YAMAHA TENERE FORUM

Technik => Ténéré 700 => Thema gestartet von: xtzrga am 14. August 2020, 08:25:10

Titel: Kupplung
Beitrag von: xtzrga am 14. August 2020, 08:25:10
Hallo. Wenn die T7 kalt ist und ich dann zügig losfahre( Kupplung etwas schneller kommen lasse)
quiekt die Kupplung bei mir. Hört sich so n, als ob sie durchrutschen würde. Ist das normal? Ist das bei euch auch so?
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: tam91 am 14. August 2020, 10:35:07
Hallo
Hab ich bei meiner auch schon beobachtet und es hilft entweder nicht so ruckartig loszufahren oder die Kupplung kurz einige male zu betätigen. Ich vermute daß hier durch die Standzeit das Öl aus der Kupplung abläuft, es nach dem Start etwas dauert bis wieder Öl in die Kupplung gefördert wird und dadurch die dämpfende Wirkung des Öls direkt nachdem Start fehlt und die Kupplung beim einrücken kurz ins Schwingen kommt. Das hat aber nichts mit durchrutschen zu tun zumal der Effekt nicht vorkommt wenn der Motor ca. 10 Sekunden im Leer lauf gelaufen ist. Ich hab es wirklich nur beim Anlassen und sofortigem Losfahren und etwas zu hartem einkuppeln.
Gruß
Christoph
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: xtzrga am 14. August 2020, 11:54:42
Aha. Danke für die ausführliche Info. Jetzt weiß ich Bescheid  ;)
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: opat7 am 14. August 2020, 14:09:40
Hallo,
Motor starten und dann erst die Handschuhe anziehen. Diese Reihenfolge hat sich bei mir bewährt. Bei Einspritzern zwar nicht mehr so dringend erforderlich, wie früher bei Vergasern, aber auch heute schadet es nicht, wenn alle Sensoren "gemerkt "haben, welche Temperaturen herrschen.
Gruß
Helmut
P.S. Auch der Umwelt schaden die 20 Sekunden weniger, als ein Neustart.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: offroader1959 am 17. Februar 2022, 18:00:55
Hallo zusammen,
ich möchte das Thema an dieser Stelle noch einmal aufgreifen weil es neben mir ein paar Andere T7 Besitzer gibt die bei kaltem Motor und nach einrücken der Kupplung beim anfahren unschöne Geräusche aus dem Kupplungsbereich wahrgenommen haben. Diese wurden als z. B. kratzendes, kreischendes oder auch quietschendes Geräusch beschrieben. Bei warmen Motoröl gab es dann keinerlei Geräusche mehr.
So, nach 33.000km habe ich jetzt die Kupplung geöffnet und habe denen die ein o. g. Problem haben/hatten ein paar Bilder von dem was da zu Tage kam beigefügt.
Kurz zur Erklärung: Die auf dem Bild zu sehende Reibscheibe mit den kleinen Belagflächen ist eine der Reibscheiben von 5 die zwischen den zwei Reibscheiben mit den größeren Belag welche 1x auf der Kupplungsnabe und 1x an der Druckplatte anliegen.
Die 5 innenliegenden Reibscheiben waren absolut im vorgegebenen Maß der Verschleißgrenze und optisch wie Ihr sehen könnt ohne Beschädigungen, die 5 Druckfedern waren ebenfalls im Maß (fühlten sich allerdings beim Druck sehr weich an), die Kupplungssscheiben allesamt plan mit etwas bräunlicher Verfärbung (hohe Motoröltemperaturen durch häufigen Offroadbetrieb haben die schon abbekommen). Die Kupplungsnabe hatte bis auf geringe Druckspuren der Reibscheiben keine Auffälligkeiten.
Was allerdings auffällig war, ist der Zustand der 2 äußeren Reibscheiben. Offensichtlich sind diese aus einem anderen Belagcompound wie die restlichen 5 Reibscheiben. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt hat sich Einerseits unter den teilweise hohen Motoröltemperaturen der Belag gelöst und sich zwischen den Belagflächen "verbacken". Darüber hinaus sind Schleifspuren der Reibscheibe die innen an der Kupplungnabe lag zu erkennen. Insgesamt kein begeisternder Anblick.. :o
Da die kpl. Kupplungseinheit wie beschrieben von der MT-07 stammt kann ich mir nur vorstellen dass die Belastung der Kupplung für das Straßenmoppetle zwar ausreichend, für die Tenere, insbesondere wenn die auch mal "richtiges" Gelände (kein Feldweggravel..) unter die Stollen bekommt und das Motoröl auch mal eine Hitzewallung bekommt, zu schwach ausfällt. Keine Ahnung warum Yamaha hier offensichtlich ein anderes Belaggemisch für die zwei Reibscheiben verwendet, die anderen fünf funzen ja auch problemlos unter den Temperaturen.
Ich habe jetzt die Kupplungsteile kpl. mit TRWgetauscht. Hier sind alle 7 Reibscheiben gleich. Die Kupplungsfedern sind genauso lang wie OEM, allerdings m. E. gefühlt um 30% straffer (aber bitte legt mich nicht fest). Pussifahrer werden mit der Handkraft für die Kupplung jetzt weinen, denen rate ich die OEM Federn zu belassen.
Übrigens, die Kupplung funzt jetzt ohne Geräusche bei kaltem Motor und lässt sich einwandfrei schalten sowie den Leerlauf einlegen.
Nur als Tipp wen es mit den Kupplungsgeräuschen und evtl. auch damit verbundenen Rupfen bei kaltem Motor stört.
Grüße
Pete                             
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: gatopardo62 am 17. Februar 2022, 18:55:40
Hallo Pete,
danke für deine detaillierte Beschreibung.

Mit "komplett getauscht auf TRW" meinst du incl. Stahlscheiben?

Ließ sich der Leerlauf vorher nicht leicht finden?
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Ichnusa am 17. Februar 2022, 19:15:48
Zitat von: gatopardo62 am 17. Februar 2022, 18:55:40
Mit "komplett getauscht auf TRW" meinst du incl. Stahlscheiben?

Würde ich auch gerne wissen. Wäre schön, wenn du auch noch die TRW Artikelnummern dazuschreiben würdest.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: amboss87 am 17. Februar 2022, 21:19:27
Zitat von: offroader1959 am 17. Februar 2022, 18:00:55
Hallo zusammen,
ich möchte das Thema an dieser Stelle noch einmal aufgreifen weil es neben mir ein paar Andere T7 Besitzer gibt die bei kaltem Motor und nach einrücken der Kupplung beim anfahren unschöne Geräusche aus dem Kupplungsbereich wahrgenommen haben. Diese wurden als z. B. kratzendes, kreischendes oder auch quietschendes Geräusch beschrieben. Bei warmen Motoröl gab es dann keinerlei Geräusche mehr.
So, nach 33.000km habe ich jetzt die Kupplung geöffnet und habe denen die ein o. g. Problem haben/hatten ein paar Bilder von dem was da zu Tage kam beigefügt.
Kurz zur Erklärung: Die auf dem Bild zu sehende Reibscheibe mit den kleinen Belagflächen ist eine der Reibscheiben von 5 die zwischen den zwei Reibscheiben mit den größeren Belag welche 1x auf der Kupplungsnabe und 1x an der Druckplatte anliegen.
Die 5 innenliegenden Reibscheiben waren absolut im vorgegebenen Maß der Verschleißgrenze und optisch wie Ihr sehen könnt ohne Beschädigungen, die 5 Druckfedern waren ebenfalls im Maß (fühlten sich allerdings beim Druck sehr weich an), die Kupplungssscheiben allesamt plan mit etwas bräunlicher Verfärbung (hohe Motoröltemperaturen durch häufigen Offroadbetrieb haben die schon abbekommen). Die Kupplungsnabe hatte bis auf geringe Druckspuren der Reibscheiben keine Auffälligkeiten.
Was allerdings auffällig war, ist der Zustand der 2 äußeren Reibscheiben. Offensichtlich sind diese aus einem anderen Belagcompound wie die restlichen 5 Reibscheiben. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt hat sich Einerseits unter den teilweise hohen Motoröltemperaturen der Belag gelöst und sich zwischen den Belagflächen "verbacken". Darüber hinaus sind Schleifspuren der Reibscheibe die innen an der Kupplungnabe lag zu erkennen. Insgesamt kein begeisternder Anblick.. :o
Da die kpl. Kupplungseinheit wie beschrieben von der MT-07 stammt kann ich mir nur vorstellen dass die Belastung der Kupplung für das Straßenmoppetle zwar ausreichend, für die Tenere, insbesondere wenn die auch mal "richtiges" Gelände (kein Feldweggravel..) unter die Stollen bekommt und das Motoröl auch mal eine Hitzewallung bekommt, zu schwach ausfällt. Keine Ahnung warum Yamaha hier offensichtlich ein anderes Belaggemisch für die zwei Reibscheiben verwendet, die anderen fünf funzen ja auch problemlos unter den Temperaturen.
Ich habe jetzt die Kupplungsteile kpl. mit TRWgetauscht. Hier sind alle 7 Reibscheiben gleich. Die Kupplungsfedern sind genauso lang wie OEM, allerdings m. E. gefühlt um 30% straffer (aber bitte legt mich nicht fest). Pussifahrer werden mit der Handkraft für die Kupplung jetzt weinen, denen rate ich die OEM Federn zu belassen.
Übrigens, die Kupplung funzt jetzt ohne Geräusche bei kaltem Motor und lässt sich einwandfrei schalten sowie den Leerlauf einlegen.
Nur als Tipp wen es mit den Kupplungsgeräuschen und evtl. auch damit verbundenen Rupfen bei kaltem Motor stört.
Grüße
Pete                             

Klasse Beschreibung, hab die beschriebene Problematik auch ab und zu(...bilde mir ein vor allem wenn sie ein paar Tage steht...), sehs bislang allerdings nicht recht kritisch da die Kupplung bei steileren Anstiegen im Gelände noch nicht ansatzweise gerutscht ist.
Hab aber ja jetzt schon 42.000km in artgerechter Haltung drauf und bei Gelegenheit werd ich deinen Tip auf TRW Scheiben zu wechseln aufgreifen
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: svebes am 17. Februar 2022, 23:11:12
Zitat von: offroader1959 am 17. Februar 2022, 18:00:55
Hallo zusammen,
i...... Pussifahrer werden mit der Handkraft für die Kupplung jetzt weinen, denen rate ich die OEM Federn zu belassen.
Übrigens, die Kupplung funzt jetzt ohne Geräusche bei kaltem Motor und lässt sich einwandfrei schalten sowie den Leerlauf einlegen.
Nur als Tipp wen es mit den Kupplungsgeräuschen und evtl. auch damit verbundenen Rupfen bei kaltem Motor stört.
Grüße
Pete                             

Super Bericht und auf den Punkt. Danke dafür.
Aber Mist ich bin eine Pussy und das muss ich auf die alten Tage lernen. Hatte ernstahft über die hydraulische Magurakupplungseinheit nachgedacht.
Die geht so smooth . . .
Allerdings wechseln die sensiblen Fingerchen auch noch Reifen, also ist noch nicht alles verloren  /devil/
die linke Hand zum Grusse  /beer/
Sven


Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: smeagolvomloh am 17. Februar 2022, 23:17:56
@offroader1959: Danke für die toffe Beschreibung! Ich hatte das Phänomen auch. Immer im fast kalten Zustand, wenn die Außentemperaturen auch nicht gerade sommerlich waren, genau beim ersten Einkuppeln nach dem Warten an einer roten Ampel. Für meine Werkstatt ließ sich dieser Umstand aber nie reproduzieren. Seit ich das Töff vor der Garage etwas warm laufen lasse und die ersten Male einkuppeln sehr konzentriert durchführe, trat das Geräusch nicht mehr auf.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: offroader1959 am 18. Februar 2022, 12:48:28
Hallo zusammen,
zuerst vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen zum Thema und überraschenderweise gibt es ja offensichtlich auch noch andere T7 Treiber die das Kupplungs "Phänomen" kennen.. ;)
Gerne beantworte ich Euch Eure Fragen und beginne damit ob ich auch die Stahlscheiben, sprich Kupplungsscheiben, getauscht habe. Ja habe ich, denn obwohl noch maßhaltig und mit normaler bräunlicher Verfärbung sehe ich es bei der Laufleistung als sinnvoll an alle Bestandteile zu tauschen. Wenn der Klimbim schon runter muss (inkl. Motoröl und Kühlflüssigkeit ablassen) und zum Einbau wieder eine neue Kupplungsdeckeldichtung (ist aus Alu mit der OEM-Nr.: BU3E54610000 und war von Yamaha 2 Monate nicht lieferbar..) fällig ist, dann soll es nicht an 6 Kupplungsscheiben scheitern. Den O-Ring welcher die Wasserpumpe abdichtet habe ich wieder genommen, sah gut aus und ist nach Zusammenbau dicht.
Zur Frage der Teilenummern kann ich Euch für meine T7, Bj. 2020, Euro 4, DM01, Typ BW 31 mitteilen, dass die Teile identisch u. a. mit der MT-07 Bj. 2014 sind. Ihr könnt gerne die Teilenummern im Yamaha Parts Catalogue vergleichen.

Hier jetzt die OEM-Teilenummern von Yamaha:
- Druckfeder 90501-230E4 (6 Stück)
- Kupplungsscheibe (Stahl) 5VY-16325-00 (6 Stück)
- Reibscheibe (Äußere) 5TG-16321-00 (2 Stück)
- Reibscheibe (die Innenliegenden) 5VY-16321-00 (5 Stück)

Und hier die TRW Teilenummern:
- Druckfeder MEF 137-6 (nur kpl. Satz mit 6 Stück)
- Kupplungscheibe (Stahl) MES 405-6 (nur kpl. Satz mit 6 Stück)
- Reibscheibe  MCC 435-7 (nur kpl. Satz mit 7 Stück und alle mit gleichen Belaggrößen)

Ihr könnt die Teile im Netz Einzeln bestellen, in der Bucht gibt es aber auch einen Anbieter der einen kpl. Satz mit Druckfedern, Kupplungs- und Reibscheiben anbietet: https://www.ebay.de/itm/293200772722?fits=DEM_Model%3AMT-07&hash=item444420be72:g:AkYAAOSwt5tZ1Pc-
Das Paket passt für die o. g. T7, solltet Ihr ein anderes Modell haben gleicht im Yamaha Parts Catalogue:
https://www.yamaha-motor.eu/de/de/service-maintenance/parts-catalogue/#/
die Teilenummern ab.
Ich hoffe Euch damit weiter geholfen zu haben  /beer/

Grüße
Pete
 


     
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: amboss87 am 18. Februar 2022, 13:13:34
Erneut Danke für die Prima Aufstellung.

Praxis-Frage zur Kupplungsdeckel-Dichtung: Die ist aus Alu? Schätzt du die wird nicht mehr dicht wenn sie nach dem Abheben des Deckels noch ganz ist?
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: offroader1959 am 18. Februar 2022, 14:19:09
Servus,
nein, die Kupplungsdeckeldichtung ist ziemlich sicher nicht mehr verwendbar. Sie war nach dem abnehmen des Deckels an ein paar Stellen am Motorgehäuse bzw. dem Kupplungsdeckel verklebt. Die Dichtflächen mussten vor der Neumontage von den Resten entfernt werden. Das hätte nie mehr mit der alten Dichtung das Öl im Motor gehalten. Mal abgesehen davon das die Dichtung mit 12Nm angezogen wird und sich dadurch schon beim ersten Mal montieren erst- und letztmalig setzt.
Grüße
Pete
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: amboss87 am 18. Februar 2022, 15:30:35
Top, danke für den Hinweis /beer/
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Ichnusa am 18. Februar 2022, 16:34:47
Hi Pete.

Zitat von: offroader1959 am 18. Februar 2022, 12:48:28
Ich hoffe Euch damit weiter geholfen zu haben

Und wie! Vielen Dank dafür.

P.S. bei Yamaha kosten die Teile ohne Dichtung ca 250 €.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: hakim am 19. Februar 2022, 10:06:15
Zitat von: offroader1959 am 17. Februar 2022, 18:00:55
... Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt hat sich Einerseits unter den teilweise hohen Motoröltemperaturen der Belag gelöst und sich zwischen den Belagflächen "verbacken". Darüber hinaus sind Schleifspuren der Reibscheibe die innen an der Kupplungnabe lag zu erkennen. Insgesamt kein begeisternder Anblick.. :o
Da die kpl. Kupplungseinheit wie beschrieben von der MT-07 stammt kann ich mir nur vorstellen dass die Belastung der Kupplung für das Straßenmoppetle zwar ausreichend, für die Tenere, insbesondere wenn die auch mal "richtiges" Gelände (kein Feldweggravel..) unter die Stollen bekommt und das Motoröl auch mal eine Hitzewallung bekommt, zu schwach ausfällt. Keine Ahnung warum Yamaha hier offensichtlich ein anderes Belaggemisch für die zwei Reibscheiben verwendet, die anderen fünf funzen ja auch problemlos unter den Temperaturen.
...
Hallo Pete,
es müssen nicht zwangsläufig erhöhte Öltemperaturen sein, welche ursächlich sind für das sich Lösen und Verbacken der Beläge. Die offensichtlich für die Beläge zu hohen Temperaturen würde ich eher darauf zurückführen, daß die Kupplung im Offroadbetrieb unmerklich öfter durchgerutscht ist. Klar, daß dann auch das Öl heißer wird, aber die Ursache ist dann ein zu geringer Anpreßdruck.
Die äußere und die innere Reibscheibe werden gerne mit einem anderen Belag versehen, weil sie gegen das Alu von Nabe und Druckplatte und nicht gegen Stahl-Druckplatten arbeiten. So zumindest ist das bei allen LC8-Motoren von KTM. Sind die Federn für Offroad zu weich - wonach es hier bei der T700 aussieht - kann man sie sofern erhältlich gegen härtere tauschen. Nachteil ist dann, daß die Kupplung über den gesamten Öffnungsweg entsprechend der höheren Federrate mehr Handkraft benötigt und die Dosierung leidet. Ich habe mal (an einer meiner LC4 KTM für den Wüstensand) einfach nur die Vorspannung der Kupplungsfedern erhöht. Das geht mit einer dicken Beilagscheibe zwischen Druckfeder und Schraubenkopf gut zu machen. Anschließend kontrollieren, ob der Ausrückweg der Kupplungslamellen nicht beeinträchtigt wird. Die Erhöhung der Federnvorspannung bewirkt, daß die Anpreßkraft in der geschlossenen Kupplung vergrößert wird, ohne die Handkräfte beim Ziehen des Hebels so sehr zu beanspruchen wie beim Einsatz härterer Druckfedern. Ich habe mir gerade mal die Teilezeichnungen angesehen. Danach hat der CP2 hat zwar Ruckdämpfer in der Kupplung, aber meines Wissens keinen Anpreßdruckverstärker, wie er für Offroad sinnvoll wäre.
Hakim
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: offroader1959 am 19. Februar 2022, 10:46:53
Zitat von: hakim am 19. Februar 2022, 10:06:15
Hallo Pete,
es müssen nicht zwangsläufig erhöhte Öltemperaturen sein, welche ursächlich sind für das sich Lösen und Verbacken der Beläge. Die offensichtlich für die Beläge zu hohen Temperaturen würde ich eher darauf zurückführen, daß die Kupplung im Offroadbetrieb unmerklich öfter durchgerutscht ist. Klar, daß dann auch das Öl heißer wird, aber die Ursache ist dann ein zu geringer Anpreßdruck.
Die äußere und die innere Reibscheibe werden gerne mit einem anderen Belag versehen, weil sie gegen das Alu von Nabe und Druckplatte und nicht gegen Stahl-Druckplatten arbeiten. So zumindest ist das bei allen LC8-Motoren von KTM. Sind die Federn für Offroad zu weich - wonach es hier bei der T700 aussieht - kann man sie sofern erhältlich gegen härtere tauschen. Nachteil ist dann, daß die Kupplung über den gesamten Öffnungsweg entsprechend der höheren Federrate mehr Handkraft benötigt und die Dosierung leidet. Ich habe mal (an einer meiner LC4 KTM für den Wüstensand) einfach nur die Vorspannung der Kupplungsfedern erhöht. Das geht mit einer dicken Beilagscheibe zwischen Druckfeder und Schraubenkopf gut zu machen. Anschließend kontrollieren, ob der Ausrückweg der Kupplungslamellen nicht beeinträchtigt wird. Die Erhöhung der Federnvorspannung bewirkt, daß die Anpreßkraft in der geschlossenen Kupplung vergrößert wird, ohne die Handkräfte beim Ziehen des Hebels so sehr zu beanspruchen wie beim Einsatz härterer Druckfedern. Ich habe mir gerade mal die Teilezeichnungen angesehen. Danach hat der CP2 hat zwar Ruckdämpfer in der Kupplung, aber meines Wissens keinen Anpreßdruckverstärker, wie er für Offroad sinnvoll wäre.
Hakim

Hallo Hakim,
bzgl. des Grundes für die unterschiedlichen Beläge für die äußere und innere Reibscheibe sowie die zu weichen Druckfedern gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Im Vergleich der OEM-Federn vs. den TRW-Federn ist ein schon allein beim zusammendrücken mit den Fingern ein mehr als deutlicher Unterschied der Federn spürbar. Sagen wir mal so, ich bewege die T7 auch schon fordernd im Offroadbetrieb mit TET, Hardalpi und mehreren weiteren Reisen mit dem von Yamaha für das Motorrad erhobenen Anspruch es in Artgerechtem Gelände zu nutzen. Aber wer von den heutigen T700 Treibern nutzt das Motorrad tatsächlich so? Heutzutage zählt doch mehr sich alles mögliche an Blingbling an sein "Adventure" Bike zu bauen um davon zu träumen "wenn ich mal Zeit habe" es zu nutzen. Diese "Zeit" wird aber für die meisten von denen nie kommen..Sorry für das kurze Off Topic zum Thema, aber Yamaha würde besser gescheite Kupplungen für eine T7 bauen anstatt "Rally"Raid Versionen mit großen Tanks und längeren Federwegen und anderem Schnickschnack den 95% der T7-Treiber niemals wirklich brauchen.
Aber nochmal, Danke Dir für Deine qualitativ fachliche Antwort  /beer/

Grüße
Pete         
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Mr.Oizo am 19. Februar 2022, 12:05:27
Hey Pete,
die Rally Raid hat Yamaha extra für Fahrer wie dich gebaut! /beer/

Also beschwer dich jetzt nicht! ;)
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: TravelTourer am 19. Februar 2022, 20:54:45
Frage:

Wenn die Handkraft durch die stärkeren TRW Federn größer wird könnte man dem doch sicher mit dem Teil von Camel ADV entgegenwirken. Das wo die Kupplung noch leichter wurde weil es den Winkel am Gehäuse verändert hat.

Oder bin ich gedanklich gerade ganz Flasch?

Edit:

https://camel-adv.com/products/yamaha-700-tenere-t7-1-finger-clutch-kit

Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: mmo-bassman am 19. Februar 2022, 21:35:19
Ja, das geht schon, aber nur begrenzt. Es wird nicht der Winkel verändert, sondern die Länge des Hebels. Dadurch wird allerdings auch der Druckpunkt etwas schwammiger, nicht mehr so klar definierbar.
Irgendwas is halt immer.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: mototime am 31. März 2022, 16:55:51
Zitat von: offroader1959 am 17. Februar 2022, 18:00:55
Hallo zusammen,
ich möchte das Thema an dieser Stelle noch einmal aufgreifen weil es neben mir ein paar Andere T7 Besitzer gibt die bei kaltem Motor und nach einrücken der Kupplung beim anfahren unschöne Geräusche aus dem Kupplungsbereich wahrgenommen haben. Diese wurden als z. B. kratzendes, kreischendes oder auch quietschendes Geräusch beschrieben. Bei warmen Motoröl gab es dann keinerlei Geräusche mehr.
So, nach 33.000km habe ich jetzt die Kupplung geöffnet und habe denen die ein o. g. Problem haben/hatten ein paar Bilder von dem was da zu Tage kam beigefügt.
Kurz zur Erklärung: Die auf dem Bild zu sehende Reibscheibe mit den kleinen Belagflächen ist eine der Reibscheiben von 5 die zwischen den zwei Reibscheiben mit den größeren Belag welche 1x auf der Kupplungsnabe und 1x an der Druckplatte anliegen.
Die 5 innenliegenden Reibscheiben waren absolut im vorgegebenen Maß der Verschleißgrenze und optisch wie Ihr sehen könnt ohne Beschädigungen, die 5 Druckfedern waren ebenfalls im Maß (fühlten sich allerdings beim Druck sehr weich an), die Kupplungssscheiben allesamt plan mit etwas bräunlicher Verfärbung (hohe Motoröltemperaturen durch häufigen Offroadbetrieb haben die schon abbekommen). Die Kupplungsnabe hatte bis auf geringe Druckspuren der Reibscheiben keine Auffälligkeiten.
Was allerdings auffällig war, ist der Zustand der 2 äußeren Reibscheiben. Offensichtlich sind diese aus einem anderen Belagcompound wie die restlichen 5 Reibscheiben. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt hat sich Einerseits unter den teilweise hohen Motoröltemperaturen der Belag gelöst und sich zwischen den Belagflächen "verbacken". Darüber hinaus sind Schleifspuren der Reibscheibe die innen an der Kupplungnabe lag zu erkennen. Insgesamt kein begeisternder Anblick.. :o
Da die kpl. Kupplungseinheit wie beschrieben von der MT-07 stammt kann ich mir nur vorstellen dass die Belastung der Kupplung für das Straßenmoppetle zwar ausreichend, für die Tenere, insbesondere wenn die auch mal "richtiges" Gelände (kein Feldweggravel..) unter die Stollen bekommt und das Motoröl auch mal eine Hitzewallung bekommt, zu schwach ausfällt. Keine Ahnung warum Yamaha hier offensichtlich ein anderes Belaggemisch für die zwei Reibscheiben verwendet, die anderen fünf funzen ja auch problemlos unter den Temperaturen.
Ich habe jetzt die Kupplungsteile kpl. mit TRWgetauscht. Hier sind alle 7 Reibscheiben gleich. Die Kupplungsfedern sind genauso lang wie OEM, allerdings m. E. gefühlt um 30% straffer (aber bitte legt mich nicht fest). Pussifahrer werden mit der Handkraft für die Kupplung jetzt weinen, denen rate ich die OEM Federn zu belassen.
Übrigens, die Kupplung funzt jetzt ohne Geräusche bei kaltem Motor und lässt sich einwandfrei schalten sowie den Leerlauf einlegen.
Nur als Tipp wen es mit den Kupplungsgeräuschen und evtl. auch damit verbundenen Rupfen bei kaltem Motor stört.
Grüße
Pete                             
Hallo,
habe das gleiche Geräusch und habe bei meinem Händler nachgefragt, der meinte zu mir, Yamaha weiß bescheid ist aber kein Problem was zu einem Problem werden könnte. Die markierten Stellen der Belagscheibe würden nicht in Kontakt kommen mit anderen Teilen, da diese im Kupplungskorb sitzen und dazwischen die Reibscheiben liegen die aber nach oben kürzer sind und keine Kontaktfläche verursachen, es wäre Produktionsbedingt diese Schleifspuren. Sobald das Öl warm wird ist das Geräusch weg, was da genau warum dieses Geräusch macht konnte er mir aber auch nicht sagen, außer das ich morgens nach dem Aufstehen auch nicht gleich einen Dauerlauf tätige. Nun eigentlich schon machbar, egal ich habs moniert und fünf Jahre die Garantie mal sehen.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Janjan am 31. März 2022, 19:43:48
Ich möchte nur eine Bemerkung zur Kupplungsdeckeldichtung machen.
Wenn ich das richtig verstanden habe verwendet Yamaha als Gehäusedichtung ein Aluteil das beidseitig hauchdünn beschichtet ist. Diese Dichtungen sind viel teurer als Papierdichtungen und können weniger gut Unebenheiten ausgleichen als die dickeren Papierdichtungen, mir ist nicht klar wieso Yamaha das so macht zumal sie auch noch garantiert durch die Demontage unbrauchbar werden.
Hondas XLs und XRs hatten sowas als Zylinderkopfdichtung.
Mein damaliger Honda Schrauber, das vielleicht als Tip, hat die alte Dichtung, unter sparsamer(!) Verwendung von Dirko, wiederverwendet.
Gruß, Jan
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: offroader1959 am 01. April 2022, 08:22:48
Zitat von: mototime am 31. März 2022, 16:55:51
Hallo,
habe das gleiche Geräusch... Nun eigentlich schon machbar, egal ich habs moniert und fünf Jahre die Garantie mal sehen.

Servus,
Garantie kannst Du vergessen! Yamaha hat es trotz meines Widerspruchs abgelehnt die Kupplungsbeläge zu tauschen da die Kupplung für die ein Verschleißteil ist und nicht über die Garantie (auch die Verlängerung!) abgedeckt sei. Hätte hier nur den Weg über einen Rechtsanwalt nehmen können  >:(
Gruß
Pete
 
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Mr.Oizo am 01. April 2022, 13:09:38
Das Geräusch ist normal da die Kupplung sehr hoch sitzt.
Einfach Motor starten Helm und Handschuhe anziehen -losfahren-ohne Karacho.
Nach max. 1Km kreischt da nix mehr.

Die Kupplung ist jetzt echt kein Mangel.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: mmo-bassman am 01. April 2022, 15:15:27
Also bei mir hat noch nie was gekreischt (also am Motorrad , ansonsten...), was macht Ihr denn mit Euren Mopeds?

Nach Starten des kalten Motors ziehe ich immer ein Paarmal die Kupplung, ich bilde mir ein, dass das Einlegen des ersten Ganges dadurch etwas sanfter gelingt, da schonmal das Öl überall hin konnte. Grundsätzlich fahr ich aber immer die ersten 10km sehr sanft, dh. nicht so hoch drehen, langsam beschleunigen, nicht hektisch schalten, keine starken Schräglagen und auch sanft bremsen. All das schont die Komponenten des noch kalten Fahrzeugs, ein anderes Verhalten würde mir weh tun. Ein bisschen Sensibilität mit der relativ simplen Technik schadet nie um den Verschleiß in Grenzen zu halten. Das is kein HighTech, das is n simples Moped mit rustikaler Technik.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Derrick am 01. Februar 2025, 08:55:11
Kleiner Tip, wenn man den Kupplungswechsel selber ausführt die Reibscheiben über Nacht in Motoröl legen.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Peter700 am 01. Februar 2025, 13:19:31
Das ist nicht nur n kleiner Tip, sondern unbedingt notwendig wenn man den Kupplungswechsel richtig machen will und die Kupplung lang leben soll. Hab ich immer so gemacht, würde ich bei der T700 auch so machen, wenn die Kupplung mal fällig wäre, bis jetzt bei mir noch nicht nötig.
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Wérnéré am 01. Februar 2025, 14:56:09
Wird überbewertet und nicht unbedingt notwendig! In der TRW Anleitung die bei der T7 Kupplung beiliegt steht " Kupplungsscheiben vor dem Einbau mit Öl benetzen " im Yamaha WHB steht auch nichts anderes.
In den Motorrad Werkstätten macht man das heute auch nicht mehr, soweit ich weis!

Ich weis, gelernt hab ich auch das man sie über Nacht im Öl einlegen soll aber wohl bei Alu/Kork Kubblungsscheiben nicht mehr ein "Muss".

Ich habe meine Kupplung nur mit Öl bestrichen und eingebaut. Funktioniert auch!

Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: Derrick am 01. Februar 2025, 19:06:51
Welche Werkstatt hat schon die Zeit die Kupplung über Nacht in Öl zu legen. Schaden tut es nicht
Titel: Antw:Kupplung
Beitrag von: tam91 am 01. Februar 2025, 22:37:39
Hallo
ich hab alle meine von mir gewechselten Kupplungen nur beim Einbau satt mit Öl bestrichen und nie Probleme gehabt, das einlegen vorher schadet abe mit Sicherheit auch nicht.
Gruß
Christoph