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18. Juni 2026, 23:44:46

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Schwingenbuchsen

Begonnen von BergStadtXTZ, 10. Juni 2026, 22:23:28

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BergStadtXTZ

Moin liebe Leute,

ich dachte ich wende mich, bevor ich alles zusammensetze, mal an euch. Ich habe vor zwei Wochen die Schwinge meiner 3YF auseinandergenommen um diese zu entrosten und mit BranthoKorux neu zu lackieren und zu konservieren. Dabei musste ich mich unweigerlich auch einmal mit den ganzen Buchsen und Lagern an der Schwinge beschäftigen. Ich erwähne einmal das dies alles neu für mich ist.

So wie ich es dann gesehen habe sind ja außen am Schwingenauge die Nadellager eingepresst ohne weitere Dichtung, nur jeweils eine Scheibe wird durch die Achsklemmung später auf das Loch angepresst (3YF221490000). Zum Schwingeninneren sind dann Massivbuchsen statt Nadellagern und abschließend nach außen Simmerringe. Die Achse selbst läuft ja auf keinen der Bauteile sondern auch wieder in Buchsen.

Nun sind diese Buchsen in der die Achse sitzt bei mir schon etwas verschlissen. An den Kontaktstellen der Nadellager nur Oberflächlich aber an den Stellen der Massivbuchsen erheblich auch bei einer tief mit Fingernagel spürbar. Ich habe zufällig auch noch ein Bild von dem Tag und der Buchse in der Mitte sieht man es denke ich gut an.

Nun habe ich hier neue Simmerringe und auch Buchsen für die Achse welche schon ordentlich teuer waren, und führe die Schäden auf die schlechte Wartung über die Schmiernippel sowohl von mir als auch den drei Vorbesitzern zurück (gefüllte Fettpresse steht nun bereit). Was ich mich nun frage:
1. Ist so ein Verschleiß bei schlechter Fettpackung an den den Stellen der Massivbuchsen plausibel?
ChatGPT will mir weißmachen das an den Stellen kaum Reibung sein sollte da die Nadellager wohl die meiste Kraft auffangen sollen, aber von der Achsgeometrie kann ich mir das auch nicht ganz vorstellen. Die Massivbuchsen haben hier eindeutig den massiveren Verschleiß verursacht da diese wohl statisch sind im Gegensatz zu den Nadellagern.

2. Und haben sich in dem Fall die Achsbuchsen zugunsten der Massivbuchsen geopfert?
Die Nadellager sehen noch ganz gut aus aber die Massivbuchsen lassen sich schlecht einsehen und beurteilen. Nadellager würde ich mich eventuell trauen auch auf Verdacht zu tauschen, aber kommt man an diese überhaupt von hinten ran wenn die Massivbuchsen im Weg sind? Diese zu tauschen wären auch nochmal 50€ über Kedo.

3. Was ist überhaupt deren Zweck? Irgendwie halte ich es für unlogisch an diesem drehbaren Bereich eine statische Buchse zu haben die Reibung generiert wenn daneben ein Nadellager sitzt.


Laufleistung sind 37.000km.

Sry, sollte ich mich etwas doof dabei anstellen  :D Die Gabel hat auch noch einiges an Nerven, Frust und Konzentration gleichzeitig gekostet, aber da ist nun alles im Lot.

Villeicht kann ja jemand seine Meinung dazu geben.
Beste Grüße
Christian
Aus der Bergstadt Oerlinghausen
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BergStadtXTZ

Vielleicht mal als Update:

Die Massivbuchsen sind tatsächlich sehr massiv. Sehen wie neu aus und die Laufbuchse der Achse hat sich bei mangelnder Schmierung geopfert. Alte Nadellager habe ich mit Innenlagerabzieher herausgeschlagen, Lagersitz einmal glatt geschliffen und neue Nadellager für je 3€ eingeschlagen. Habe dafür Gummihammer und abgeklebtes altes Lager als Eintreiber verwendet.
So konnte ich das Massivlager an Ort und Stelle belassen. Verstehe aber auch das viele dieses gegen ein Nadellager auswechseln. Erschließt sich mir nämlich noch nicht warum das Massivlager einen Vorteil haben sollte. Gerade wenn Nadellager überall erhältlich sind.

VG
Aus der Bergstadt Oerlinghausen
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Ede

Diese Bezeichnung ,,Massivlager" ist wohl der Übersetzung technikfremder Personen zu verdanken. Die korrekte deutsche Bezeichnung lautet Gleitlagerbuchse. Bei meiner TTR ist die aus Kunststoff und hat, wahrscheinlich durch Schmutzeintrag und mangelnde Fettversorgung, die Lagerhülse genau wie bei deiner 660er eingeschliffen.

Die nicht mehr lieferbare Lagerhülse muß man sich wohl oder übel selbst anfertigen (lassen). Ist ein ,,bisschen" Aufwand mit bohren, ablängen, härten & anlassen. Geht aber.
Gruß Ede

Nicht asphaltierte Wege zu befahren ist kein Offroad!

BergStadtXTZ

Danke Ede für den Input.

Die "Gleitlagerbuchsen" (wie ich nun gelernt habe) habe ich auch bei der 660er öfters als aus Kunststoff beschrieben gelesen. Vielleicht ist das auch so, hätte ich aber vom Aussehen und Gefühl her absolut nicht erwartet. Dann wahrscheinlich aus extrem harten Material.

Würde auch erklären das es bei dir und bei mir vor allem auf den Lagerhülsen zum Verschleiß kam. Zum Glück gibt es diese aber bei der XTZ660 noch von Yamaha als Original zu kaufen. Habe diese auch hier und sind auch günstiger als die genannten Buchsen.
Werde die neuen Hülsen heute einsetzen und bin gespannt wie sich der Verschleiß dann einstellt bei schmierung über die Schmiernippel. Ist ja tatsächlich kein Hexenwerk das alle paar 100-1000km mal zu machen. Man muss es natürlich nur einmal wissen und drauf kommen. Im besten Fall können die Buchsen bleiben. Kann zumindest kein Spiel feststellen.

Beste Grüße
Christian
Aus der Bergstadt Oerlinghausen
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Ede

Wichtig bei der Schmierung ist, daß Fett austritt und so den eingedrungenen Schmutz nach außen drückt. Beim anschließenden Abwischen darauf achten, daß kein Dreck wieder zurückgedrückt wird.

So sieht es aus wenn am Fett gespart wird. Die Nadeln haben sich auf der einen Seite, rechte Hülse im Bild, eingearbeitet.
Gruß Ede

Nicht asphaltierte Wege zu befahren ist kein Offroad!

BergStadtXTZ

Tatsächlich ein sehr ähnliches Bild.
Beim Einbau habe ich jetzt vorab die Schmiernippel mit frischem Fett durchgespült. Dann an allen Anschlüssen durchgedrückt, bis es an den ganzen Staubkappen austrat. Da vorher geputzt jetzt natürlich Dreckfrei.
Wenn ich später die Schwinge durchfetten sollte, wo soll da eigentlich das Fett austreten? Quillt das immer unter den Staubkappen hervor? Denke man muss dafür ja nichts abbauen.

VG
Aus der Bergstadt Oerlinghausen
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Ede

Das Fett kommt zu beiden Seiten der Lagerhülse, also an den Staubkappen und zur Schwingenmitte hin, heraus.
Wie war das noch? ,,Mit'm Öl nicht sparsam sein!". Gilt auch für Fett. Aber nur dort wo es einen Weg nach draußen findet. Mit einer Fettpresse kann man sehr hohe Drücke aufbauen und, falls das Fett nicht weg kann, auch Bauteile verformen.
Ist bei der Schwingenlagerung aber nicht so. Da kann es nach draußen und alles vollsauen  /-/
Gruß Ede

Nicht asphaltierte Wege zu befahren ist kein Offroad!

BergStadtXTZ

Super. Dann presst sich bei mir das Fett den richtigen Weg raus und saut alles voll ;D
Guter Tipp wegen den Drücken. Gerade bei den Kunstoffstaubdichtungen.
Dann kann ja nichts mehr schief gehen.
Besten Dank für das geteilte Wissen!
Aus der Bergstadt Oerlinghausen
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