehören Abstecher auf Pisten mit grobem Geröll schnell zu den echten Abenteuern. Warum ist das Teil nur so unnötig hoch? Meine XT 600 Z von 1985 hatte längere Federwege und war dennoch tiefer.
Zwischenzeitlich hatte ich zwei längere "Knochen" an der Federbeinumlenkung montiert um das Schiff um 35mm abzusenken. Leider hat dies das Ansprechverhalten des Federbeins negativ beeinflusst und eine weitere Investition in Form eines gekürzten Seitenständers wäre nötig gewesen. Zudem gestaltete sich das Aufbocken auf den Hauptständer zu einem wahren Kraftakt. Potentiell besteht noch die Gefahr eines früheren Aufsetzers sollte ich einmal gezwungen sein nach der Fehleinschätzung einer Kurve in extreme Schräglage runter zu müssen... neben der fehlenden Eintragungsmöglichkeit der Tieferlegung ziemlich viele Gründe zum Rückabwickeln der Modifikation.
Mit der aufgepolsterten Sitzbank kann ich Ausflüge ins Gelände aber gleich vergessen. Da ich nicht über die Erfahrung und Qualifikation eines Gaston Rahier verfüge der sich während der Paris-Dakar überhaupt nicht um seine kurzen Beine geschert hat brauche ich in trialmäßigen Passagen einen ausreichend sicheren Stand mit beiden Füßen auf dem Boden. Auch für den Tritt "ins Leere" bei entsprechenden Bodenunebenheiten sollte noch etwas Reserve da sein - andernfalls wiederholt sich das Desaster welches ich in meinem Youtubevideo unter dem Namen "Sieg und Niederlage am Zoufplan" dokumentiert habe. Ebenfalls mit einer aufgepolsterten Sitzbank...
Inzwischen verstehe ich, weshalb man die Federwege der ABS-Version so endurountypisch gekürzt hat - da ging es wohl nicht nur um die Unterdrückung der durch die Regelintervalle des ABS ausgelösten Vibrationen wie von Yamaha behauptet, wahrscheinlich viel eher um die Erschließung zusätzlicher Käuferschichten. Der Verkauf lief ja zuvor recht schleppend, und dafür schien bereits die Sitzprobe beim Händler als Ursache in Frage gekommen sein...
Ich habe mir jedenfalls ziemlich bald nach dem Kauf meiner Ténéré die niedrige Standardsitzbank gegönnt um nicht ständig balancieren zu müssen. Damit kann ich mich auch wieder auf unbefestigte Schotterwege in den Alpen wagen, was ja mit einer der Gründe für die Kaufentscheidung genau zu diesem Modell waren. Allerdings möchte ich aus Komfortgründen diese flache Originalbank nicht im Alltag auf der Straße einsetzen, meine Arthrose verhindert damit längere Touren schmerzfrei zu fahren. Und zwei Sitzbänke dabei zu haben gelingt halt nur mit einem Auto als Zug- oder Begleitfahrzeug. Beides trifft bei mir nicht zu. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen mir - nach hoffnungsvollen Erfahrungen mit unschönen, selbst zurecht gedengelten Testexemplaren - bei einem Sattler eine Art Sitzkissen anfertigen zu lassen welches ich auf der langen Hin- und Rückreise verwende um die Kuhle auszupolstern. Im Zielgebiet kann ich vor dem Einstieg in die Geländesektionen diese Kissen einfach abnehmen und im Gepäck verstauen. Der Sattler hat geeignet nachgiebiges Postermaterial ausgewählt, dessen Form exakt zum Ausfüllen der Kuhle zurecht geschnitten und mit dem Bezugsstoff der Originalbank versehen. Sogar zwei Befestigungsschlaufen sind auf der Unterseite angenäht, auf dem Bild habe ich den Sitzkeil aber nur provisorisch mit einem Riemen befestigt.
Nebenbei hat mir der Sattler auch noch das bereits von meinem Vorgänger aufgepolsterte Exemplar neu bezogen da es leider mit einem sehr glatten und rutschigen Bezug auch noch in protzigem Rot ausgestattet war. Bei der Gelegenheit konnte die Kontur nach meinen Wünschen optimiert, sprich hinten abgesenkt werden. Der Bezugsstoff entspricht jetzt der wirklich hübschen Originalbank in dunkelgrau mit roter Ziernaht. Aber seht selbst:
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: smeagolvomloh am 13. Mai 2021, 07:37:16
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber nach dem Schauen des Videos drängt sich mir der Eindruck auf, dass nicht die Sitzhöhe das Problem ist, sondern deine Fahrtechnik.

Ich empfehle dringend genau daran zu arbeiten. Eventuell einen Kurs besuchen.

Bei den langsamen Geschwindigkeiten kommt man automatisch in den Genuß ständig "Füßeln" zu müssen.

Deutlich mehr Speed, stehend fahren und schon kann man auf so einer einfachen Piste viel entspannter fahren und kommt gar nicht erst in die Versuchung ständig die Füße runter zu nehmen. Die Füße gehören auf die Rasten!

Dieser Tip ist keineswegs böse gemeint. Es ist ein ganz ernsthafter Ratschlag.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Hejoko am 13. Mai 2021, 09:09:52
Ein paar Stunden Trail-Unterricht ist da von Vorteil und schärft den Gleichgewichtssinn.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: horschte am 13. Mai 2021, 09:23:51
Meinst Du das Video hier:

https://youtu.be/-h4DkMpFEC4 (https://youtu.be/-h4DkMpFEC4)

Habick jetzt gute 5' geschaut...

Bist Du der auf der Freewind mit Plastetopcase oder der andere, der beinahe gegen die Wand bumst und trotzdem winkewinke macht?  /devil/

Wo ist da eine XT?

Mensch Leute, lasst doch die Offroadstrecken denen, die das können...
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Hagen von Tronje am 13. Mai 2021, 11:47:58
Wenn man sich auf einer Maschine in der Größenklasse nicht sicher fühlt sollte man erstmal mit etwas leichteren anfangen. Wie man bei Pol Tartes sieht ist vieles mit einer Reiseenduro möglich, man muss aber selber auch wissen was man macht. Ich persönlich fahre solche Strecken auch lieber mit der TT als der XTZ, die hat vor allen Dingen auch durch den kleineren Tank eine viel bessere Sitzgeometrie.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 13:22:38
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber nach dem Schauen des Videos drängt sich mir der Eindruck auf, dass nicht die Sitzhöhe das Problem ist, sondern deine Fahrtechnik.

Ich empfehle dringend genau daran zu arbeiten. Eventuell einen Kurs besuchen.

Bei den langsamen Geschwindigkeiten kommt man automatisch in den Genuß ständig "Füßeln" zu müssen.

Deutlich mehr Speed, stehend fahren und schon kann man auf so einer einfachen Piste viel entspannter fahren und kommt gar nicht erst in die Versuchung ständig die Füße runter zu nehmen. Die Füße gehören auf die Rasten!

Dieser Tip ist keineswegs böse gemeint. Es ist ein ganz ernsthafter Ratschlag.

Vielen Dank für Deine Rückmeldung und die gutgemeinten Ratschläge! In der Tat pflegte ich den von Dir empfohlenen Fahrstil in früheren Jahren, schließlich stand ich mit meiner 55W in den achziger Jahren u. a. schon auf dem Gipfel des Chaberton oder dem Jafferau. Letzterer über die Skipiste - als Anmerkung für die Insider. Leider änderte sich das mit den Jahren und musste einem sehr vorsichtigen, sicherheitsorientierten Stil weichen - will man das Motorradfahren nicht ganz aufgeben. Ich bin inzwischen 67 Jahre alt und habe in beiden Knien Arthrose im höchsten Schweregrad als Folge einer Borrelioseinfektion. Die Knochen sind mittlerweile auch so morsch dass ich einen Sturz mit Tempo unbedingt vermeiden muss. Vielleicht kannst Du nachvollziehen dass ich mir von dem Vorhaben nochmals einen professionelleren Stil zu erlangen nicht mehr viel verspreche. Für mich stand das landschaftliche Erlebnis sowieso schon immer  im Vordergrund und nicht etwa eine sportliche Herausforderung.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 13:32:12
Ein paar Stunden Trail-Unterricht ist da von Vorteil und schärft den Gleichgewichtssinn.
Mein Freund und Begleiter Michael besucht nach 27-jähriger Motorradpause neuerdings wieder Endurokurse mit seiner Husqvarna und profitiert auch davon wie man im Video sehen kann. Für mich ist das nichts mehr, ich bin 12 Jahre älter und genieße die letzten paar Jahre in denen ich überhaupt noch Motorrad fahren kann. Den Zoufplan hatte ich eingegeplant weil mich die Landschaft interessiert hat, es existieren interessante Berichte zu diesem Ziel. Die sportliche Herausforderung hat mich ganz sicher nicht interessiert.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 13:41:43
Meinst Du das Video hier:

https://youtu.be/-h4DkMpFEC4 (https://youtu.be/-h4DkMpFEC4)

Habick jetzt gute 5' geschaut...

Bist Du der auf der Freewind mit Plastetopcase oder der andere, der beinahe gegen die Wand bumst und trotzdem winkewinke macht?  /devil/

Wo ist da eine XT?

Mensch Leute, lasst doch die Offroadstrecken denen, die das können...

Du bist ja ein ganz Schlauer. Erstens hat niemand behauptet dass in dem Video eine XT vorkommen soll, lediglich von einer ebenfalls aufgepolsterten Sitzbank war die Rede. Und Deine Bemerkung: "lasst doch die Offroadstrecken denen, die das können..." lässt ja auch sehr tief in Deine Psyche blicken: Du bist offensichtlich ein ganz harter Hund, der vollprofimäßig unterwegs ist, ein richtiger Könner eben. Und denen allein gehören die unbefestigten Pisten in den landschaftlich reizvollsten Naturparks in den Alpen und anderswo. Nicht etwa den Motorradwanderern, welche aufgrund ihres Interesses an Natur und Umwelt hier nur touristisch unterwegs sind. Das sind doch nur erbärmliche Looser im Vergleich zu Dir...
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: horschte am 13. Mai 2021, 17:15:13
Nein, ich bin ehrlich gesagt ein erbärmlicher Offroadfahrer. Ich verkrampf da immer. Deswegen lasse ich es lieber.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Il Solitario am 13. Mai 2021, 20:00:54
Hallo Reisender,

erstmal finde ich es toll, dass Du trotz der Probleme mit den Knochen weiterhin unser aller Lieblingshobby ausübst.

Um mal zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: Ich hatte das gleiche Problem mit dem originalen Polster. Eine hohe Sitzbank von Touratech (bzw. Kahedo) brachte beim Fahren Abhilfe, war aber etwas unbequem (irgendwie kantig) und eben beim Nothalt im Gelände schonmal etwas zu hoch.

Ich habe dann eine modifizierte Sitzbank von einem Freund gekauft, als der seine Tenere hergegeben hat. Hier wurde nicht die Mulde aufgepolstert, sondern der Höcker weggenommen. Ist zwar nicht mehr Sozia-langstreckentauglich, aber das spielt für mich keine Rolle.

Hier mal ein Bild, ich kann da gerne weitere machen:

(https://lobo-graphie.de/_data/i/upload/2020/05/12/20200512092105-2be43c62-me.jpg)

Dazu habe ich mir von meinem Bruder Spezial-Hebel fräsen lassen, für nur ca. 15 mm Tieferlegung, und die Federvorspannung bei meinem Öhlins ganz rausgedreht. Passt hinten
Vorne die Gabel ca. 15 mm durchgesteckt, und auch die Vorspannung eher gering.

Nur mit dem Seitenständer muss ich etwas aufpassen, wie das Gelände geneigt ist. Vielleicht hab ich mal zu viel Zeit, dann kürz ich den ein. Zur Not stell ich sie auf den Hauptständer

Schöne Grüße und lass dich nicht unterkriegen
Werner

Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 22:01:13
Hallo Werner, danke für den freundlichen Kommentar!
Ich hatte die Hoffnung auf einen konstruktiven Austausch schon fast aufgegeben...
Zur Sitzbank: Auf Deinem Bild sieht es so aus, als wenn Deine Spezialanfertigung dennoch hinten stark ansteigen würde, man also permanent Körperspannung aufbauen muss um nicht nach vorne zu rutschen... so in etwa war der Zustand meiner bereits vom Vorbesitzer in Auftrag gegebenen Aufpolsterung. Ich habe dann meinen Sattler gefragt, ob er denn in der Lage wäre diesen Anstieg weitgehend zu eliminieren. Ebenso wie Du fand ich die Soziuspolsterdicke zweitrangig, aber da die Einbauposition der Maschine selbst nach hinten ansteigt muss der Sitzbankrohling dieser Geometrie halt folgen! Genau das meinte ich in meinem Eigangspost mit der Bemerkung "...nach meinen Wünschen optimiert..." Er hat hinten so viel Posterung abgetragen damit er den Bezug gerade noch formschön darüber ziehen kann - also ohne Ecken und Kanten. Auf dem Bild kannst Du erkennen dass die Sitzoberfläche nun weitgehend in waagrechter Linie verläuft. Die geringe Restneigung ist beim Fahren nicht mehr spürbar, der Langstreckenkomfort ist außergewöhnlich gut. Außerdem ist der Abstand Sitzoberfläche - Fußrastenfläche Rekordhalter bei all meinen bisherigen Motorrädern, selbst meine CRF 1000 mit der hohen Sitzbank der Adventure Sports konnte da nicht konkurrieren. Tiefergelegte Fußrasten hatte ich wegen des entspannten Kniewinkels auch an ihr montiert.
Zum Tieferlegungskit: Vielleicht baue ich meines ja mal wieder ein, aber aktuell genieße ich wieder das feine Ansprechen des Federbeins in der serienmäßigen Anlenkgeometrie. Für den Straßenbetrieb ist das wohl das Optimum und eine Schottertour steht sowieso erst wieder für den September auf dem Programm. Das Seitenständerproblem kenne ich nur zu gut. Es war einfach nervig oft nicht absteigen zu können weil die Bodenneigung gerade mal wieder nicht gepasst hat. Zum Schluss hatte ich immer ein Stück Holz dabei auf welches ich mit dem Hinterreifen rollte damit sie ausreichend schräg stand. Unser Modell ist ja so selten dass man praktisch nie zu einem preiswerten Gebrauchtteil zum Absägen kommen kann. Und die gelegentlich angebotenen Seitenständer der "R" und der "X" passen wegen des anders angebrachten Zündunterbrechers nicht... so ein Teil habe ich bereits auf Lager.
Zusammenfassend halte ich meine "Dicke", also die aufgepolsterte Sitzbank für das Optimum im reinen Straßenbetrieb. Für die 14 Tage im September werde ich mit der tiefen Originalbank anreisen, für die langen Autobahnstrecken und den reinen Straßenbetrieb mit aufgeschnalltem Sitzkeil. Fürs Gelände nehme ich den dann runter. Aber ob ich unbedingt zum dritten mal auf den Zoufplan will wage ich zu bezweifeln...

Beste Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Mai 2021, 22:39:06
Wenn man sich auf einer Maschine in der Größenklasse nicht sicher fühlt sollte man erstmal mit etwas leichteren anfangen. Wie man bei Pol Tartes sieht ist vieles mit einer Reiseenduro möglich, man muss aber selber auch wissen was man macht. Ich persönlich fahre solche Strecken auch lieber mit der TT als der XTZ, die hat vor allen Dingen auch durch den kleineren Tank eine viel bessere Sitzgeometrie.
Anfangen ist gut! Jetzt fahre ich bereits seit fast fünfzig Jahren Enduro und muss mich als Anfänger schimpfen lassen... köstlich. Andererseits hast Du völlig Recht mit dem Tipp im Gelände ein leichteres Gerät einzusetzen - das war mir nach der Tour auf den Zoufplan auch klar geworden. Es ist aber gar nicht so einfach etwas passendes (auch preislich) zu finden wenn man der Zuverlässigkeit von KTM/Husqvarna grundsätzlich misstraut oder nicht bereit ist viel Geld für eine jüngere Maschine auszugeben. Ich habe schon 44 Motorräder besessen und gefahren, das konnte ich mir aber nur leisten weil die allermeisten davon günstig erstandene Gebrauchtmaschinen waren die ich mit keinem oder nur geringem Verlust wieder verkaufen konnte. Ausnahmslos bin ich dabei mit Japanern immer gut gefahren, nie haben mich außerplanmäßige Reparaturen finanziell erwähnenswert belastet. Leider haben die Japaner offensichtlich schon vor Jahrzehnten aufgegeben das Feld leichter geländegängiger Enduros zu beackern. 30 Jahre alte Suzuki DR 350 erzielen Mondpreise, die alten XL 250, 350 oder 500 sind inzwischen nur noch ein Fall für die Restaurierung und auch nicht billig. Ich habe gesucht nach annehmbaren KLX 650 oder - wie Deine - TT600. Schnäppchen gibt es einfach nicht. Ein damals doppelt so teurer Vierzylinder ist heute in einem Topzustand billiger zu bekommen als eine total abgerissene Enduro des gleichen Jahrgangs. Ich habe ein halbes Jahr täglich die Kleinanzeigen studiert und nichts gefunden was mir ins Auge gesprungen wäre. Lediglich die relativ moderne KLX 250 oder eine CRF 250 wären vielleicht noch eine handliche und zeitgenössische Option gewesen. Die Preise sind für so ein Leichtgewicht allerdings nicht ohne - und die Kosten für einen Transportanhänger sollte man am besten auch gleich dazu addieren.  Und das ganze gepaart mit einem mir viel zu engen Kniewinkel und einem wirklich peinlichen Motorsound... Also ist daraus dann doch nichts geworden.
Michaels Husqvarna 701 Enduro mit 144 kg Gewicht bei 285mm Gabelhub und 75 PS ist natürlich eine eierlegende Wollmilchsau. Die hat aber viermal soviel gekostet wie meine wirklich nicht schlechte XT 660 Z die ich zudem auch noch selbst warten kann.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Hagen von Tronje am 14. Mai 2021, 08:18:15
Sorry, es war nicht negativ gemeint. Das Problem, wie du auch schreibst, ist bei einer Crossmaschine oder auch zb der TT dass du das Anreisen mit der vergessen kannst, ich denke die Sache mit dem Anhänger macht dann auch keinen Spaß.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Pete am 14. Mai 2021, 10:31:40
ich hoffe jedenfalls in 10 Jahren auch noch solche Touren wie Du machen zu können.... !!!
dann eben etwas langsamer, na und ?
ich freue mich für Dich, dass Du das trotz aller gesundheitlichen Themen weiter machst, klasse !

ich finde bei der 660Z kommt noch hinzu, dass die einen ziemlich hohen Schwerpunkt hat, finde ich jedenfalls
bin vor 10 Jahren mal mit einer GS650 Dakar auf den Jafferau und finde, die ist bei ca. gleichen Gewicht deutlich handlicher als die 660Z, mit der 660Z fühle mich irgendwie unsicher bei so groben Passagen, und anstrengender ist es auch

Ich finde Deine Idee mit diesem Sitzkissen genial !

hoffentlich können wir bald wieder los.. :-)
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 14. Mai 2021, 22:05:11
Danke für die freundliche Antwort und die guten Wünsche Pete, ich werde mich anstrengen! Wie Du schon selbst sagst, lieber etwas langsamer. Das kommt mit dem Alter von ganz alleine und ist nicht mehr als die Ausrichtung des Fahrstils an die sich verändernden Fähigkeiten. Gut wenn man hier nicht versucht mit Gewalt gegenzusteuern.
Du sprichst das Gewichtsproblem und die Kopflastigkeit unserer Ténéré an. Über das Gewicht bin ich selbst sehr erstaunt gewesen. Was wiegt sie, als 2008er ohne ABS? Ich habe viele unterschiedliche Angaben gelesen, am häufigsten wurde der Wert 211 kg genannt. Mit allen Anbauteilen wie Kofferträger, Topcasehalteplatte, Sturzbügel, Alumotorschutzwanne, Hauptständer, Heizgriffen, Lenkererhöhung, Navihalterung, USB-Steckdose, erweitertes Bordwerkzeug und im Tankrucksack die üblichen Utensilien wie Spiegelreflex, Trinkflasche, Pannenspray, Proviant... das wären vielleicht 230 kg welche zusätzlich zum eigenen Körpergewicht mit kurzen Beinen über Geröll balanciert werden müssen! Zum Vergleich: Die Ténérés meiner Frau und mir, beide eine 55W, wogen 1983 vollgetankt 163 kg. Ohne E-Starter, aber mit 30 Litern Sprit und stattlichen Federwegen, vorme 255 mm. Probleme wegen eventueller Unterdimensionierung des Rahmens gab es keine. Damit kam ich auf den Chaberton, ein paar Jahre später mit meiner 1990er XRV 750 Africa Twin dann nicht mehr. Die wog damals schon mit 234 kg zuviel für solche Trialtouren. Selbst dieser Brocken von Motorrad namens Suzuki DL 1000 V-Strom mit dem bulligen V2 wog auch nicht mehr. Und die DL 650 mit ihrem exzellenten V2 kam mit 214 kg bei vollem 22-Liter Tank fast auf das gleiche Gewicht unserer Ténéré! Da fragt man sich, warum die schmale XT 660 Z überhaupt so schwer ist?
Ich vermute, dass Yamaha hier ganz absichtlich auf Leichtbau zugunsten enormer Belastbarkeit und Servicefreundlichkeit verzichtet hat. Sie hat im Gegensatz zu dem "R" und dem "X" - Modell einen sehr schweren, stabilen Rahmen. Alle Verkleidungsteile sind solide verschraubt, es existieren keine bruchgefährdeten Klick- und Knackverbindungen die mich an anderen Modellen beim Schrauben extrem genervt haben. Dann hat sie noch diese "Panzerung" aus extrem zähem Kunststoffmaterial, welche Stürze oder Umkipper meist folgenlos ausgehen lassen. Auch die besonders gute Zugänglichkeit der servicerelevanten Bauteile wie Ventile, Luftfilter, Zündkerzen etc. bedingt einen gewissen konstuktiven Aufwand der sich im Gewicht niederschlägt. Da ich als Selbstschrauber diese Zugänglichkeit sehr begrüße bin ich auch bereit, dafür im Gegenzug das höhere Gewicht zu akzeptieren.
Die Kopflastigkeit ist halt eine Folge des oben aufsitzenden Tanks, der langen Federwege und der ebenfalls recht hoch eingebauten Batterie. Letztere glänzt aber durch ihre bestechende Zugänglichkeit (Modell ohne ABS) welche Elektromodifikationen angenehm gestalten. Meine Honda CRF 1000 Africa Twin brachte ihre Batterie in einem Gehäuse eingesperrt schwerpunktgünstig unten direkt hinter der Zylinderbank unter, mitsamt dem Minimalwerkzeug. Da dran zu kommen war eine Katastrophe. Bei einigen anderen Motorrädern ist der oben aufsitzende Tank nur eine Attrappe, der schwere Sprit wird tiefer gebunkert. So bei den kleinen GS von BMW oder der X-Country bzw. X-Moto die mein Freund Michael schon besaß. Auch meine alte Honda ST 1100 Pan European verfügte über eine Tankattrappe.
Aber am besten sind eben lange Beine. Kommt man mit den Füßen gerade noch so auf den Boden hat man keine Möglichkeit mehr, den Aufsetzpunkt weiter nach Außen vom Motorrad weg zu legen. Das bedeutet, bei der geringsten Schieflage (im Stand) hat man keinen passenden Vektor mehr, um die Kraft aufzufangen, die Beine fungieren nicht mehr als Stütze sondern nur noch als zusätzliches Gewicht.
Mein Freund Michael ist da fein raus mit seiner 144 kg Husqvarna. Die hat zwar auch eine Sitzhöhe von 90 Zentimetern, aber bei einer Körpergröße von 205 cm wirkt unter ihm alles wie ein Moped...
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: tam91 am 14. Mai 2021, 23:02:16
Hallo
Probier mal die Ténéré 700, vielleicht nicht so wartungsfreundlich (Ventile einstellen wird ein ziemlicher Akt) aber dafür braucht sie auch so gut wie keine Wartung und das was man machen muß geht super. Sie hat gerade einmal stark 200kg und einen recht guten Schwerpunkt (ich weiß die Boxer sind da noch besser zumindest die alten 1000er). Im Gelände sehr gut und einfach zu fahren von trialartig bis hin zu verdammt flott bevor sie an die Grenzen kommt (da bin ich zumindest weit weit früher an den Meinigen) und auf der Anreise macht sie ihre Sache auch fast perfekt zumindest wenn man nicht zu zweit reist. Einziger Wermutstropfen ist, das man sie im Moment noch nicht günstig bekommt. Da Du ja nicht so weit weg wohnst komm einfach mal vorbei und probier sie aus, ein Kaltgetränk beliebiger Art gibts auf Wunsch auch.
Gruß
Christoph
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 15. Mai 2021, 22:07:49
Hallo Christoph, vielen Dank für die überaus freundliche Einladung zu einer Probefahrt mit Deiner T700! Das ist ein ganz enormer Vertrauensbeweis den ich sehr zu schätzen weiß. Aber es wird aus mehreren Gründen nicht dazu kommen, obwohl die T700 eigentlich ganz oben auf meiner Wunschliste stünde. Weshalb?
Erstens ist die T700 in der Summe ihrer Eigenschaften ein grundvernünftiges Motorrad. Ich bin sie zwar noch nicht gefahren, glaube aber den begeisterten Testern jedes Wort. Allein ihre technischen Eckdaten versprechen viele Wünsche zu erfüllen: mit 200 (oder 210) kg für die gebotene Leistung kein allzu schwerer Brocken, der Motor vereint Kraft und Laufkultur bei gleichzeitig hoher Standfestigkeit. Die Federelemente sind jetzt zwar nicht gerade herausragend dimensioniert, sollten aber abseits der Straße auf normalen unbefestigten Pisten ausreichen. Und das Design der Konstruktion - für viele ein strittiger Punkt - gefällt mir wie schon lange nicht mehr bei einer zeitgenössischen Konstruktion. Lediglich die Farbgebung halte ich für noch nicht ganz ausgereift, aber das kann sich bei zukünftigen Jahrgängen noch stark ändern.
Und warum wird nix draus? In allererster Linie ist da der Preis zu nennen. Ich verfüge nur über eine schmale Rente und bin deshalb darauf angewiesen, die Ausgaben für mein Motorradhobby so gering wie möglich zu halten. Meine 2019 neu gekaufte CRF 1000 Africa Twin war mir diesbezüglich eine Lehre: Obwohl für 11.000 € zu einem für AT-Verhältnisse bescheidenen Preis erstanden war das eine ungewöhnlich hohe Investition für mich um mir einen alten Traum zu erfüllen. Danach habe ich im Urlaub aber Blut und Wasser geschwitzt dass mich ein kleiner Umfaller die letzten Reserven kosten könnte! Nachdem ich nach ihrem Verkauf den nächsten Endurourlaub mit einer nur 2000 € teuren Freewind antreten durfte fühlte ich mich wie von einer schweren (finanziellen) Bürde befreit. Tatsächlich habe ich diese auch zweimal hingelegt, einmal sogar mit Schwung, und dennoch blieb sie weitgehend unversehrt -  m Gegensatz zu mir selbst, ich hatte mir drei Rippen gebrochen. Bei der AT wäre der Plastikschaden wahrscheinlich in die Tausende gegangen. Aber auch von der Freewind habe ich mich wieder getrennt, eigentlich nur wegen der unzureichenden Federelemente. Mit dem Einzylinder kam ich aber nicht nur bestens klar, er war sogar ein richtiger Genuss. Die XT 660Z verbindet hier das Beste aus beiden Welten: einen relativ leichten, wartungsfreundlichen Einzylinder mit einem hoffentlich wesentlich geländetauglicheren Fahrwerk. Ich sage hoffentlich, weil ich mit ihr noch nicht im richtigen  "Einsatzgebiet" war um mich davon selbst zu überzeugen. Ich habe sie seit letzten November, und erst im September geht es wieder ab in die Alpen.
Wie Du selbst schon angesprochen hast sind die T700 Ventile nicht so einfach zu warten, wenn sie sich auch nur selten im Spiel verstellen. Ich habe zwar Erfahrung im Einstellen von Tassenstößeln inklusive Ausbau der Nockenwellen (XJ 900, VFR 750, DL 650, DL 1000) aber ich verliere mit den Jahren so langsam die Lust an komplizierten Schrauberarbeiten. Bei den Kipphebeln der Freewind und der Ténéré ist die Angelegenheit einfach und schnell erledigt und davon will ich eigentlich nicht mehr abrücken. Auch insgesamt ist die XT 660Z ein Musterbeispiel an Servicefreundlichkeit, nach meinem Kauf hatte ich sie ja fast vollständig auseinander genommen um alle Verschleißteile zu prüfen bzw. auszutauschen, alle Flüssigkeiten zu wechseln und das Motorrad mit allem auszustatten was ich benötige. Dabei habe ich ihre solide Konstruktion kennen und schätzen gelernt und will jetzt erst mal weiter praktische Erfahrungen mit ihr sammeln. Gut möglich, dass ich meine Geländeambitionen reduziere und sie irgendwann nur noch als reines Straßenmotorrad einsetze. Auch dafür ist sie konstruktiv hervorragend geeignet.
Und noch etwas zum Preis der T700: So um die 10.000 € muss man ja rechnen, Gebrauchte kosten kaum viel weniger. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass der Motor von seiner Performance her weitgehend dem hervorragenden Aggregat der DL 650 V-Strom entspricht, könnte ich vielleicht etwas enttäuscht sein angesichts des Einstandspreises. Mit 214 kg wog die V-Strom in etwa soviel wie die T700 oder auch die XT 660Z. Ihr Motor war von 2004 - 2006 (Euro2!) für diese Hubraumklasse und dem damaligen Neupreis ein phantastisches Aggregat: elastisch, drehfreudig, laufruhig, ausreichend Drehmoment von 2000 - 10500 U/min, sparsam... und das ganze Motorrad hat mich in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand mit viel Zubehör gerade mal 2700 € gekostet! Damit bin ich 18.000 km gefahren und konnte sie anschließend wieder mit Gewinn verkaufen. Allerdings mit komplett neuem Service inkl. frisch eingestellten Ventilen, was in der Werkstatt 700 € kostet wenn es richtig gemacht wird...
Zusammenfassend halte ich die T700 für überteuert wenn man sie mit Alternativen im Gebrauchtmarkt vergleicht. Wer auf das Geld nicht achten muss findet in ihr aber eine bildhübsche und technisch überlegene Konstruktion die universell einsetzbar ist. Als Selbstschrauber ist aber die XT 660Z wie für mich gemacht. Sie besitzt wahrscheinlich ähnlich hochwertige Komponenten und passt mir - nach wenigen Modifikationen (Sitzbank, Fußrasten) wie angegossen. Umfaller und leichte Stürze steckt sie (wahrscheinlich) klaglos weg ohne Folgekosten zu verursachen. Ihre Unterhaltskosten sind gering, auch der Spritverbrauch ist mit z. Zt. unter 4 Litern genial niedrig. Zudem lag ihr Anschaffungspreis - mit 47.000 km und allem Tourenzubehör - bei einem Drittel des Neupreises einer T700 in der Basisausstattung. Deshalb stellt sie für mich nach wie vor das Optimum dar.

Beste Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Hejoko am 16. Mai 2021, 08:11:16
Rente ist Sch..ße. Kann ich gut verstehen. Die T7 wird sehrwahrscheinlich auch mein letztes Moped sein.

PS: Wenn du irgendwie noch Sitzprobleme hast. Alter Tip aus vergangenen Zeiten. Wenn du hast oder irgendwie dran kommst. Lege einfach mal ein altes Ziegenfell über die Sitzbank. Ohne Quatsch, das bewirkt Wunder. Etwas besseres gibt es nicht.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: tam91 am 16. Mai 2021, 19:34:18
Hallo
Angebot steht wenn Du es Dir anders überlegst, einfach melden.
 /tewin/
Gruß
Christoph
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 17. Mai 2021, 05:55:15
Rente ist Sch..ße. Kann ich gut verstehen. Die T7 wird sehrwahrscheinlich auch mein letztes Moped sein.

PS: Wenn du irgendwie noch Sitzprobleme hast. Alter Tip aus vergangenen Zeiten. Wenn du hast oder irgendwie dran kommst. Lege einfach mal ein altes Ziegenfell über die Sitzbank. Ohne Quatsch, das bewirkt Wunder. Etwas besseres gibt es nicht.
Danke für den Tipp. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ein Schafsfell die gleiche Wirkung erzielt, das ist auch einfacher zu bekommen. Oder hast Du da anderslautende Informationen?
In den neunziger Jahren hatte ich mit einem Schafsfell auf meiner damaligen XJ 900 auch gute Erfahrungen gemacht, damals unternahm ich noch ausgedehnte Reisen. Ich führe das auf die bessere Belüftung der Kontaktfläche zwischen Hinterteil und Sitzbank zurück was verhindert, dass man ständig im Feuchten sitzt. Aus diesem Grund vermeide ich auch weitgehend Baumwollkleidung. Fängt man an zu Transpirieren speichert sie die Feuchtigkeit und man sitzt für den Rest der Tour "im eigenen Saft". Vollsynthetische Unterwäsche (und auch darüber) welche die Feuchtigkeit durchlässt bzw. nur weiterleitet hat sich bei mir bestens bewährt, v. a. bei höheren Temperaturen und Luftfeuchte.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 17. Mai 2021, 05:58:19
Hallo
Angebot steht wenn Du es Dir anders überlegst, einfach melden.
 /tewin/
Gruß
Christoph
Danke Christoph, das ist wirklich sehr nett von Dir. Einfach mal zu tauschen wäre auf jeden Fall sehr interessant für mich. Bad Rappenau?
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 17. Mai 2021, 06:23:48

Vorne die Gabel ca. 15 mm durchgesteckt, und auch die Vorspannung eher gering.



Hallo Wener, auf Deine Antwort wollte ich nochmals zurück kommen. Meine Gabelholme sind bereits durchgesteckt, die Federvorspannung aber habe ich auf maximal eingestellt. In der Fachpresse wurde die Gabel als zu weich beschrieben, auch ich hatte bei einem Versuch mit entspannten Gabelfedern ein ähnliches Gefühl. Kann es sein dass Du vielleicht schon (härtere) Austauschfedern verbaut hast?
Und bei der Gelegenheit würden mich noch Deine Erfahrungen mit dem Öhlins-Federbein interessieren. Ich bin mit dem serienmäßigen Sachs, welches inzwischen eine Laufleistung von 50.000 km aufweist, eigentlich ganz zufrieden, es macht auf Stufe zwei oder drei was es soll. Jedenfalls bei meinem Körpergewicht + Kleidung + Anbauteile + Tankrucksackinhalt von insgesamt etwa 130 kg. Was hat denn die Umrüstung auf Öhlins gebracht nach deiner Erfahrung?
Das Foto von Deiner Ténéré ist sehr schön geworden. Gerne mehr davon!
Viele Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Mr.Oizo am 17. Mai 2021, 08:04:34
https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=323299493&damageUnrepaired=ALSO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&makeModelVariant1.makeId=26000&makeModelVariant1.modelDescription=T+700+tenere&pageNumber=1&scopeId=MB&sfmr=false&sortOption.sortBy=searchNetGrossPrice&sortOption.sortOrder=ASCENDING&fnai=prev&searchId=4efc8cfc-2186-ad2d-cf9b-589813ca4bed

Das wäre deine....Reisender. ;)

Und mit 42.000Km Ventilspiel-Kontrollintervall sehe ich finanziell keine Probleme.
Ölwechsel geht kinderleicht,LuFi ebenso.

660er verkaufen (4000,-?), Acrapovic verkaufen (600,- sicher)
Den Rest evtl. finanzieren?(Zins ist immer noch niedrig)

Das bessere ist des Guten Feind-ich bin sie probegefahren und hab sofort gewußt-DIE ISSES. ;)
Ist auch meine letzte Neue....das Alter.... :(

Der Motor ist kugelsicher und nicht mit der V-Strom vergleichbar-das sind Welten in Sachen Dremo und Laufkultur-gerade im unteren-nein-UNTERSTEN Bereich!(2000 U/min 6.Gang....50Km/h!)

The Golden Retriever of the motorcycles.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: horschte am 17. Mai 2021, 14:41:37
Zusammenfassend halte ich die T700 für überteuert wenn man sie mit Alternativen im Gebrauchtmarkt vergleicht.

Wenn ich das so lese, fühle ich mich in alte Studizeiten versetzt. Da musste ich schon beim Gebrauchtkauf mitdenken, ob ich "sie" mal irgendwann ggf. auch wieder gut in Zahlung geben kann. Ein "neues" (gebrauchtes) Motorrad kam dann immer bißchen auf Zuruf und nur dann, wenn die alte gut in Zahlung ging. So wurde es auch mal eine ZRX 1100. Allerdings nur solange, bis mich die große Durchsicht für 400 DM finanziell ruinierte. Diese habe ich dann (mit Überschuss) gegen eine R80R eingetauscht und war fortan mit 50 PS zufrieden.

Vor diesem Hintergrund würde ich mich heute für eine XJ900S oder eine NTV 650 entscheiden, für maximal wenig Geld das Maximale an Motorrad. Da biste mit einer XT 660 glaube ich ganz gut dabei, für die ja auch schon Liebhaberpreise aufgerufen werden. Eine XTZ 750 wäre in meinen Augen noch besser, aber die gibt's ja auch nur noch in verbasteltem Zustand.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 17. Mai 2021, 22:03:14
https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=323299493&damageUnrepaired=ALSO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&makeModelVariant1.makeId=26000&makeModelVariant1.modelDescription=T+700+tenere&pageNumber=1&scopeId=MB&sfmr=false&sortOption.sortBy=searchNetGrossPrice&sortOption.sortOrder=ASCENDING&fnai=prev&searchId=4efc8cfc-2186-ad2d-cf9b-589813ca4bed

Das wäre deine....Reisender. ;)


Das bessere ist des Guten Feind-ich bin sie probegefahren und hab sofort gewußt-DIE ISSES. ;)
Ist auch meine letzte Neue....das Alter.... :(

Der Motor ist kugelsicher und nicht mit der V-Strom vergleichbar-das sind Welten in Sachen Dremo und Laufkultur-gerade im unteren-nein-UNTERSTEN Bereich!(2000 U/min 6.Gang....50Km/h!)

The Golden Retriever of the motorcycles.

Hallo Mr. Oizo!
Ja Treffer! Diese T7 sieht bombastisch aus, das Design löst bei mir fast Kaufzwang aus - so sollte sie aussehen! Hier harmonieren Design und Formgebung einfach in bestechender Art und Weise. Aber wie gesagt, meine momentane Position habe ich ja schon zuvor genau dargelegt.
Schön aber, dass Dir Das Modell nach der Probefahrt so sehr zugesagt hat. So wie Du die Motorcharakteristik beschrieben hast könnte man schon sehr neugierig werden... aber ich hatte ja vor einem Jahr noch eine CRF 1000 welche brandneu auch nicht viel mehr gekostet hat, und das legt die Latte der Ansprüche natürlich ganz schön hoch - jetzt mal vom Gewichtsunterschied abgesehen. Glaubst Du dass man einen verwöhnten Africa Twin - Treiber dann überhaupt noch mit so einem "kleinen" Zweizylinder begeistern kann wenn der praktisch das gleiche kosten soll wie der volle Liter Hubraum? Und dieser Motor war beileibe nicht schlecht. Hattest Du schon mal Gelegenheit die Africa Twin probe zu fahren? Da würde mich Dein Urteil zum Vergleich mit der T7 interessieren.

Und noch etwas zur V-Strom, mit der Du offensichtlich schon eigene Erfahrungen gemacht hast. Ich bin von diesem Motor ABSOLUT überzeugt gewesen, der hatte von ganz unten bis ganz oben eine Charakteristik wie ein Elektromotor. Allerdings hatte ich noch das alte Modell aus der Euro-2 Baureihe von 2004 bis 2006. Die Nachfolger brachten unter den Modifikationen für die neuen Abgasbestimmungen nie wieder diese Elastizität und Drehfreudigkeit. Auch die Leistung und die Drehmomentwerte brachen trotz anderslautender Prospektangaben spürbar ein, was nicht nur die Fachpresse anfangs noch erwähnte, auch die persönlichen Erfahrungen meiner Kollegen aus dem V-Stromforum bestätigten dies. Die frühen Jahrgänge sind DER Geheimtipp, dagegen hilft auch keine Doppelzündung. Ich gehe davon aus, dass Du einen dieser Euro3 oder -4 Motoren gefahren bist...

Beste Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 17. Mai 2021, 23:07:56
Wenn ich das so lese, fühle ich mich in alte Studizeiten versetzt. Da musste ich schon beim Gebrauchtkauf mitdenken, ob ich "sie" mal irgendwann ggf. auch wieder gut in Zahlung geben kann. Ein "neues" (gebrauchtes) Motorrad kam dann immer bißchen auf Zuruf und nur dann, wenn die alte gut in Zahlung ging. So wurde es auch mal eine ZRX 1100. Allerdings nur solange, bis mich die große Durchsicht für 400 DM finanziell ruinierte. Diese habe ich dann (mit Überschuss) gegen eine R80R eingetauscht und war fortan mit 50 PS zufrieden.

Vor diesem Hintergrund würde ich mich heute für eine XJ900S oder eine NTV 650 entscheiden, für maximal wenig Geld das Maximale an Motorrad. Da biste mit einer XT 660 glaube ich ganz gut dabei, für die ja auch schon Liebhaberpreise aufgerufen werden. Eine XTZ 750 wäre in meinen Augen noch besser, aber die gibt's ja auch nur noch in verbasteltem Zustand.

Genau! Das ging mir ganz ähnlich. Neben dem kargen Bafög war meine damals in Vollzeit arbeitende Frau für die Finanzierung unseres Lebensunterhalts zuständig, inklusive des Motorradhobbys welches wir glücklicherweise immer gemeinsam genossen haben, jeder mit seiner eigenen Maschine. Da waren die Schnäppchenjagd und das anschließende Erzielen guter Verkaufserlöse existenzsichernde Notwendigkeiten!
Von der XJ 900 hatten wir sogar drei Stück, von der ersten Baureihe. Nur zwei gleichzeitig, die Dritte war ein sehr preiswerter Nachzügler als wir gerade mal wieder von Eintöpfen die Nase voll hatten. Nicht umzubringen die damalige Qualität. Lediglich die Zündspulen waren nach einigen Jahren kaputt, die Gehäuse vertrugen die Hitze über der Zylinderbank nicht und wurden mit den Jahren rissig, Regenwasser drang ein und - Peng! Ansonsten null Reparaturen. Die Motoren: Ein (sparsames) Gedicht. Getoppt nur von dem (nicht so sparsamen) Drehmomentwunder FJ 1200. Die hat fast gar kein Getriebe gebraucht...
Ja, und die NTV. Gebraucht zum Spottpreis zu bekommen, manchmal sogar als gepflegtes Garagenfahrzeug. Eigentlich sehr empfehlenswert für Anfänger. Mir ist sie ergonomisch viel zu klein und außerdem viel zu leidenschaftslos. Vielleicht ist sie deshalb so günstig weil das viele genauso sehen. Schade eigentlich für ein grundsolides Stück in bester Hondaqualität. Kürzlich sah ich eine 2008er Deauville 700 in metallic - Weinrot mit 34.000 km für nur 3600 €. Als gepflegtes Garagenfahrzeug mit einigen Extras. Das Modell hat ABS und Einspritzung. Früher hätte ich mir diese nicht entgehen lassen.

400 DM für die Inspektion an einer ZRX 1100. Das war fast das gesamte BaFög eines Monats. Heute wäre man froh, mit nur 200 € davon zu kommen. Vor Jahren gab es einmal einen Aufschrei beim Dauertest der Zeitschrift Motorrad, weil Kawasaki bei einer bestimmten Kilometerleistung (25.000?) den Austausch der gesamten Bremshydraulik vorgesehen hatte. Kostenpunkt allein dafür schon knapp 1700 €, und das nach nur zwei Jahren! Das Modell weiß ich nicht mehr mit Namen, es war jedenfalls eine 1000er oder 1100er Vierzylinder, aber nicht die Versys. Auch Honda greift für die 24.000er Inspektion inklusive Ventilspielkorrektur bei der CRF 1000 etwa 1200 € ab, ganz ohne Extras. Eventuell anfallende Reifen oder ein Kettensatz gehen natürlich extra, da kann es passieren dass plötzlich 2000 € auf der Rechnung stehen! Inspektionsarbeiten an diesem total verbauten Modell sind aber wirklich ein Graus, ich habe selbst viel daran gearbeitet und beneide die Werkstätten deshalb wirklich nicht um diese zeitraubende Friemelei.

Ja und die alte XTZ 750 - früher habe ich sie als überzeugter XRV 750 Fahrer natürlich nicht gemocht - kommt immer mehr in die Nähe von 2000 € für zumindest noch optisch interessante Exemplare. Der Motor ist sicher sehr langlebig, wenn auch kein Kostverächter. Aber die ganze Peripherie ist mittlerweile an die dreißig Jahre alt und wird deshalb früher oder später viel Aufmerksamkeit erfordern. Und Zeit, Arbeit, Teilekosten. Also besser nichts für uns.

Viele Grüße!
Robert


Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Il Solitario am 23. Mai 2021, 09:20:05
Hallo Wener, auf Deine Antwort wollte ich nochmals zurück kommen. Meine Gabelholme sind bereits durchgesteckt, die Federvorspannung aber habe ich auf maximal eingestellt. In der Fachpresse wurde die Gabel als zu weich beschrieben, auch ich hatte bei einem Versuch mit entspannten Gabelfedern ein ähnliches Gefühl. Kann es sein dass Du vielleicht schon (härtere) Austauschfedern verbaut hast?
Hallo Robert,

ja, ich hatte meine Gabel umgebaut, das spielt natürlich auch eine Rolle. Zum Einen habe ich Öhlins Federn montiert, wenn ich mich richtig erinnere sind die etwas härter. Und ich habe sogenannte Emulatoren verbaut, also einstellbare Ventile für Zug- und Druckstufe. Hier habe ich das erläutert: https://tenere.de/index.php/topic,13578.msg107698.html#msg107698 (https://tenere.de/index.php/topic,13578.msg107698.html#msg107698)


Und bei der Gelegenheit würden mich noch Deine Erfahrungen mit dem Öhlins-Federbein interessieren. Ich bin mit dem serienmäßigen Sachs, welches inzwischen eine Laufleistung von 50.000 km aufweist, eigentlich ganz zufrieden, es macht auf Stufe zwei oder drei was es soll. Jedenfalls bei meinem Körpergewicht + Kleidung + Anbauteile + Tankrucksackinhalt von insgesamt etwa 130 kg. Was hat denn die Umrüstung auf Öhlins gebracht nach deiner Erfahrung?
Mit dem originalen Sachs war ich nie so wirklich zufrieden, vor allem im Gelände war die Tenere hinten sehr unpräzise, es hieß ja immer das sei überdämpft. Ich bringe auch "etwas" mehr auf die Waage, das mag auch was ausmachen.
Das Öhlins mit Ausgleichsbehälter ist halt in Zug- und Druckstufe einstellbar, ich fahre das von der Dämpfung her eher weicher, bin mit dem Grip im Dreck sehr zufrieden. Allerdings habe ich mein Öhlins auch günstig gebraucht bekommen, ob ich den vollen Neupreis zahlen würde? Eher nicht... Ist in Relation zum Motorrad schon eine Menge Taler

Das Foto von Deiner Ténéré ist sehr schön geworden. Gerne mehr davon!
Viele Grüße,
Robert
Fotos findest Du hier https://lobo-graphie.de/index.php?/categories (https://lobo-graphie.de/index.php?/categories)

Schöne Grüße
Werner
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 24. Mai 2021, 20:45:41
Vielen Dank Werner für die ausführlichen Antworten. Also doch: Deine Maschine hat erhebliche Modifikationen am Fahrwerk erfahren. Ich habe mit meiner XT bisher zu wenig Erfahrungen sammeln können um jetzt schon die Sinnhaftigkeit von Veränderungen erkennen zu können, vielleicht ändert sich das bei meiner für den September geplanten Tour in die Alpen. Auf der Straße jedenfalls funktioniert bisher alles weitgehend nach Wunsch. Ist halt auch eine Frage welche Ansprüche man an sich selbst und das Material stellt.
Im Gelände hat mich meine Africa Twin mit ihren 235 mm Gabelhub und hochwertigen Kartuschendämpfern ziemlich verwöhnt - ich glaube nicht, dass die Ténéré mit ihren 210 mm an der einfachen Gabel eine auch nur annähernde Performance bieten kann. Aber wie sich das Serienfahrwerk auf Schotter tatsächlich für mich anfühlt will ich erst noch kennen lernen.
Seit zwei Tagen bietet jemand bei Ebay Kleinanzeigen ein komplettes Gabelkit für die XT 660Z an, eine 250 mm Upside Down von einer KTM 690 Enduro mit beiden Gabelbrücken, Excelfelge mit 320 mm Einscheibenbremse, Frontfender, Bremssatteladapter etc. Das wäre ein Umbau der dem eigentlichen Anspruch einer Ténéré, nämlich in die Fußstapfen der 31L oder 55W treten zu dürfen, gerecht werden könnte. Ob die Komponenten eintragungsfähig sind wird nicht erwähnt. Aber auch weil man das Resultat solch einer tiefgreifenden Veränderung immer erst bei einer Probefahrt nach dem Umbau (und nach der Investition) erfährt, erschien mir das Geschäft riskant.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: TS-Treiber am 25. Mai 2021, 10:32:03
Warum verkauft er die Teile wohl?
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 26. Mai 2021, 06:34:45
Warum verkauft er die Teile wohl?
Lass´ uns doch mal einfach spekulieren:

1. Er will seine Ténéré verkaufen und erwartet einen besseren Erlös wenn er die Teile einzeln verkauft, also nicht "on top".
2. Er will seine Ténéré behalten, aber die Teile haben sich nicht bewährt, z. B. weil
    a) ihm das Motorrad jetzt zu hoch geworden ist
    b) die Veränderung der Geometrie die Fahreigenschaften auf der Straße sehr negativ beeinflusst haben
    c) der Performancegewinn die Investition nicht wert war, vielleicht sogar noch schlechter ist als im Serientrimm
    d) die Teile nicht eintragungsfähig sind und er nicht ohne Betriebserlaubnis unterwegs sein will
    e) er die zweite Scheibenbremse vermisst bei Reisen mit Gepäck und Sozia...

Ich denke, dass auch ein erwartungsgemäßes Funktionieren dieser Langhubgabel unsere schwere Ténéré deshalb noch lange nicht zu einer trialtauglichen Geländeziege werden lässt. Sicher, in der Promotion von KTM sieht man Stuntfahrer mit einer 250 kg schweren Adventure irgendwelche steilen Geröllpisten auf dem Hinterrad hochbrettern. Für diese Gangart ist der Umbau vielleicht geeignet. Ich persönlich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass für Geländeabenteuer das Geld in einer leichten Enduro á la KLX oder CRF 250 besser angelegt wäre. Vielleicht sieht der Verkäufer das inzwischen ähnlich?

Viele Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Mr.Oizo am 27. September 2021, 21:47:40
Hallo Mr. Oizo!
Ja Treffer! Diese T7 sieht bombastisch aus, das Design löst bei mir fast Kaufzwang aus - so sollte sie aussehen! Hier harmonieren Design und Formgebung einfach in bestechender Art und Weise. Aber wie gesagt, meine momentane Position habe ich ja schon zuvor genau dargelegt.
Schön aber, dass Dir Das Modell nach der Probefahrt so sehr zugesagt hat. So wie Du die Motorcharakteristik beschrieben hast könnte man schon sehr neugierig werden... aber ich hatte ja vor einem Jahr noch eine CRF 1000 welche brandneu auch nicht viel mehr gekostet hat, und das legt die Latte der Ansprüche natürlich ganz schön hoch - jetzt mal vom Gewichtsunterschied abgesehen. Glaubst Du dass man einen verwöhnten Africa Twin - Treiber dann überhaupt noch mit so einem "kleinen" Zweizylinder begeistern kann wenn der praktisch das gleiche kosten soll wie der volle Liter Hubraum? Und dieser Motor war beileibe nicht schlecht. Hattest Du schon mal Gelegenheit die Africa Twin probe zu fahren? Da würde mich Dein Urteil zum Vergleich mit der T7 interessieren.

Und noch etwas zur V-Strom, mit der Du offensichtlich schon eigene Erfahrungen gemacht hast. Ich bin von diesem Motor ABSOLUT überzeugt gewesen, der hatte von ganz unten bis ganz oben eine Charakteristik wie ein Elektromotor. Allerdings hatte ich noch das alte Modell aus der Euro-2 Baureihe von 2004 bis 2006. Die Nachfolger brachten unter den Modifikationen für die neuen Abgasbestimmungen nie wieder diese Elastizität und Drehfreudigkeit. Auch die Leistung und die Drehmomentwerte brachen trotz anderslautender Prospektangaben spürbar ein, was nicht nur die Fachpresse anfangs noch erwähnte, auch die persönlichen Erfahrungen meiner Kollegen aus dem V-Stromforum bestätigten dies. Die frühen Jahrgänge sind DER Geheimtipp, dagegen hilft auch keine Doppelzündung. Ich gehe davon aus, dass Du einen dieser Euro3 oder -4 Motoren gefahren bist...

Beste Grüße,
Robert

Hallo Robert,
sorry-ich hatte diesen Post nimmer auf dem Schirm....tut mir echt leid -ich bin so vergesslich... ???

Also:
wenn ich vom 650er Suzuki V-Twin spreche dann aus der Erfahrung mit der SV 650-erste Serie.
Toller Motor-alles so wie du`s beschreibst.
Dennoch nicht mit dem CP2 vergleichbar-der ist echt eine Klasse für sich.(Du MUSST fahren!)

Zur Africa Twin:
Mein Freund fährt eine.
Wunderschön , mit allem pipapo.
Mir gefällt sie sehr gut.(weis/blau/rot-sehr edel!!)

Aber:
Er ist jetzt auch schon über 60.
Und er manövriert sie im Stand mit den Zehenspitzen und drohte schon ein paarmal umzufallen-es sieht sehr unsicher aus.

Grund:
Er sagt selbst-das hohe Gewicht bei vollem Tank-der hohe Schwerpunkt (24L).
Für Ihn wäre es viel besser gewesen eine T7 mit niedriger Sitzbank und 30mmTieferlegung zu kaufen.(Gab es damals aber noch nicht zu kaufen..die Tenere 700.)

Er schleicht ständig um meine Rally T7-ich glaube er wird sich noch eine zulegen zumal man die ja auch mit allen Sitzbänken kombinieren kann die Yamaha anbietet.Er schwärmt von der Farbe und dem "luftigen" Design.

Zur Leistung:

Ich fahr ihm locker um die Ohren wenn`s sein muß-er muß richtig Gas geben um zu folgen-schafft es aber dennoch nicht-die schiere Größe und Gewicht bremsen ihn ordentlich ein-die Angst vor Kontrollverlust sowieso.

Ich komm aus dem Endurosport/MX und Sidecar MX.
Ich handle die T7 wie ein Schuh den ich anziehe-mein Freund kann das nicht-er ist reiner Straßenfahrer.
Wenn ich wende dann am Lenk- Anschlag...er braucht die ganze Straße und ich seh ihn schon fallen....das ist jedesmal etwas nervenaufreibend und nicht ohne....für mich.
Wenn wir flott fahren seh ich ihn nach 3 Minuten nimmer...er hat Straßenbereifung -ich Stolle- AX41(!)

Du siehst-Leistung und tolle technische Daten sind nicht primär entscheidend-das Fahrkönnen spielt eine Elementare Rolle und ein Motor und Chassis (GEWICHT) das miteinander harmoniert.

Mein Eindruck der AT:
Tolles Ding,Design umwerfend (Ich liebe es!), aber für meine Fahrweise und Offroad-Leidenschaft viel zu groß und schwer-deswegen T7.

Und die passt mir wie Arsch auf Eimer! :D






Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 11. Oktober 2021, 06:25:31
Hallo Mr. Oizo,
vielen Dank für den interessanten Vergleich mit der AT. Im Prinzip kann ich die Erfahrungen mit der AT genauso bestätigen. Bei mir wurde die Unsicherheit auf unbefestigten Straßen noch verstärkt durch die hohe Sitzbank der ATAS (Africa Twin Adventure Sports), welche nochmal 3 cm aufgetragen hat. Leider habe ich das Teil wegen der Kniegelenksarthrose gebraucht... und so wurde jede Aktion auf unbefestigten Wegen zum zittrigen Balanceakt, denn schon bei geringer Neigung hätten meine Füße den Boden nicht mehr rechtzeitig erreicht. Auf den 7500 Kilometern in meinem Besitz blieb mir so ein kostenintensiver Umkipper zwar erspart, aber richtig Spaß wollte im Gelände mit dieser Stelzenenduro nicht aufkommen. Ganz anders hingegen im normalen Straßeneinsatz: hier wusste das phänomenale Fahrwerk mit sänftenartigem Komfort bei gleichzeitig absoluter Stabilität zu begeistern. Und deshalb ist die neue, also die 1000er/1100er Africa Twin für mich in allererster Linie ein sehr gutes Straßenmotorrad mit einem ehemals guten Preis/Leistungsverhältnis - ich hatte 2018 für ein neues 2017er Modell mit Händlerzulassung 11.000 € bezahlt - welches routinierten Geländefahrern auch einen durchaus brauchbaren Untersatz zur Verfügung stellt. Mir als gealtertern Gelegenheitsenduristen war sie einfach zu schwer und zu hoch. Dennoch habe ich mich 2019 nicht lumpen lassen und habe mit ihr auch schwierige Endurostrecken im Friaul gemeistert - die Videos findest Du auf meinem Youtubekanal namens "R.R." Da ich leider keinen Link hier posten kann suche einfach mal nach "2019 Friaul Enduro: Zoufplan komplette Tour mit Africa Twin und Dorsoduro"...
Danach habe ich sie verkauft.
Deine Begeisterung für die T7 kann ich sofort nachvollziehen, da brauche ich überhaupt keine Probefahrt zu machen. Sie ist allein von den technischen Daten her das bessere Konzept um für alles gewappnet zu sein. Dazu ein in meinen Augen gelungenes Design. Was sie aus meiner Reichweite kickt ist der Preis. So wie der Markt aussieht wurde das Teil eher teurer mit den Monaten, immer noch befeuert durch den Hype der "Fachpresse". Dazu fallen mir viele Beispiele ein welche die Unabhängigkeit der Journalisten in Frage stellen, siehe CRF 1000, alle BMW GS-Modelle, neuerdings sogar die unreflektierte Berichterstattung über chinesische Fabrikate.
Wenn ich dem jetzt meine XT660Z gegenüberstelle sehe ich eigentlich nur Vorteile: Preis, Wartungsfreundlichkeit, Ersatzteilkosten (Gebrauchtteile vorhanden!), Unterhaltskosten, Reichweite - und der Fahrspaß sowohl im Gelände als auch auf der Straße genügt meinen Ansprüchen voll und ganz. Dazu das Gefühl, mit dem dicken Eintopf einen echten Klassiker zu bewegen, diese Gattung gilt ja dank sich ständig verschärfender Abgasnormen inzwischen schon als ausgestorben. Nur noch KTM/Husqvarna stellt sich dieser Herausforderung mit enormen technischen Einsatz und wiederum hohen Anschaffungskosten.
Ich werde demnächst über meine Erfahrungen mit der Ténéré dieses Jahr im Friaul berichten. Das waren ja meine ersten Schottertouren mit ihr.

Beste Grüße,
Robert
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Mr.Oizo am 11. Oktober 2021, 13:41:44
Naja...vielleicht die hier?

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/yamaha-tenere-700-xtz-690/1866702101-305-5875
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: horschte am 11. Oktober 2021, 14:51:16
Wenn ich dem jetzt meine XT660Z gegenüberstelle sehe ich eigentlich nur Vorteile: Preis, Wartungsfreundlichkeit, Ersatzteilkosten (Gebrauchtteile vorhanden!), Unterhaltskosten, Reichweite - und der Fahrspaß sowohl im Gelände als auch auf der Straße genügt meinen Ansprüchen voll und ganz. Dazu das Gefühl, mit dem dicken Eintopf einen echten Klassiker zu bewegen, diese Gattung gilt ja dank sich ständig verschärfender Abgasnormen inzwischen schon als ausgestorben.

In diesem Sinne: behalte sie mit dem vielleicht nicht so guten Gefühl, nicht das aktuellste, schnellste usw. zu haben und fahre sie mit dem viel besseren Gefühl, dass es ein richtig schönes Motorrad ist, das für Dich in Deiner momentanen Situation

eigentlich nur Vorteile

hat.  /beer/

Es ist die große Kunst, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Wer das nicht kann, wird auch mit einer Ténéré 700 spätestens dann unglücklich, wenn der Nachfolger kommt.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 11. Oktober 2021, 20:18:22
Naja...vielleicht die hier?

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/yamaha-tenere-700-xtz-690/1866702101-305-5875

Danke, das ist nett von Dir. Eine T7 unter Neupreis. Ist für meine finanziellen Verhältnisse und der km-Leistung aber immer noch zu teuer. Ich bin da ein hoffnungsloser Fall, bitte gebe Dir keine Mühe. Wahrscheinlich wird die XT 660 Z mein letztes Motorrad bleiben falls sie das durchhält. Ich bin einfach sehr zufrieden mit ihr.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 11. Oktober 2021, 20:20:00
In diesem Sinne: behalte sie mit dem vielleicht nicht so guten Gefühl, nicht das aktuellste, schnellste usw. zu haben und fahre sie mit dem viel besseren Gefühl, dass es ein richtig schönes Motorrad ist, das für Dich in Deiner momentanen Situation

hat.  /beer/

Es ist die große Kunst, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Wer das nicht kann, wird auch mit einer Ténéré 700 spätestens dann unglücklich, wenn der Nachfolger kommt.

Danke Horst, Du bringst es auf den Punkt.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: rallye tenere am 12. Oktober 2021, 00:40:24
Die 660 er ist ein völlig unterschätztes Motorrad.
Meine hat jetzt genau 82.000 km drauf und als Defekte kann ich nur ein defektes Radlager bei 72.000 km und zweimal das Lenkkopflager aufführen.
Sonst hatte sie noch nie etwas. Die zuverlässigste TÉNÉRÉ,  die ich bisher hatte.
Noch dazu fährt sie sich einfach Klasse, sportlich und überhaupt nich lahm, wie die Leute, die über die 48 PS die Nase Rampen, gar nicht verstehen können.
An so einer XTZ 750 bleibt sie locker dran.

Ein Einzylinder ist einfach geil, da bleibe ich bei, auch wenn ich noch eine 700 er habe.
Ich liebe dieses Motorrad.

Wenn du deinen Spaß mit der XT 660 Z hast, dann behält du sie einfach, denn das ist Charakterstärke - genau so, wie sie deine TÉNÉRÉ  hat.

Gruß Ingo

Anbei ein Bild von meiner 660 er.
Wie du siehst, habe ich die Kuhle wegpolstern lassen und das schon von Anfang an, bevor ich sie überhaupt gefahren habe.
Titel: Antw:Die nervige Sitzbankkuhle
Beitrag von: Reisender am 13. Oktober 2021, 22:56:02
Die 660 er ist ein völlig unterschätztes Motorrad.


Hi Ingo! Das sehe ich auch so. Auch ich habe sie unterschätzt, als sie 2008 rausgekommen ist habe ich sie gar nicht richtig bemerkt. Als ich Jahre später einmal bei einem Händler eine Sitzprbe machte hat mich die Sitzbankkuhle gleich angewidert absteigen lassen und sie verschwand sofort wieder in Vergessenheit. An mein Exemplar bin ich nur gekommen, weil ich nach den Erfahrungen mit der Freewind im Gelände eine passendere, sprich geländetauglichere Alternative suchte. Da war eine XT 660Z auch nicht in meinem Fokus. Nur weil ein sehr preiswertes Exemplar praktisch vor meiner Haustür angeboten wurde habe ich dieses halt mal besichtigt... Die Maschine war in einem klasse Erhaltungs- und Wartungszustand, der Vorbesitzer hatte echt Ahnung von Technik. Spätestens nach der Probefahrt gab es kein Halten mehr. Und so bin ich immer mehr in dieses gründlich mißverstandene Modell hineingewachsen bis sie schließlich in meinen Augen zu einem der besten, im engeren Sinne für jeden Einsatzzweck tauglichen Motorrad wurde welches einen Heidenspaß beim Fahren macht. Und mit der Zeit fand ich sie sogar richtig attraktiv. Kein Wunder, wir hatten ja früher zwei 'Exemplare der 55W.
Meine Erfahrungen habe ich zum Großteil in einem neuen Beitrag geschildert. Er ist leicht zu finden, es gibt ja leider nicht allzuviele hier. Wenn ich da an das Africa Twin Forum denke... oder das V-Stromforum... wir sind hier schon ein verschworenes Häufchen dagegen.
Das Bild von Deinem Exemplar ist der Hammer. Schöner geht es ja wohl nicht. Deine Website kenne ich übrigens. Vor etwa einem dreiviertel Jahr hatte ich Dich deshalb auch angeschrieben. Nochmals vielen Dank für all die tollen Informationen Die Du da eingepflegt hast.
Beste Grüße!
Robert