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Das erste mal Ventilspiel Prüfen / Einstellen

Begonnen von Zornius, 11. April 2020, 21:22:08

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Zornius

Guten Abend, nach langem Hin und Her habe ich mich entschlossen das Ventilspiel meiner XTZ750 selber einzustellen. Ich habe alles nach Bucheli Anleitung gemacht, zudem habe ich mir auch die paar Youtube Videos angeguckt, die es dazu gibt, unter anderem von einer TDM850. Von einer XTZ750 fand ich nur ein spanisches Video, wo man nicht viel erkennen konnte, welches aber doch interessant war.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin nun schon ein paar Tage dabei an meiner Tenere zu bauen und seit heute soweit, dass ich den Ventildeckel abnehmen konnte. Die Zylinder wurden vor dem Messen auf OT gestellt und die Noken zeigen dann nach außen. Zudem fluchten die Markierungen so wie im Bild dargestellt.

Habe also heute das erste Mal das Ventilspiel mit einer Blattlehre gemessen und um mich weiter mit der Sache vertraut zu machen, habe ich beschlossen erstmal alls aufzuschreiben und den Ventildeckel wieder aufzusetzen und noch mehr Infos zu sammeln, bevor ich weiter mache. Die Ventile habe ich also nicht ausgebaut und die Shims will ich erst mit dem Mikrometer messen, wenn ich mich etwas mehr mit der Materie befasst habe.

Ich schreibe heute mal die Ergebnisse hier ins Forum und möchte einfach mal teilen wie ich die ganze Sache verstehe
und fragen ob das so korrekt von mir eingeschätzt wird. Ich würde mich freuen wenn der Ein oder Andere etwas dazu schreibt. Ich habe dazu ein Bild erstellt, welches die Messergebnisse zeigt. Vergleicht man diese mit den Sollwerten aus dem Bucheli sind Abweichungen zu erkennen. Nach Informationen aus dem Internet ist ein zu negativer Wert der gefährlichste und kann zu einem kapitalen Motorschaden führen.
Deswegen will ich das unbedingt alles korrekt einstellen.

Die Sollwerte sind laut Bucheli:

Einlass 0,15 bis 0,20 mm
Auslass 0,25 bis 0,30 mm

Legende zum erstellten Bild
G = gut, passt perfekt ohne Spiel, ohne viel Druck "wie die mechaniker auf YouTube sagen" "saugend schmatzend"
S = schwer, passt nur schwer durch
SS = sehr schwer bis gar nicht
N = passt nicht durch

Also komme ich zu dem folgenden Ergebnis: Wenn jetzt zum Beispiel!
im rechten Zylinder das mittlere Ventil bei 0,10 mm gut passt und bei 0,15 mm nicht dann bedeutet das:
Das der Shim, wenn dieser zum Beispiel 0,75 mm hat ausgetauscht werden müsste gegen einen der 0,70 mm hat. Verstehe ich das richtig? Oder ist meine Annahme falsch?
Vielen Dank für euer Feedback.

Da ich noch keine Erfahrung mit dem Einstellen der Ventile habe, kann ich das vom Gefühl nicht richtig einschätzen, deswegen wollte ich mal eure Meinung dazu erfragen.
Ich habe aber bis heute immer alles an meiner Tenere selber gemacht und wenn ich das mit den Ventilen erst mal richtig verstanden habe, werde ich das auch hinbekommen.

Wenn die Blattlehre bei 0,15 bis 0,20 mm Sollwert bei 0,15 gut passt und bei 0,20 mm nicht passt, dann sollte das doch perfekt sein, oder?

Vielen Dank, und LG Paul




Thommy

Hi Paul,

Deine Annahme im Beispiel ist richtig. Ist das Ventilspiel zu "eng", muss die Dicke vom Shim reduziert werden. Damit bekommst Du ein größeres Spiel.

Grüße
Thommy
Horx-Racing@gmx.net
Remember Dirk: Zielen Sie auf den Mond, wenn Sie ihn verfehlen, gehören Sie zu den Sternen
Remember Axel: Die Wüste lebt!
Remember Helmi: ...es war zu früh zum Gehen :-(

dermax

Servus!
Ich kann dir empfehlen eine Fühlerblattlehre mit mehr Abstufungen nach unten zu nehmen. am besten in 0,01mm schritten so bestimme ich immer genau mein kaltes Ventilspiel.

Beispiel: 0,15 geht sehr streng oder gar nicht, nehme ich ich 0,08 und 0,06mm was dann 0,14mm entspricht, und so nähere ich mich genau an den Wert an.
Nachdem es nur Ventilshims in 0,05mm Abstufungen gibt hast du so und so das Problem und musst wie im Büchli beschrieben runden. Zum Beispiel, dein mittleres Einlassventil hat gemessen 0,13mm spiel und es ist ein 1.68er shim drinnen (original von Yamaha gabs die in kleineren Abstufungen, kosten jetzt pro Stk. über 9€) dann sagt Büchli aufrunden auf 1.70 wenn du jetzt einen 1.70er einbaust hättest du auf das unterste Kaltmaß eingestellt, nimmst du einene 1.75er hast du 0,18mm was genau in der Mitte der Vorgabe liegt.

So machst du das Ventil für Ventil, meist sind die mittleren Einlassventile am engsten und ausslass seitig muss ich nur alle 2 ventilservices auch den shim wechseln.

Alles kein Hexenwerk und mit gedult auch locker zu erledigen!

Viel Erfolg beim Schrauben & Frohe Ostern,
Max.

/tewin/
Schraubst du noch oder fährst du schon?

ndugu

Zitat von: dermax am 12. April 2020, 07:25:32

Nachdem es nur Ventilshims in 0,05mm Abstufungen gibt ...
Es gibt auch andere (kleinere) Abstufungen.

tam91

Hallo
so wie Du es schreibst passt das. Ich hab mir ein Formular gemacht bei dem ich alles dokumentiere, Zum Beispiel auch die Genaue lage der Markierungen bei OT da diese selten ganz genau parallel zur Dichtfläche sind. Außerdem kannmansich das Ergebnis dann abheften und weiß beim nächsten Mal wohin es sich entwickelt. Auch kann man beim Zerlegen die Teile auf dem Formular ablegen und bringt so nichts durcheinander. Auslassseitig kannst Du ventilspielmäßig in die Mitte der Toleranz oder sogar an die untere Grenze gehen da tut sich auch über 100000km so gut wie nichts. Einlaßseitig wirst Du alle 30000km ( erfahrungsgemäß sinnvoller Ventilspielintervall) ca. 0,1mm Ventilspiel verlieren, deshalb hier immer an die obere Spieltoleranz gehen also lieber ein paar hundertstel über Toleranz als an die untere Grenze gehen. Die Shims mit den "Zwischenwerten" gibt es nur ab Werk bei der Ersteinstellung, aber nicht käuflich. Auch ist der Tip mit den Fühllehrensätzen mit Zwischengrößen hilfreich, ich hab eine mit 0,02 Stufung damit kannst Du dann die Sache genau bestimmen, da zwischen saugend und leicht ungefähr 0,02mm liegen. Bei dickeren Blättern (0,25/0,3) mußt Du bei der ST aufpassen daß Du nicht das Ventil aufdrückst, da die Federn nur geringe Kräfte haben (man kann das Ventil locker mit dem Finger aufdrücken wenn man auf die Tasse drückt, was z.B. bei einem Einzylinder  gar nicht geht).
Die Shims mußt Du übrigens nicht nachmessen die Beschriftung stimmt meiner Erfahrung nach, es ist eher sinnvoll die Fühllehre nachzumessen da hab ich schon Abweichungen von einigen Hundertstel gemessen.
Gruß
Christoph

SeparateReality

Hallo zusammen,

ich wollte jetzt kein neues Thema zu diesem schon so oft behandelten Thema starten, daher schließe ich mich hier an. Ich habe bei meiner ST gerade das Ventilspiel geprüft (ziemlich genau im Wartungsintervall), und es besteht definitiv Handlungsbedarf. Die Shims sind ausgebaut, nur bin ich mir bei zweien wegen der Dicke nicht sicher.

Es geht jeweils um die in Fahrtrichtung rechts gelegenen Auslassventile. Der Shim des linken Zylinder ist lediglich mit "7" beschriftet, der des rechten mit "7 1" wenn ich das richtig lesen kann. Ich versuche auch, Fotos anzuhängen.

Bedeutet das 1,7 mm sowie 1,71 mm? Bin mir da nicht sicher, die anderen sind alle mit Hundertstelmillimeter beschriftet (zB 184). Es gehören jedenfalls beide getauscht, da an beiden Ventilen das Spiel zu gering ist. Ohne die Dicke der aktuellen Shims zu kennen machts halt wenig Sinn. Und meine 10 Euro Baumarkt-Schiebelehre frag ich gar nicht erst...

Danke für eure Unterstützung!


tam91

Hallo
Solche Beschriftungen hab ich noch nie gesehen. Da wirst Du nicht drum rum kommen die Shims zu messen. Eine Bügelmeßschraube oder Meßuhr sind dafür aber schon nötig. Hat aber normalerweise jeder Händler da, sonst einen Metallbetrieb fragen.
Gruß
Christoph 

SeparateReality

Ok, Danke für deine Antwort!

Aber, blöde Frage: wenn ich die Shims vom linken Auslassventil (die sind normal beschriftet, somit kenne ich deren Dicke) ins rechte einlege und nochmal messe, komme ich dann nicht auch zu einem belastbaren Ergebnis?

Vorausgesetzt die Dicke der Shims ändert sich nicht im Betrieb, wovon ich aber ausgehe weil sonst das ganze Prinzip keinen Sinn machen würde.

Oder hab ich da irgendwo einen Denkfehler drin?

tam91

Hallo
klar kannst Du irgendeinen Shim reinlegen, zusammenbauen und dann wieder messen. Aber einfach den Shim messen und dann rechnen und gleich richtig zusammenbauen ist in meinen Augen die bessere und unaufwendigere Lösung. Selbst eine Bügelmeßschraube kaufen (kann man immer brauchen) ist da einfacher.
Gruß
Christoph 

BenzinBlume

Nur als Hinweis, hatte auch schon Shims wo beim messen dann was anderes raus kam wie was drauf stand...

SeparateReality

Danke für euren Input! Das alles nochmal zusammenschrauben ist in der Tat aufwändiger als eine Messschraube zu organisieren. Und ich werde sicherheitshalber alle Shims nachmessen.

Ungeachtet dessen habe ich aus Neugier mit meiner (wie erwähnt nicht sehr teuren) Schiebelehre gemessen. Beide Shims sind relativ genau 1,7 mm stark, wobei interessanterweise der mit "7 1" beschriftete einen Hauch dünner zu sein scheint. Aber als zuverlässig stufe ich die Messung nicht ein.

Und jetzt kommt der theoretische Teil: ich denke mir, kommts auf einen Hundertstelmillimeter wirklich an? Nachdems die Shims nur in 0,05er-Abstufung zu kaufen gibt kann ich ja gar nicht so viel Rücksicht nehmen. Bei beiden Auslassventilen liegt das gemessene Spiel zwischen 0,15 und 0,2 mm. Das eine Fühlerblatt war jeweils relativ leichtgängig, das andere relativ schwer, also wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen. Sagen wir mal vereinfacht 0,175. Ich habe leider nur eine Fühlerlehre mit 0,05er-Abstufung.

Heißt jetzt: unter der Annahme dass die beiden Shims 1,7 +/-0,01 dick sind bräuchte ich 160er Shims damit ich dann auf 0,275 komme, was genau im mittleren Toleranzbereich (0,25 ~ 0,3) liegt.

Korrekt oder Unfug?

tam91

Hallo
Die Einlaßventile auf jeden Fall an die ober Toleranz einstellen die Auslaß sind unkritisch die kannst Du auf Mitte Toleranz einstellen da tut sich fast nix.
Gruß
Christoph

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